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KWB-News Aus- und Weiterbildung


01.07.2021

(Berufs)Bildungspolitik

Enquete-Kommission "Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt"
Abschlussbericht liegt vor

Enquete-Kommissionen gehen in die Tiefe, bündeln Zusammenhänge, geben Ausblicke für die Zukunft und machen sehr viel Arbeit. Davon können auch die Mitglieder der 2018 ins Leben gerufenen Enquete des Deutschen Bundestages ein Lied singen. Insbesondere in den letzten Wochen und Monaten hat der Abschlussbericht viel Zeit und Energie gekostet.
Jetzt liegt das Ergebnis vor und wurde dem Bundestagspräsidenten übergeben.
Über 500 Seiten und rund 400 Handlungsempfehlungen geben einen umfangreichen Blick auf die Situation der beruflichen Bildung in Deutschland und bieten viele Themen zur Diskussion.
Nicht immer waren alle einer Meinung, daher gibt es auch zahlreiche Minderheitsvoten, aber die grundsätzliche Bedeutung der beruflichen Bildung ist unstrittig. Aus der Sicht der Wirtschaft gibt es zahlreiche gute Impulse, die in den nächsten Jahren aufgegriffen werden sollten. Hierzu zählen u.a. die sinnvolle Umsetzung weiterer Digitalisierungsschritte, die Stärkung von Teilqualifikationen, der Blick auf Qualifizierungsmöglichkeiten nach der Ausbildung schon in der Berufsorientierung, ein Pakt für Berufsschulen als dualer Partner der Ausbildungsunternehmen, die Schaffung eines Austauschdienstes für die berufliche Bildung analog zum Akademischen Austauschdienst und vieles andere mehr.

Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung
25 Jahre Unterstützung beruflicher Talente

Zwei Stipendienprogramme bilden die Basis für die Arbeit der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB): das Weiterbildungsstipendium und das Aufstiegsstipendium.
Aktuell werden in den beiden Bundesprogrammen, die die SBB koordiniert, über 22.000 junge Fachkräfte gefördert. Ihr 25jähriges Bestehen feierte die SBB jetzt mit einem Online-Livestream, der auf YouTube abrufbar ist. Die Stiftung wird vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), dem Deutschen Handwerkskammertag (DHKT) und dem Bundesverband der Freien Berufe getragen und verwaltet treuhänderisch rund 60 Mio € aus den Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).
Beim Festakt sprach u.a. der Psychologe Stephan Grünewald über „TÜV-Mentalität, Tüftlerseelen und die Bedingungen für Kreativität“.

Happy birthday Europass

Am 1. Juli 2021 feiert das Europass-Portal seinen 1. Geburtstag!
Das europäische Karrieremanagement-Portal bietet eine Fülle an Services und Tools für alle, die sich bewerben oder weiterbilden wollen. Seit dem Launch im Juli vergangenen Jahres haben sich auf der kostenfreien Plattform der EU mehr als 2 Millionen Nutzerinnen und Nutzer registriert, insgesamt zählt das Portal 24 Millionen Visits. Im Europass-Portal können Nutzerinnen und Nutzer
  • ein persönliches Profil anlegen,
  • einen Lebenslauf und Anschreiben in verschiedenen Designs erstellen,
  • ausgewählte Inhalte ihres Profils zeitlich befristet mit Dritten teilen,
  • über eine Verknüpfung mit EURES Jobangebote in ganz Europa finden,
  • Weiterbildungsangebote in ganz Europa recherchieren (BetaVersion),
  • mit dem Qualifikations-Vergleichs-Tools Qualifikationen in unterschiedlichen Ländern vergleichen,
  • Informationen zum Lernen und Arbeiten in Europa finden.

Das Portal wird laufend weiterentwickelt. In Kürze bietet es neue Design-Optionen für den Lebenslauf sowie ein Tool zur Selbstbewertung digitaler Kompetenzen.

Berufsausbildung

Ausbildungssituation im Frühsommer 2021

Der Ausbildungsmarkt ist auch Ende Juni noch in Bewegung und lässt noch keine abschließenden Bewertungen zu. Die von der Bundesagentur für Arbeit (BA) vorgelegten Zahlen weisen 385.000 Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle auf, dies entspricht einem Rückgang von 32.000 gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nach Einschätzung der BA ist dieser Rückgang aber nicht mit einem rückläufigen Interesse von jungen Menschen an der Berufsausbildung gleichzusetzen. Die Pandemie beeinträchtigt nach wie vor die üblichen Zugangswege, somit unterbleiben häufig statistische Meldungen. Den Ausbildungssuchenden stehen 468.000 (-15.000) gemeldete und davon noch 216.000 offene Ausbildungsstellen gegenüber.
Ende Juni waren noch 158.000 Ausbildungsinteressierte unversorgt.

„Vier sind die Zukunft!“
Themenwoche zur Einführung der modernisierten Standardberufsbildpositionen

Standardberufsbildpositionen (SBBP) beschreiben berufsübergreifende Ausbildungsinhalte, die in allen Berufsausbildungen vorkommen und für alle Auszubildenden wichtig sind. Sie wurden im vergangenen Jahr überarbeitet und sind nun in den vier Bereichen
  • „Organisation des Ausbildungsbetriebs, Berufsbildung sowie Arbeits- und Tarifrecht“,
  • „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“,
  • „Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ sowie
  • „Digitalisierte Arbeitswelt“ 
    organisiert.
Ab dem 01. August 2021 sind sie für alle neu geordneten Ausbildungsberufe verpflichtend, der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hat darüber hinaus in seiner Empfehlung 172 angeregt, sie in allen dualen Ausbildungsgängen anzuwenden und hierfür auch Erläuterungen formuliert.
Die Themenwoche des BIBB vom 28.06. bis 01.07.2021 lenkt die Aufmerksamkeit auf die neuen SBBP , die vielfältigen digitalen Veranstaltungen stehen auch über die Woche hinaus auf der Homepage des BIBB zur Verfügung.

Sommer der Berufsbildung

Die Corona-Pandemie hat die Berufsbildung vor große Herausforderungen gestellt, die drastisch rückläufige Zahl der Neuverträge hat neben einer verbreiteten Unsicherheit auch damit zu tun, dass Berufsorientierung nicht mehr im gewohnten Maß funktionierte. Um die Aufmerksamkeit wieder stärker auf die duale Berufsausbildung zu lenken, haben die Partner in der Allianz für Aus- und Weiterbildung zum „Sommer der Berufsbildung“ aufgerufen. Unter dem gemeinsamen Slogan finden zahlreiche Veranstaltungen auf regionaler, Landes- und Bundesebene statt, die junge Menschen und Ausbildungsbetriebe dabei unterstützen, sich gegenseitig zu finden.
Der Sommer streckt sich in diesem Fall bis in den Oktober.

Sommer der Berufsausbildung
Woche der Elternarbeit in der Beruflichen Orientierung

Im Rahmen des „Sommers der Berufsbildung“ hat die BDA gemeinsam mit SCHULEWIRTSCHAFT und der Bundesagentur für Arbeit ein Webinarprogramm erarbeitet, das in der Zeit vom 5.-9. Juli 2021 die Rolle und Bedeutung der Elternarbeit in der Berufsorientierung beleuchtet.
Das Spektrum reicht von wissenschaftlichen Studien bis hin zu praktischen Checklisten.
Ziel ist es, Betriebe und Eltern für ihre Rolle zu sensibilisieren, zu informieren und konkrete Praxishilfen anzubieten. Auch Multiplikatoren wie Lehrkräfte oder die Berufsberatung sind angesprochen.
Weitere Informationen finden sich auf der Homepage von SCHULEWIRTSCHAFT, eine Anmeldung zu den Webinaren ist nicht erforderlich.

"Nutze dein Talent" - Berufsorientierung online
Das Portal der IHK-Organisation

Die Berufsorientierung hat in den vergangenen Monaten erheblich darunter gelitten, dass junge Ausbildungsinteressierte und Ausbildungsunternehmen nur sehr wenige Gelegenheiten hatten, sich und die Berufswelt praktisch kennenzulernen. Kaum Tage der offenen Tür, nur sehr wenige Praktika, fast keine Messen, alles das hat dazu geführt, dass sich auch in diesem Bereich die Onlineangebote entwickelt haben, obwohl virtuell nur ein Teil der Ausbildungs- und Berufsrealität vermittelt werden kann. Auch die Industrie- und Handelskammern bieten ein entsprechendes Angebot für ihre Berufe und präsentieren dies auf einer zentralen Plattform. Unter dem Slogan „Nutze dein Talent“ finden sich Informationen zur dualen Ausbildung und zur Vielfalt der Berufe, ein Tool zur Berufsorientierung sowie der direkte Zugang zur Lehrstellenbörse, um den gewünschten Ausbildungsplatz auch sofort zu finden.

Aus Musterausbildungsordnungen werden
Strukturentwürfe zur Gestaltung von Ausbildungsordnungen

Die zentrale Arbeit des Kuratoriums der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung besteht in der arbeitgeberseitigen Organisation der Prozesse bei der Neuordnung von Ausbildungsberufen und der Begleitung der von den Arbeitgebern benannten Sachverständigen in den Verfahren. Natürlich ist jeder Beruf und somit jedes Verfahren anders, aber es gibt grundlegende Strukturen und „Spielregeln“, die immer gelten. Diese haben wir lange Zeit „Musterausbildungsordnungen“ genannt, bei der Überarbeitung gab es auch einen neuen Namen, heute heißen diese Dokumente „Strukturentwürfe zur Gestaltung von Ausbildungsordnungen“.
Die Strukturverordnungen wurden gemeinsam von den Sozialpartnern und den zuständigen Bundesministerien erarbeitet und finden sich auf der Homepage des KWB.

Weiterbildung

Umsetzungsbericht der Nationalen Weiterbildungsstrategie veröffentlicht

Auch die Mitglieder in der Nationalen Weiterbildungsstrategie haben über ihre Arbeit berichtet und einen Umsetzungsbericht vorgelegt. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und Arbeitgeberpräsident Dr. Rainer Dulger stellten in einer Pressekonferenz gemeinsam den aktuellen Stand der Umsetzung der in der Strategie vereinbarten Maßnahmen vor, berichteten über die Ergebnisse der Themenlabore und richteten den Blick auf die weitere Zusammenarbeit.

Wie geht es weiter mit der Weiterbildung?
IW Köln legt Diskussionspapier vor

In der politischen Debatte wird seit geraumer Zeit eine Diskussion geführt, ob es erforderlich sei, das System der Weiterbildung zu verrechtlichen, ein Weiterbildungsgesetz zu schaffen, Ansprüche zu regeln und die Finanzierung der Weiterbildung auf eine völlig neue Grundlage zu stellen. Die Diskussion um diesen weitgehenden Systemwandel wird in einem Policy Paper des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) beleuchtet.
Hans Peter Klös, der Leiter des Bereichs Wissenschaft im IW, spricht sich zwar grundsätzlich für die aus der Sicht der Wirtschaft bewährte Systematik aus, mit seiner Analyse ist aber eine kritische Überprüfung des Bestehenden und des eventuell Neuen verbunden. Der Autor kommt zu differenzierten Empfehlungen für die unterschiedlichen Qualifikationsniveaus.

Verbandsumfrage zu den Trends in der Weiterbildung
Aktuelle Studie des Wuppertaler Kreis

Die COVID-19-Pandemie hatte erhebliche Auswirkungen für die betriebliche Weiterbildungsbranche. Eine besondere Herausforderung war dabei die mangelnde Planungssicherheit, häufig wechselnden Regelungen sowie kurzfristige Absagen seitens der Unternehmen und/oder der Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben die Planung erheblich erschwert. Fast zwei Drittel der Weiterbildungseinrichtungen mussten zeitweise Kurzarbeit organisieren. Inzwischen hat sich die Stimmung wieder aufgehellt: Für das Jahr 2022 rechnen die Weiterbildungsdienstleister mit steigenden Umsätzen. Der Geschäftslage-Indikator des Wuppertaler Kreises zeigt mit 104 Indexpunkten eine vorsichtig optimistische Einschätzung. Die Weiterbildungsanbieter haben die Zeit der Pandemie genutzt, innovative und digitale Formate zu entwickeln und anzubieten. Die Unternehmen haben weiterhin einen hohen Weiterbildungsbedarf. Veränderte Arbeitsformen wie z.B. Homeoffice und agile Teams stellen dabei hohe Anforderungen an die Flexibilität der Dienstleister. Der Trend geht dahin, dass Weiterbildung am mobilen Arbeitsplatz digital zur Verfügung steht, um die Beschäftigten unmittelbar im Arbeitsprozess zu unterstützen. Die Trendstudie steht auf der Homepage des Wuppertaler Kreis zur Verfügung.

Publikationen

Neue BDA-Broschüre
"Neue digitale Weiterbildungstools in der betrieblichen Praxis -
Trends, Chancen, Hürden"

Auch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hat sich in einer aktuellen Broschüre mit Weiterbildungsfragen beschäftigt. In der online abrufbaren Veröffentlichung beleuchten die Arbeitgeber die neuen digitalen Weiterbildungstools, die in der betrieblichen Praxis genutzt werden, und fragen nach Trends, Chancen und Herausforderungen. Mehrere Beispiele aus der betrieblichen Praxis veranschaulichen die Thematik und geben Tipps und Hinweise für die konkrete Umsetzung.

Ausschreibungen

Azubi des Nordens - jetzt bewerben

Duale Ausbildung im Handel oder im Dienstleistungsbereich trotz Corona geschafft?
Gutes oder sehr gutes Ergebnis erzielt? Etwas mehr als üblich engagiert?
Wer diese drei Fragen mit JA beantworten kann und in einem der nördlichen Bundesländer wohnt, könnte Azubi des Nordens 2021 werden. Die Auszeichnung wird vom AGA Unternehmensverband in Hamburg vergeben und verspricht attraktive Preise. Die Bewerbungsfrist läuft zwar noch bis zum 22. August 2021, aber es schadet ja nicht, sich schon früher zu bewerben, wenn man etwas Besonderes zu bieten hat.

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung e.V.
Simrockstraße 13
53113 Bonn
Deutschland

www.kwb-berufsbildung.de
kwb@kwb-berufsbildung.de
Fon: +49 (0)228 / 91523-0

Vertretungsberechtigte:
N.N., Vorsitzende/r des KWB
Dr. Barbara Dorn (BDA), stellvertretende Vorsitzende des KWB
Dr. Volker Born (ZDH), stellvertretender Vorsitzender des KWB
Jürgen Hollstein (Geschäftsführer)

Eintrag im Vereinsregister:
Registernummer 9503
Amtsgericht Bonn

Redaktion:
Jürgen Hollstein