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KWB-News Aus- und Weiterbildung


01.02.2021

Berufsbildungspolitik

Fachkräftemangel macht sich bei Löhnen und Gehältern bemerkbar

Der zunehmende Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften lässt Löhne und Gehälter steigen – zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) auf der Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA), die den Zeitraum von 2013 bis 2019 analysiert. Zwar profitieren Hochqualifizierte, die deutlich mobiler sind, teilweise mehr von dieser Entwicklung, aber auch Absolventen dualer Ausbildungsberufe verzeichnen höhere Einkommen, wenn sie in besonders gesuchten Bereichen qualifiziert sind.
In jedem Fall lohnt sich aber ein detaillierter Blick auf die Gesamtsituation, die viele Besonderheiten aufweist. Zu diesem Zweck hat das IW eine interaktive Grafik erstellt, die aufzeigt, wie lukrativ die untersuchten 1.286 Berufe sind.

IW-Weiterbildungserhebung 2020

Alle drei Jahre legt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) eine Weiterbildungserhebung vor. Die jetzt veröffentlichte Studie 2020 zeigt, dass sich fast 90% aller Unternehmen in Deutschland in der Weiterbildung engagieren und dafür mehr investieren: sowohl der Zeitanteil als auch die finanziellen Mittel für Weiterbildung haben sich erhöht. Das gesamtwirtschaftliche Investitionsvolumen liegt bei 41,3 Mrd. € und ist damit um rd. 23% gestiegen. Auf jeden Beschäftigten kommen gut 18 Weiterbildungsstunden im Jahr 2019, das ist eine Stunde mehr als drei Jahre zuvor. Pro Mitarbeiter investierten die Unternehmen € 1.236 / Jahr, der Betrag setzt sich fast gleich aus direkten und indirekten Kosten zusammen.
Die Studie empfiehlt, die steuerliche Behandlung von Weiterbildung zu prüfen, um zusätzliche Anreize zu setzen, und die Weiterbildungsberatung zu stärken, um Weiterbildungshemmnisse abzubauen, Menschen und Unternehmen für Weiterbildung zu motivieren und Weiterbildungsbedarfe aufzuzeigen.

Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns auf Praktikumsverhältnisse
Prognos AG legt Studie vor

Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns war umstritten und wird auf ihre Auswirkungen evaluiert. Hierzu hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Prognos AG beauftragt, die Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns auf Praktikumsverhältnisse zu untersuchen.
Ein Ergebnis zeigt, dass das komplexe Regelwerk des Mindestlohngesetzes (MiLoG) auf Arbeitgeberseite in Bezug auf Praktika zu rechtlicher Unsicherheit und Beratungsbedarf geführt hat. Oftmals wurden Praktika so angepasst, dass sie nicht dem MiLoG unterliegen. Tendenziell ist eher eine Verschiebung hin zu nicht-mindestlohnpflichtigen Praktikumsverhältnissen zu verzeichnen, der Wettbewerb um bezahlte Praktika hat zugenommen und die Chancen für Interessenten haben sich eher verschlechtert.
Die Arbeitgeber sprechen sich dafür aus, die gesetzlichen Ausnahmen für Praktika auszuweiten, freiwillige praktische Tätigkeiten sollten mindestens zwölf Monate ausgeübt werden können, ohne dass die Mindestlohnpflicht ausgelöst wird.

Hilfe für die Werkstätten während der Pandemie
Bundesregierung unterstützt

Die Corona-Pandemie zeigt auch erhebliche Auswirkungen auf die Lebens- und Arbeitssituation von Menschen mit Behinderungen. In der Antwort auf eine kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion wird erläutert, dass sich die Bundesregierung ausnahmsweise bereit erklärt, einmalig einen Teil der Kosten für eine Milderung der damit einhergehenden Einnahmeausfälle der Werkstätten zu übernehmen und somit die Arbeitsentgelte der Werkstattbeschäftigten zu sichern. In 2020 verzichtet der Bund auf über 58 Millionen Euro, die dem von ihr verwalteten Ausgleichsfonds aus dem Aufkommen der Ausgleichsabgabe zustehen würden.
Die Antwort führt auch aus, dass Ende 2019 von insgesamt ca. 273.500 Empfängern von Leistungen im Arbeitsbereich anerkannter Werkstätten für behinderte Menschen knapp 67.300 Personen Grundsicherungsleistungen nach dem 4. Kapitel des SGB XII erhielten.

Berufsausbildung

Ausbildungsmarkt auch Anfang 2021 noch in Bewegung

Das sogenannte "5. Quartal" ist eine Besonderheit in der Berufsausbildungsstatistik und betrachtet die Zahlen der Nachvermittlung von Oktober bis Dezember. Im Corona-Jahr 2020 kam diesem Zeitraum eine besondere Bedeutung zu, da die Ausgleichsprozesse auf dem Ausbildungsmarkt deutlich verlangsamt abliefen und rund 12.000 junge Menschen mehr als im Vorjahr auf Ausbildungssuche waren. Unter Berücksichtigung der ebenfalls gestiegenen Stellenangebote standen Ende 2020 73.000 gemeldete Bewerberinnen und Bewerber 72.000 betrieblichen Ausbildungsstellen gegenüber. Der prozentuale Anteil der unversorgten Jugendlichen lag auf Vorjahresniveau. Nach wie vor ist es möglich, Ausbildungsverträge zu schließen, dies kann auch zum Ausbildungsbeginn Anfang 2021 geschehen.
Aktuelle Zahlen und deren Interpretation finden sich in der Monatsstatistik der Bundesagentur für Arbeit.

Tarifliche Ausbildungsvergütungen
Anstieg auch in 2020

Die tariflichen Ausbildungsvergütungen werden jährlich zum 1. Oktober vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ausgewertet. Für das Jahr 2020 wurden somit tarifliche Ausbildungsvergütungen von durchschnittlich 963 € pro Monat ermittelt, dies entspricht einem Mehr von durchschnittlich 2,6 % gegenüber dem Vorjahr. Dass dieser Anstieg schwächer ausfiel als in den Jahren zuvor, hat auf verschiedenste Weise mit der Corona-Pandemie zu tun.
Der Durchschnittswert ist aber wie immer trügerisch, die Branchen und Regionen liegen zum Teil weit auseinander. Mit € 1.076 liegt der Öffentliche Dienst an der Spitze, mehr als € 1.000 erhalten auch die meisten Auszubildenden im Bereich von Industrie und Handel, unter € 900 liegen die Landwirtschaft, die Freien Berufe und das Handwerk. Das Geschlecht der Auszubildenden spielt nur eine geringe eine Rolle, junge Frauen liegen im Schnitt 2 % hinter der Durchschnittsvergütung ihrer männlichen Kollegen. Traditionell steigt die Vergütung im Laufe der Ausbildung, meist um ca. 10 % pro Jahr. Nur etwa 2 % der Auszubildenden liegen unter € 600.

Imagekampagne des Handwerks
Wir wissen, was wir tun

Die Imagekampagne des Handwerks läuft seit einigen Jahren und erfährt eine kontinuierliche Aktualisierung. In der neuesten Auflage sind vier authentische junge Handwerkerinnen und Handwerker auf den bundesweit präsentierten Plakaten zu sehen: Spenglergesellin Luisa Buck aus Calw, Orthopödietechnik-Mechaniker Frank Purk aus Hamburg, Kfz-Mechatronikermeister Franz Rohsmeisl aus Müncheberg sowie Konditormeisterin Laura Schönberger aus Regensburg.
Sie bilden gemeinsam das erste Botschafterteam des Handwerks im laufenden Jahr.
In jeweiligen Mini-Dokus und TV-Spots erzählen sie von ihren Berufen und der Motivation für die Kampagne.

Publikationen

Position – das IHK-Magazin für Berufsbildung

Integration und Digitalisierung sind die Schwerpunktthemen der ersten Ausgabe des IHK-Magazins Position im Jahr 2021. Aber natürlich greift das Magazin auch die aktuelle Corona-Situation auf und stellt beispielsweise dar, wie unternehmensübergreifende Lernnetzwerke in der Berufsausbildung unterstützen können.
Wie immer: zahlreiche Informationen, unterhaltsame Berichte und das eine oder andere Extra gibt es auch…

Nachteilsausgleich für behinderte Auszubildende
Handbuch für die Ausbildungs- und Prüfungspraxis

Bei der Berufsausbildung und insbesondere der Abschlussprüfung von Menschen mit Behinderung nimmt der Nachteilsausgleich eine wichtige Rolle ein. Die zahlreichen Facetten der Thematik wurden 2014 in einem vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) veröffentlichten Handbuch beschrieben und erläutert. Die Publikation wird auch nach sechs Jahren noch häufig nachgefragt und steht auf der Seite des BIBB zum kostenfreien Download bereit.
Da aber auch die Printversion nach wie vor beliebt ist, konnte diese vom neuen Partnerverlag des BIBB neu aufgelegt werden.

Berufsbildung international
Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit und Internationalität – diese beiden zentralen Schlagworte spielen auch für die Berufsausbildung eine wichtige Rolle. In einem neuen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vorgelegten Sammelband werden zahlreiche Beispiele aus aller Welt vorgestellt. Darüber hinaus laden Diskussions- und Forschungsartikel zum Dialog mit Wirtschaft und Wissenschaft. Hierzu gehört bspw. der Beitrag über handwerkliche Berufsausbildung als Grundlage für nachhaltige Entwicklung von Sophia Grunert.

Gute Beratung zahlt sich aus
Junge Geflüchtete profitieren von ganzheitlicher Beratung

Die elementare Wichtigkeit einer fundierten Beratung von jungen Geflüchteten steht im Mittelpunkt einer Studie, die das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gemeinsam mit der Hochschule München und der Universität Rostock vorgelegt hat. Die umfassende Beratung muss an den Bedarfen und der Lebenswelt der Zielgruppe ansetzen, das deutsche Berufsbildungssystem erläutern und Motivation für eine berufliche Ausbildung schaffen. Dies benötigt Vertrauen und vor allem Zeit. Bei Vorliegen der Gelingensvoraussetzungen bestehen gute Chancen auf berufliche Perspektiven in Deutschland.

Ausschreibungen

Nach Brexit:
AusbildungWeltweit fördert Aufenthalte im Vereinigten Königreich

Ab 2021 ermöglicht das Förderprogramm AusbildungWeltweit Auslandsaufenthalte von Auszubildenden, Ausbilderinnen und Ausbildern im Vereinigten Königreich.
Hintergrund ist, dass Großbritannien nicht weiter Programmland bei Erasmus+ ist.
Förderanträge für Auslandspraktika in der Ausbildung können ab sofort bei AusbildungWeltweit eingereicht werden. Die erste Antragsrunde für Aufenthalte bis Mai 2022 läuft bis zum 11. Februar. Da die Aufenthalte weit in der Zukunft liegen, lohnt sich ein Antrag trotz der aktuellen Corona-Lage.
Die nächste Antragsfrist für Aufenthalte bis zum 30. September 2022 ist der 17. Juni 2021.

Gold für Azubi-Projekte

Jetzt bewerben! In diesem Jahr ist er erneut ausgeschrieben: der Azubi-Sonderpreis der Goldenen Hand. Teilnehmen können Auszubildende im Einzelhandel, Großhandel und in der Warenlogistik, die Ideen für sichere und gesunde Arbeitsplätze entwickelt haben. Die Bewerbungsfrist endet am 31.03.2021. Das Engagement des Nachwuchses ist dabei eine Chance für alle: Denn die jungen Menschen haben einen frischen Blick auf Arbeitsschutzthemen und neue Herangehensweisen, die allen im Unternehmen zugutekommen können. Das soll belohnt werden! Gewinnen Sie mit ihren innovativen und kreativen Einreichungen den Präventionspreis der Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik (BGHW) „Die Goldene Hand“. Los geht’s!

Veranstaltungen

KWB-Ausbildungsleitertagung 2021
Frühjahrstagung in Bonn oder als virtuelles Format

Nachdem im vergangenen Jahr beide KWB-Tagungen ausfallen mussten, planen wir zuversichtlich für 2021. Die Frühjahrsveranstaltung mit kaufmännischen Ausbildungsverantwortlichen wird im Mai 2021 in Kooperation mit der Kreissparkasse Köln und dem Sparkassen- und Giroverband stattfinden. Ob – wie präferiert – am 18./19.05.2021 in Bonn oder als virtuelles Format kann derzeit noch nicht abschließend beurteilt werden. Inhaltlich ist eine Präsentation der verzahnten Ausbildung, Fortbildung und Studium bei der Sparkassenorganisation ebenso geplant wie unterschiedliche Workshops zu den Erfahrungen des Ausbildens unter den Bedingungen der Pandemie. Darüber hinaus gibt es auf der Grundlage der Shell-Jugendstudie einen Blick auf die Kolleginnen und Kollegen von morgen. Die Programmdetails sind noch in Arbeit.
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des KWB – die Einladungen folgen im Frühjahr. Eine Vormerkung für die Einladung ist auf der Homepage möglich.

Hochschultage Berufliche Bildung 2021 auf 2023 verschoben

Die für März 2021 in Bamberg geplanten 21. Hochschultage Berufliche Bildung fallen der Corona-Pandemie zum Opfer und werden um gleich zwei Jahre auf den 20. – 22. März 2023(!) verschoben.
Die Organisatoren verweisen auf die bis zu 18monatige Vorbereitungszeit, die nach wie vor bestehende Unsicherheit bei der Planung einer Großveranstaltung mit über 1.000 Teilnehmern und die zu erwartende Termindichte im Jahr 2022.
Überlegungen, die Hochschultage als Online- oder Hybridveranstaltung zu organisieren, wurden verworfen, um den persönlichen Austausch zwischen Praxis, Wissenschaft und Bildungspolitik auch weiterhin unmittelbar zu ermöglichen. Die fachliche Diskussion soll jedoch im Rahmen einer dezentralen, hybriden Veranstaltung zur Beruflichen Bildung im Herbst/Winter 2021 fortgeführt werden.

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung e.V.
Simrockstraße 13
53113 Bonn
Deutschland

www.kwb-berufsbildung.de
kwb@kwb-berufsbildung.de
Fon: +49 (0)228 / 91523-0

Vertretungsberechtigte:
Christina Mersch (DIHK), Vorsitzende des KWB
Dr. Barbara Dorn (BDA), stellvertretende Vorsitzende des KWB
Dr. Volker Born (ZDH), stellvertretender Vorsitzender des KWB
Jürgen Hollstein (Geschäftsführer)

Eintrag im Vereinsregister:
Registernummer 9503
Amtsgericht Bonn

Redaktion:
Jürgen Hollstein