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KWB-News Aus- und Weiterbildung


17.12.2020

Berufsbildungspolitik

Zukunft sichern durch Ausbildung heute! 
BDA und DGB appellieren gemeinsam

Die Corona-Krise hat sich auch am Ausbildungsmarkt niedergeschlagen (s.u.), das Angebot der Unternehmen ist nach wie vor hoch, aber junge Menschen zögern, ob sie sich für eine duale Ausbildung entscheiden sollen. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger und der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann haben sich in einem gemeinsamen Appell an die Zielgruppe gewandt und sie ermutigt, auch jetzt noch aktiv nach einem Ausbildungsplatz Ausschau zu halten und in die Berufsausbildung einzusteigen. Lehrerinnen und Lehrer, aber auch Eltern können dabei unterstützen. Die Unternehmen werden aufgerufen sich weiter aktiv einzubringen.

Ausbildungsplätze sichern
Förderprogramm wurde nochmals angepasst

Das Programm "Ausbildungsplätze sichern" der Bundesregierung unterstützt Ausbildungsbetriebe in der aktuellen Corona-Krise. Nach den beiden ersten Förderrichtlinien aus dem Sommer und Herbst 2020 wird jetzt nochmals nachgeschärft.  
Die Fördervoraussetzungen für die Ausbildungsprämien werden erleichtert, außerdem werden Übernahmeprämien und Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung bis Mitte 2021 verlängert. Neu ist auch, dass künftig alle Unternehmen - unabhängig von ihrer Größe - eine Prämie erhalten können, wenn sie Auszubildende aus insolventen Betrieben übernehmen.
Die Änderungen traten am 11. Dezember 2020 in Kraft. Interessenten können die Förderung
– auch rückwirkend zu den verbesserten Konditionen – bei den Agenturen für Arbeit beantragen.

Ehrenamt meistert Prüfungen "in bewundernswerter Weise"
Bundesminister und Verbandspräsidenten danken für besonderen Einsatz

Fast 400.000 junge Menschen haben im vergangenen Jahr ihre berufilche Abschlussprüfung bei einer Industrie- und Handels- (IHK) oder einer Handwerkskammer abgelegt. Neben diesen beiden größten Kammerorganisationen sind auch weitere Kammern im Prüfungswesen aktiv. Aber nicht nur die Zahl der Prüfungsteilnehmer ist beeindruckend, dahinter steht eine umfassende Organisation und eine große Zahl von ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfern – im Bereich der IHK-Organisation sind dies mehr als 150.000, die sich jedes Jahr aufs Neue engagieren.
Für den Kraftakt, den die Prüfungsausschüsse in den IHKs und den Handwerkskammern hierfür geleistet haben, danken die Verbandspräsidenten Eric Schweitzer (Deutscher Industrie- und Handelskammertag) und Hans Peter Wollseifer (Zentralverband des Deutschen Handwerks) sowie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in einem gemeinsamen Brief.

Kleinbetriebe stellen Löwenanteil der Prüferinnen und Prüfer
BIBB-Analyse zum Umfang betrieblicher Freistellung für Prüfungstätigkeiten

Auf der Basis einer repräsentativen Befragung hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erstmals den Aufwand der Betriebe für die Freistellung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für Prüfungstätigkeiten ermittelt. Im untersuchten Ausbildungsjahr 2017/2018 lag dieses Engagement bei rund 3,4 Millionen Stunden. Die hierfür anfallenden Investitionen für die Gesamtwirtschaft belaufen sich hochgerechnet auf rund 80 Millionen Euro.  
In seiner aktuellen Erhebung zu Kosten und Nutzen der betrieblichen Ausbildung stellte das BIBB erstmalig auch Fragen zur Freistellung von Beschäftigten für Prüfungstätigkeiten. Dabei zeigte sich, dass Kleinbetriebe, insbesondere im Handwerk, bei der Freistellung für Prüfungstätigkeiten mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil engagiert sind. Betriebe mit weniger als neun Beschäftigten (1,25 Stunden pro Mitarbeiter/-in) und Betriebe aus dem Handwerk (1,27 Stunden) bringen sich deutlich stärker ein als der Durchschnitt aller Ausbildungsbetriebe (0,78 Stunden).
Die Bereiche Industrie und Handel (über 1,5 Millionen Stunden) und das Handwerk (knapp 1,4 Millionen Stunden) liegen fast gleichauf. Wenn man die ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfer durch hauptamtliche ersetzen wollte, bräuchte man mehr als 2.000 Personen.
Weitergehende Informationen finden sich in der aktuellen Ausgabe der BIBB-Fachzeitschrift „Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis – BWP“.

InnoVet
Ministerin trifft die Projekte

2019 startete das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seinen Innovationswettbewerb InnoVET für eine exzellente berufliche Bildung.
Ziel des ambitionierten Projekts ist es, Attraktivität, Qualität und Gleichwertigkeit der beruflichen Bildung zu steigern und neue Lernortkooperationen zu initiieren. Im Herbst 2020 starteten 17 sorgfältig ausgewählte Projekte und erproben mit einer maximalen Förderzeit von 48 Monaten ihre Konzepte. Die Gesamtfördersumme des Projekts liegt bei stolzen 82 Millionen Euro. Bundesministerin Anja Karliczek informierte sich in einer ersten virtuellen Begegnung über einige der Vorhaben, bei denen es u.a. um aktuelle Mikro- und Nanotechnologie, innovative Exzellenzqualifikationen im Handwerk und die Qualitätssicherung hybrider Ausbildungsformate ging.

Zahlen, Daten, Fakten
IHK-Organisation aktualisiert das Transparenzportal

Aus- und Weiterbildung sind wahrlich nicht die einzigen Themen der Industrie- und Handelskammern zwischen Flensburg und Füssen, aber beide Themenkomplexe gehören zu den zentralen Aufgaben und nehmen breiten Raum im Transparenzportal der IHK-Organisation ein.
Die gut gestaltete Seite bietet umfassende Zahlen, Daten und Fakten zu allen Aufgabenbereichen der IHK und liefert Zahlen über Ausbildungsverhältnisse, Prüfungen, Zertifikate und vieles mehr.

Berufsausbildung

Ausbildungsjahr 2020
Corona hinterlässt Spuren

Der Ausbildungsmarkt hat unter der Corona-Pandemie gelitten, das war zu erwarten und wird jetzt in den Analysen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) mit konkreten Zahlen untermauert. Ausbildungsnachfrage und Ausbildungsangebot sanken um knapp 9 Prozent. In der Folge sank auch die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge und lag mit 467.500 um 11 Prozent unter dem Vorjahr. Erstmals starteten weniger als 500.000 junge Menschen in eine duale Berufsausbildung. Als eine von mehreren Erklärungen wird die Schwierigkeit gesehen, Berufsorientierung in der Pandemie umzusetzen und Ausbildungsmessen, Jobbörsen sowie Betriebspraktika zu realisieren.
Aber Corona ist nicht der einzige Grund für diese Entwicklungen und es gibt vereinzelt sogar gegenläufige Beispiele.
BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser nimmt schon das nächste Ausbildungsjahr in den Blick: „Es muss daher alles dafür getan werden, dass sich die im Zusammenhang mit der Pandemie entstandene Verunsicherung nicht chronisch verfestigt. Das laufende Ausbildungs- und Vermittlungsjahr wird allein schon deshalb erneut äußerst schwierig werden.“

Neue Standardberufsbildpositionen veröffentlicht
Überarbeitung und Aktualisierung

Standardberufsbildpositionen beschreiben Kompetenzen und Qualifikationen, die grundsätzlich in allen Ausbildungsberufen von Bedeutung sind und vermittelt werden. In einem aufwendigen Prozess wurden sie unter Beteiligung der Sozialpartner überarbeitet, aktualisiert und erweitert.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat diese gemeinsam mit einer praktischen Umsetzungshilfe jetzt auf seiner Homepage veröffentlicht. Die modernisierten Standardberufsbildpositionen werden für jedes Neuordnungsverfahren, das ab Sommer 2021 in Kraft tritt, rechtsverbindlich. Darüber hinaus empfiehlt der Hauptausschuss des BIBB, die Neuerungen auch schon jetzt in den bestehenden Ausbildungsberufen zu berücksichtigen und umzusetzen. Die Berufsbildpositionen definieren Mindestanforderungen und die Inhalte sind während der gesamten Ausbildung zu vermitteln. Die Standardberufsbildpositionen umfassen vier Bereiche:

- Organisation des Ausbildungsbetriebes, Berufsbildung sowie Arbeits- und Tarifrecht
- Sicherheit und Gesundheit der Arbeit
- Umweltschutz und Nachhaltigkeit (erweitert)
- Digitalisierte Arbeitswelt (neu)

Die Besten der Besten
15. nationale DIHK-Bestenehrung digital

Die Auszeichnung der besten Prüfungsabsolventen hat in der Welt der Industrie- und Handelskammern Tradition; Ende 2020 würdigte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) bereits zum 15. Mal auf nationaler Ebene die Top-Absolventen seiner Ausbildungsberufe. Corona-bedingt fand die Ehrung 2020 erstmals rein digitaler Form statt. An der Spitze der Gratulanten standen Bundeskanzlerin Angela Merkel und der DIHK-Präsident Eric Schweitzer, ergänzt wurden sie durch zahlreiche Prominente aus unterschiedlichen Bereichen.
Zur Tradition gehört auch, dass die Veranstaltung – analog oder digital – von Barbara Schöneberger moderiert wird.
Die Ausgezeichneten, von denen die meisten aus Nordrhein-Westfalen (41), Bayern (40) und Baden-Württemberg (29) kamen, nutzten die Gelegenheit für spannende Einblicke in ihre Ausbildungsberufe und Tätigkeiten. Insgesamt gab es 207 Bundesbeste in 203 Ausbildungsberufen.
In vier Ausbildungsberufen – Fluggerätelektroniker/-in, Industriemechaniker/-in, Koch/Köchin sowie Verkäufer/-in – erzielten jeweils zwei Beste bei den Prüfungsergebnissen die exakt gleiche Punktzahl.

Ausbilden in Corona-Zeiten
Filmbeitrag des BIBB gibt Tipps

Abstand halten, Hygiene, Maske tragen – das sind die Klassiker in der Corona-Vorsorge, aber in der betrieblichen Ausbildung stellen sich zahlreiche weitere Fragen.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat dies aufgegriffen und zeigt in einem kleinen Film, wie Unternehmen diese Herausforderungen annehmen, welche Erfahrungen sie gemacht haben und welche Tipps sie weitergeben können.
Neben Ausbildern und Auszubildenden kommen u.a. auch Arbeitsmediziner und Kammervertreter zu Wort.

Weiterbildung

Wer E-Learning kennt, tut sich leichter
IW-Weiterbildungserhebung 2020

Viele Unternehmen stehen in der Corona-Pandemie vor neuen großen finanziellen oder sogar existenziellen Problemen; aber auch die alten Herausforderungen, so etwa die Fachkräftesicherung, sind nach wie vor akut. In der 10. Weiterbildungserhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die alle drei Jahre die Befragungsergebnisse von mehr als 1.300 Unternehmen auswertet, geben mehr als 80 % der Betriebe an, dass es für die Fachkräftesicherung sehr wichtig ist, qualifizierte Mitarbeiter auch in der Krise zu halten. Viele nutzen daher die Gelegenheit, ihre Fachkräfte gezielt weiter zu qualifizieren, um gestärkt aus der Krise hervor zu kommen. Oftmals ist jetzt auch die erforderliche Zeit vorhanden, das Instrument der Kurzarbeit hat sich dabei als vorteilhaft erwiesen. Wenig erstaunlich ist, dass diejenigen besser aufgestellt waren, die bereits Erfahrung mit selbstgesteuertem und / oder „digitalem“ Lernen gemacht hatten.

Publikationen

Hablamos espagnol
Deutsch-spanisches Vademecum für die Berufsbildung

Eine Terminologiesammlung mit deutschen und englischen Berufsbildungsbegriffen existiert auf der Homepage des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) schon länger, jetzt wurde das Angebot um spanische Vokabeln erweitert.
Die Publikation erleichtert Berufsbildungsfachleuten die konzeptionelle Klärung von Fachbegriffen und die Kommunikation mit Vertreterinnen und Vertretern aus spanischsprachigen Ländern.

Neue SCHULEWIRTSCHAFT-Website

Das bundesweite Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT bringt Schulen und Unternehmen vor Ort partnerschaftlich zusammen, um jungen Menschen den Weg in die Arbeitswelt zu erleichtern.
In fast 400 regionalen Netzwerken und Arbeitskreisen in allen Bundesländern wird eine praxisnahe Berufsorientierung umgesetzt. Alle Informationen über SCHULEWIRTSCHAFT finden sich auf der völlig neu gestalteten Homepage.
Schulen und Betriebe erhalten Materialien, Handreichungen und best-practice-Beispiele, die die Arbeit vor Ort erleichtern.

Berufsorientierung: "Eltern ins Boot holen"

Väter und Mütter sind bei der beruflichen Orientierung nach wie vor die wichtigsten „Influencer“ für junge Erwachsene. Dabei spielen die eigenen Erfahrungen bei Ausbildung und Berufstätigkeit eine große Rolle, gleichzeitig stehen sie durch die schnellen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und die große Vielfalt der Optionen vor immer neuen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund haben sich SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland und die Bundesagentur für Arbeit gemeinsam die Aufgabe gestellt, Eltern noch besser in das Thema der beruflichen Orientierung ihrer Kinder einzubeziehen, und dazu eine Handreichung entwickelt. 
Neben Eltern finden auch Lehrkräfte und Unternehmensvertreter in den Informationen, den Checklisten und den Best-practice-Berichten eine praktische Unterstützung.

Auszeichnungen

SCHULEWIRTSCHAFT-Preis 2020

Der in Kooperation mit dem Bundeswirtschaftsministerium vergebene SCHULEWIRTSCHAFT-Preis bietet drei verschiedenen Bereiche. In der Kategorie „SCHULEWIRTSCHAFT-Unternehmen“ werden Unternehmen für ihr besonderes Engagement an der Schnittstelle zwischen Schule und Arbeitswelt ausgezeichnet. Die Kategorie „SCHULEWIRTSCHAFT-Starter“ prämiert Betriebe, die sich für die beruflichen Perspektiven junger Erwachsener einsetzen und ihre Mitarbeit im Netzwerk planen; unter „Lehr- und Lernmedien zur ökonomischen Bildung“ werden Lernmaterialien ausgezeichnet, die Verständnis und Begeisterung für ökonomische Zusammenhänge wecken.
Impressionen von der Preisübergabe und den Preisträgern finden sich auf der Homepage und bei Youtube.

Ausschreibungen

Inklusionspreis für die Wirtschaft 2021:
Bewerbungsphase gestartet

Der Inklusionspreis für die Wirtschaft ist eine wichtige Auszeichnung für herausragende Beispiele unternehmerischer Praxis bei der Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen, die zum Nachahmen einladen. Initiatoren des Preises sind die Bundesvereinigung  der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), das UnternehmensForum, die Bundesagentur für Arbeit und die Charta der Vielfalt, die Schirmherrschaft liegt traditionell beim Bundesarbeitsminister. Für die Preisvergabe 2021 können Unternehmen bis zum 31.03.2021 vorgeschlagen werden oder sich selbst bewerben. 

Zu guter Letzt 

Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr

Das Jahr 2020 war ein sehr ungewöhnliches Jahr und hat uns allen viel abverlangt. Gemeinsam hoffen wir für 2021 wieder auf etwas mehr Normalität, mehr persönliche Begegnungen sowie wieder den direkten und unmittelbaren Austausch
- im Beruf, in der Freizeit und in der Familie. 

Gleichzeitig haben wir in den vergangenen Monaten im Schnellkurs viel gelernt und vor allem die Digitalisierung im Alltag hat eine gewaltige Beschleunigung erfahren.

Selbstverständlich bleibt auch hier noch eine Menge zu tun, zu investieren und zu lernen. Einiges von dem, was wir erfahren haben, werden wir auch in Zukunft nutzen, an anderer Stelle werden wir recht schnell wieder in die "Vor-Corona-Zeit" zurückkehren. 

Entscheiden Sie für sich und Ihren Bereich, was Sie beibehalten, was Sie verändern, was Sie rückgängig machen wollen.  

Das gesamte KWB-Team wünscht Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit,
ein frohes Fest und einen guten Start in das neue Jahr 2021,
von dem wir uns alle so viel erhoffen.


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Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung e.V.
Simrockstraße 13
53113 Bonn
Deutschland

www.kwb-berufsbildung.de
kwb@kwb-berufsbildung.de
Fon: +49 (0)228 / 91523-0

Vertretungsberechtigte:
Dr. Barbara Dorn (BDA), Vorsitzende des KWB
Sven-Uwe Räß (Gesamtmetall), stellvertretender Vorsitzender des KWB
Dr. Volker Born (ZDH), stellvertretender Vorsitzender des KWB
Jürgen Hollstein (Geschäftsführer)

Eintrag im Vereinsregister:
Registernummer 9503
Amtsgericht Bonn

Redaktion:
Jürgen Hollstein