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KWB-News Aus- und Weiterbildung


01.04.2021

(Berufs)Bildungspolitik

Allianz für Aus- und Weiterbildung
Spitzentreffen Mitte März 2021

Die Allianz für Aus- und Weiterbildung wurde im Sommer 2019 für drei Jahre neu geschlossen, damals konnte niemand ahnen, welche Bedeutung die Allianz durch die Corona-Pandemie erhalten sollte. Mitte März 2021 fand das jüngste Treffen auf der Ebene der Minister und Präsidenten statt, dabei standen ein Austausch zur aktuellen Situation auf dem Ausbildungsmarkt sowie die Verabschiedung einer gemeinsamen Erklärung, die eine Vielzahl an Maßnahmen zur Unterstützung der beruflichen Ausbildung in Zeiten von Corona beinhaltet, auf der Tagesordnung.
Die gemeinsame Aktion konzentriert sich auf drei Handlungsfelder:
  1. Verstärkte Ansprache von Jugendlichen, Unterstützung der beruflichen Orientierung und der Anbahnung von Ausbildungsverträgen
  2. Qualitätssicherung in der Ausbildung und Unterstützung bei der Prüfungsvorbereitung
  3. Unterstützung bei der Bereitstellung von Ausbildungsplätzen
Die Allianz nimmt an mehreren Stellen des Textes auch Bezug auf die Weiterentwicklung des Bundesprogramms Ausbildungsplätze sichern"

Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern"
Verlängerung und Verbesserungen

Das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ wurde im Jahr 2020 in zwei Förderrichtlinien beschlossen. Mit dem Programm unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Ausbildungsbetriebe in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, damit Auszubildende ihre Ausbildung fortsetzen und erfolgreich abschließen können.
Konkret bedeutet dies u.a. Ausbildungs- und Übernahmeprämien sowie Förderung von Auftrags- und Verbundausbildung.
Mit einer weiteren Verlängerung und Weiterentwicklung des Programms wurden einige Anregungen der Arbeitgeber umgesetzt.

"Ausbildung aktuell"
Newsletter der Bundesregierung

Einen guten Überblick über aktuelle berufsbildungspolitische Themen aus der Sicht der Bundesregierung bietet die aktuelle Newsletterausgabe „Ausbildung aktuell“. Neben den jüngsten Beschlüssen zum Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ und der Allianz werden auch weitere berufsbildungspolitische Themen sowie Tipps und Fakten präsentiert.  

Berufsausbildung

Ausbildungsmarkt im Frühjahr 2021

Von Oktober 2020 bis März 2021 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 323.000 Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle. Das waren 46.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. 197.000 Bewerberinnen und Bewerber sind noch unversorgt. Gleichzeitig waren 415.000 Ausbildungsstellen gemeldet, 32.000 weniger als vor einem Jahr. Hier spiegeln sich lt. den Angaben der Bundesagentur für Arbeit die Einschränkungen und Unsicherheiten durch die Pandemie sowie die Transformationsprozesse in der Wirtschaft wider. Von den gemeldeten Ausbildungsstellen waren 260.000 im März noch unbesetzt. Der aktuelle Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist deutlich sichtbar in Ausbildungsberufen bei Unternehmen, die vom Lockdown besonders betroffen sind, wie Nicht-medizinische Gesundheitsberufe, Körperpflege, Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufe oder Berufe in der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung. Überdurchschnittlich weniger Stellen verzeichnen auch Technische Berufe wie Metallberufe, Kfz-Mechatroniker/innen oder Industriemechaniker/innen. Im Unterschied zum allgemeinen Trend ist nur in Verkaufsberufen und in Verkehrs- und Logistikberufen eine leichte Zunahme von gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen zu verzeichnen. Der Ausbildungsmarkt ist im März noch sehr stark in Bewegung; deshalb ist es für eine fundierte Bewertung zu früh.

Online-Befragung zur Aktualität der Ausbilder-Eignungsverordnung
Ihre Meinung ist gefragt!

Auf Weisung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) untersucht das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Rahmen einer Kurzstudie, ob die Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) bzw. Teil IV der Verordnung über die Meisterprüfung im Handwerk (AMVO) sowie der entsprechende Rahmenplan die Herausforderungen betrieblicher Ausbildungsprozesse gegenwärtig noch ausreichend abbilden oder ob gegebenenfalls Modernisierungsbedarf besteht. Ein Element der Untersuchung ist die Befragung relevanter Akteure der beruflichen Bildung. Die Online-Befragung richtet sich an Personalverantwortliche, Ausbildungsleiter/innen, Ausbilder/innen, Ausbildungsberater/innen, Dozent/innen bzw. Bildungsanbieter zur Qualifizierung des Berufsbildungspersonals oder Prüfer/innen im Bereich der AEVO/AMVO. Die Befragung wird durch das Umfragezentrum Bonn durchgeführt und ist bis zum 30. April 2021 erreichbar.

Corona wirkt kreativ
Pandemie bringt neue Berufsprofile hervor

In den vergangenen zwölf Monaten hat sich auch das Arbeits- und Freizeitverhalten grundlegend verändert. Homeoffice und mobiles Arbeiten haben ungeahnte Größenordnungen angenommen, im privaten Bereich gab es eine Rückbesinnung auf lokale und regionale Attraktionen und eine Renaissance des Hobbys. Die Berufsbildung hat diese Entwicklungen aufgegriffen und reagiert mit zeitgemäßen Berufsbildern. Schon bald wird sich im Straßenbild zeigen, dass die Auszubildenden zur Fachkraft für Maskendesign ihre Produkte auf den Markt bringen. "Wir können mehr als nur Weiß und Blau", so ein führender Lobbyist der Textilbranche. Verbandsvertreter aus den Büro- und Medienberufen sehen große Chancen für zukünftige Videokonferenz-Moderatoren, über deren genaue Abschlussbezeichnung jedoch noch Diskussionen geführt werden. Im Freizeitbereich begegnet die Berufsbildung dem massiven Ausbau der wissenschaftlichen Promenadologie mit der Schaffung einer Fachkraft für Flaneurismus. Der neue Beruf wird in den Fachrichtungen „urban“ und „pastoral“ ausgebildet, um den starken lokalen Bezug ausreichend abzubilden.

Handwerkliche Elektroberufe neu geordnet
BIBB bietet Infoveranstaltungen

Die Elektrobranche im Handwerk ist ein moderner und zukunftsorientierter Bereich, diese Entwicklung nahm die Neuordnung der handwerklichen Elektroberufen, die zum 01. August 2021 in Kraft treten werden, auf. Eine komplette Modernisierung erfuhr der Beruf Informations-elektroniker/in, ganz neu erarbeitet wurde der Beruf Elektroniker/in für Gebäudesystemintegration.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) begleitet die Implementierung der neuen Berufsbilder mit einer dreiteiligen Veranstaltungsreihe für Ausbildungspraktiker. Die Online-Veranstaltungen finden am 29. April (Die neuen Berufe des Elektrohandwerks - Kompetenzen für das Handwerk 4.0), am 4. Mai (Fokus Elektroniker/in für Gebäudesystemintegration GSI) und am 6. Mai (Fokus Informationselektroniker/in InfE) jeweils von 14.00 bis 16.00 Uhr statt.
Die Anmeldung erfolgt über das BIBB.

Veranstaltungen

Neues Format des BIBB:
Jahresvorlesung

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) schärft sein wissenschaftliches Profil und hat mit der Jahresvorlesung Berufsbildungsforschung ein neues Format entwickelt.
Mit der Jahresvorlesung wird die bewährte Wissenschafts-Politik-Praxis-Kommunikation weiter ausgebaut. Als Kooperationspartner konnte die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn gewonnen werden. Gemeinsam sollen einmal jährlich Akteure aus allen Bereichen der Berufsbildung zu einem Dialog zusammengeführt werden. Impulsgeber für die Diskussion sind dabei Vorträge renommierter Berufsbildungsforscherinnen und -forscher. 
Mit  Prof. Phillip Brown der Cardiff University – School of Social Sciences und seinem Vortrag „Education, Skills and Work in the Fourth Industrial Revolution“ findet die Jahresvorlesung erstmals am 11. Mai 2021 um 15.00 Uhr in digitaler Form statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Virtuelle Infoveranstaltung zu AusbildungWeltweit

Am 6. Mai 2021 findet die Online-Veranstaltung „Jetzt planen, später umsetzen: Geförderte Auslandsaufenthalte mit AusbildungWeltweit“ statt. Das Team des Förderprogramms informiert dabei unter anderem über alle wichtigen Rahmenbedingungen der Antragstellung und geht auch auf die aktuellen Corona-Bedingungen ein. Förderanträge für Auslandsaufenthalte im Jahr 2022 können bereits dieses Jahr gestellt werden.

KWB-Tagung für kaufmännische Ausbildungsverantwortliche

Unter dem Titel „Ausbilden in herausfordernden Zeiten – Neuer Schwung für Innovation“ wird die KWB-Tagung für kaufmännische Ausbildungsverantwortliche in diesem Jahr am am 18. Mai 2021, erstmals komplett digital stattfinden.
Neben einem Blick in die Shell-Jugendstudie werden anhand von Unternehmensbeispielen neue Technologien und deren Auswirkungen auf zukünftige Kompetenzbedarfe beleuchtet. Fragen zur Azubi-Rekrutierung, betrieblicher und berufsschulischer Ausbildung in Zeiten der Pandemie stehen ebenso auf der Agenda wie aktuelle Berichte aus der kaufmännischen Ordnungsarbeit sowie internationale Aspekte nach dem Brexit. Erste Erfahrungen und weitere Entwicklungen beim IHK-Serviceportal Bildung runden das Programm ab.
Neben vielen Informationen ist auch dafür gesorgt, dass der wichtige Aspekt des Austauschs und der Vernetzung unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht zu kurz kommt.
Das Programm und die Möglichkeit, die Einladung für die kostenfreie Teilnahme an der Tagung anzufordern, finden Sie auf der KWB-Homepage.

Selbsttest und mehr: Gewusst wie
DIHK-Bildungs-GmbH bietet Online-Formate

Covid-19-Schnelltests sind zwischenzeitlich auch in den Unternehmen keine Seltenheit mehr, aber nach wie vor wirft der Themenkomplex Fragen auf. Die Bildungs-GmbH des Deutschen Industrie- und Handelskammertages hat eine Webinar-Reihe gestartet, die aktuelle Fragen aufgreift und beantwortet. Darüber hinaus gibt es Lernvideos für Betriebe und Podcasts mit Erfahrungen und Hinweisen aus der Praxis.

Gute Ideen

Ausbildungsradar
Empfehlen statt absagen

Eine kreative Idee der gegenseitigen Unterstützung hat der Arbeitgeberverband HessenChemie mit einigen Ausbildungsleitern aus Mitgliedsunternehmen auf den Weg gebracht. Gute Ausbildungsplatzbewerberinnen und -bewerber, die ein Unternehmen nicht mehr einstellen kann, weil die eigenen Plätze belegt sind, werden anderen Verbandsmitgliedern weiterempfohlen. So entsteht eine klassische Win-win-Situation, von der die Interessentinnen und Interessenten sowie die Ausbildungsbetriebe profitieren können. Die Idee wurde gemeinsam mit dem Startup Praktikumsjahr GbR als Ausbildungsradar entwickelt. Etwa ein Drittel der ausbildenden Mitgliedsunternehmen haben sich bereits registriert. Das Talent-Sharing-Tool kann auch von anderen Arbeitgeberverbänden und in anderen Regionen eingesetzt werden. So steht auch ChemieNord bereits kurz vor der Einführung.

Ausbildung macht Eltern stolz

Auch für das kommende Ausbildungsjahr gibt es so gut wie keine klassischen Berufsorientierungs-veranstaltungen in Schulen und Betrieben, kaum Praktika und nur wenige analoge Möglichkeiten, junge Ausbildungsinteressierte und Unternehmen miteinander in Kontakt zu bringen.
Umso wichtiger wird die Rolle der Familie und Eltern als „Berufsberater“.  
Dies haben die Kammerorganisationen in Bayern gemeinsam mit dem dortigen Wirtschaftsministerium aufgegriffen und die Initiative „Elternstolz“ gestartet.
Die Homepage informiert rund um die duale Ausbildung und gibt Tipps, wie Eltern ihre Kinder bei der Berufswahl und dem Start in eine Ausbildung unterstützen können.

Berufsorientierung und Ausbildungsplatzsuche digital

Berufsorientierung in Zeiten der Pandemie gestaltet sich schwierig und wirkt sich offenbar negativ auf den Ausbildungsmarkt aus. Wenn Ausbildungsbetriebe und Ausbildungsinteressierte nicht zueinander finden, sich kennenlernen und ausprobieren können, kommt es im Zweifelsfall nicht zu einem Ausbildungsvertrag. Aber auch online ist vieles möglich, zahlreiche Unternehmen sowie Industrie- und Handelskammern haben virtuelle Orientierungsangebote und Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche entwickelt. Einen Überblick bietet eine interaktive Website, die sich an Schülerinnen und Schüler, aber auch an Eltern, Lehrkräfte, Ausbildungsbetriebe und Studienzweifler richtet.
Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschng (BMBF) präsentiert einen informativen Überblick über digitale Berufsorientierungsmöglichkeiten.
Die Bundesagentur für Arbeit bietet mit Check-U ein umfangreiches Tool, um eigene Interessen und Stärken zu ermitteln und den passenden Ausbildungsberuf zu finden.

Medien

Future Skills Report Chemie

Wie leben und arbeiten wir in der Zukunft? Welche Rolle spielen Digitalisierung und andere Megatrends für unsere Arbeit? Wie stellen wir uns am besten auf und was muss man wissen und können?
Beim Blick in die Glaskugel gibt es keine abschließenden „richtigen“ Antworten, aber begründete Vermutungen, Trends und Indikatoren. Für die Chemieindustrie haben der Bundesarbeitgeber-verband Chemie (BAVC) und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) gemeinsam den ersten Future Skills Report Chemie vorgestellt.
Der Bericht beschreibt Kompetenztrends in einer globalen Perspektive und versteht sich als Anregung zum Nachdenken und zur Diskussion.

World Skills Germany feiert Geburtstag

Fast 70 Jahre ist es her, dass sich Deutschland 1953 erstmals in Madrid an dem Internationalen Berufswettbewerb beteiligte, aus dem später die „WorldSkills“ wurden. Mit WorldSkills Germany wurde 2006 ein gemeinnütziger Verein für nationale und internationale Berufswettbewerbe gegründet, der sich zwischenzeitlich weitere Ziele vorgenommen hat. Das breite Spektrum reicht von der Berufsorientierung über didaktische Konzepte zum Lernen im Wettbewerb bis hin zur Weiterbildung von Ausbildungspersonal. Auch Fachthemen wie Digitalisierung in der beruflichen Bildung oder inklusive Ansätze bei den Wettbewerben werden aufgegriffen. Der 15. Geburtstag wurde am 29.03.2021 online gefeiert.

Bildungspraxis beleuchtet Feedback-Kultur

„Nicht geschimpft ist genug gelobt“ – dieser Grundsatz mag vor langer Zeit in der Ausbildung zu hören gewesen sein, aber gut und richtig war er nie. Die jüngste Ausgabe des didacta-Magazins „Bildungspraxis“ widmet sich dem Feedback in der Ausbildung und zeigt auf, wie dies in Präsenz und auf Distanz gut gelingen kann.
Darüber hinaus geht das Heft der Frage nach, wie Ausbildungspersonal und Berufsschullehrkräfte mit dem zweiten Corona-Lockdown umgehen und welche Faktoren dazu beitragen, dass Jugendliche ihre Ausbildung abbrechen.  

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung e.V.
Simrockstraße 13
53113 Bonn
Deutschland

www.kwb-berufsbildung.de
kwb@kwb-berufsbildung.de
Fon: +49 (0)228 / 91523-0

Vertretungsberechtigte:
Christina Mersch (DIHK), Vorsitzende des KWB
Dr. Barbara Dorn (BDA), stellvertretende Vorsitzende des KWB
Dr. Volker Born (ZDH), stellvertretender Vorsitzender des KWB
Jürgen Hollstein (Geschäftsführer)

Eintrag im Vereinsregister:
Registernummer 9503
Amtsgericht Bonn

Redaktion:
Jürgen Hollstein