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KWB-News Aus- und Weiterbildung


01.12.2020

Berufsbildungspolitik

Bundeskanzlerin im Gespräch mit Auszubildenden:
"Deutschland kann auf Sie bauen."

In einem virtuellen Bürgerdialog mit Auszubildenden und Ausbildern hat die Bundeskanzlerin an junge Leute appelliert, auch unter besonderen Bedingungen in Corona-Zeiten auf eine berufliche Ausbildung zu setzen. "Für mich ist eine Berufsausbildung gleichwertig mit einem Studium", erklärte Merkel. Die Kanzlerin machte deutlich, warum ihr der Dialog mit den Auszubildenden so wichtig ist. Das Corona-Virus verlange allen eine Menge ab. Aber den Lehrlingen umso mehr.
"Sie sind in einer entscheidenden Phase ihres Lebens, gucken auf ihre Zukunft und darauf, was sie gerade lernen oder eben nicht lernen", betont Merkel mit Blick auf Einschränkungen in den Firmen und den Berufsschulen. Und die jungen Leute, die im Moment eine Ausbildungsstelle suchen, hätten es wegen der Unsicherheit durch die Pandemie im Moment noch schwerer.
Impressionen aus dem Gespräch mit insgesamt 18 Auszubildenden finden Sie hier.

Europäische Werte werden durch Bildung vermittelt
EU-Bildungsminister für einen Europäischen Bildungsraum

Eine informelle Videokonferenz bildete sitzungstechnisch den Abschluss der deutschen Ratspräsidentschaft für die EU-Bildungsministerinnen und -minister. Im Mittelpunkt des virtuellen Treffens stand die Debatte zur Schaffung eines Europäischen Bildungsraums sowie ein Überblick über den Verhandlungsstand zu einzelnen Bildungsdossiers, allen voran Erasmus+. Zuvor war die Osnabrücker Erklärung zur Zukunft der Berufsbildung angenommen worden. Nach Einschätzung der deutschen Bildungsministerin Anja Karliczek unterstreicht die Osnabrücker Erklärung „den Beitrag der Berufsbildung zur ökonomischen Erholung nach der COVID-19-Krise und zur Gestaltung einer digitalen und umweltfreundlichen Zukunft.“
Die europäischen Bildungsminister haben außerdem eine Ratsempfehlung zur beruflichen Bildung verabschiedet. Damit werden die Weichen gestellt, durch die jeder Einzelne zeitgemäß auf den Arbeitsmarkt vorbereitet wird, durch z.B. flexible Aus- und Weiterbildung und eine Anpassung an digitalere und ökologischere Wirtschaft.

BMBF unterstützt Betriebe bei der Übernahme von Auszubildenden 

Seit August erhalten Betriebe bei Erhalt oder Erhöhung ihres Ausbildungsniveaus Ausbildungsprämien im Rahmen des Bundesprogramms "Ausbildungsplätze sichern".
Nun kommt eine weitere Leistung hinzu:
Seit Anfang November können kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) oder überbetriebliche Berufsbildungsstätten eine Prämie für Auftrags- oder Verbundausbildungen beantragen. Dies ist der Fall, wenn sie wegen der Corona-Pandemie vorübergehend Auszubildende übernehmen, die ihre Ausbildung nicht im eigenen Betrieb beginnen oder weiterführen können.

MINT-Herbstreport 2020

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erstellt halbjährlich im Frühjahr und Herbst im Auftrag von BDA, BDI, Gesamtmetall und der Nationalen Initiative "MINT Zukunft schaffen" ein MINT-Reporting zu Angebot und Nachfrage auf dem MINT-Arbeitsmarkt sowie Kennzahlen zur MINT-Bildung.
In der Herbst-Ausgabe 2020 wird erkennbar, dass die Corona-Krise zwar aktuell deutliche Spuren auf dem MINT-Arbeitsmarkt hinterlassen hat, langfristig der Bedarf an MINT-Fachkräften aber erheblich steigen wird. Handlungsoptionen werden vor allem im Bildungssystem gesehen.
Hier geht es zum einen darum, die Digitalisierung in Bildungseinrichtungen zügig umzusetzen, dazu gehören die erforderliche Ausstattung, Lehr- und Lernkonzepte und Fortbildungen für die Lehrenden. Zum anderen muss verstärkt auf die Bedeutung von MINT und die Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten in MINT-Berufen hingewiesen werden.

„Higher up! VET Excellence for Green and Digital Transitions"
Neue Impulse für Berufsbildung der Zukunft

Die langfristigen Planungen für die europäische Berufsbildungskonferenz hatten ganz anders ausgesehen, aber auch unter Corona-Bedingungen konnte sich der internationale Austausch von hochrangigen Berufsbildungsakteuren als virtuelles Format sehen lassen. Im Mittelpunkt standen die Themen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Exzellenz und die Frage nach einer widerstandsfähigen und zukunftssicheren Berufsbildung. Die Veranstaltung war Mitte November eingebettet in die Europäische Woche der Berufsbildung, die gemeinsam von der Europäischen Kommission und dem vorsitzenden Land des Europäischen Rates jährlich in der zweiten Jahreshälfte durchgeführt wird. Ziel ist es, die Attraktivität der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu verbessern. In ganz Europa werden auf allen Ebenen Veranstaltungen zur beruflichen Bildung organisiert, die in diesem Jahr unter dem Motto #DiscoverYourTalent stand.

EU-Jugendgarantie aktualisiert und erneuert

Die Jugendarbeitslosigkeit in Europa bereitet in vielen Mitgliedsländern Sorgen, auch die Europäische Gemeinschaft beschäftigt sich seit längerer Zeit mit der Thematik. Ende Oktober hat der Rat der EU einstimmig im schriftlichen Verfahren die Empfehlung „Eine Brücke ins Arbeitsleben - Stärkung der Jugendgarantie“ angenommen. Der Empfehlungstext wurde Anfang November im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Dadurch wird die bisherige Empfehlung des Rates vom April 2013 zur Einführung einer Jugendgarantie ersetzt.
Die Ratsempfehlung wiederholt die Aufforderung an die Mitgliedsstaaten, jungen Menschen innerhalb von vier Monaten nach Arbeitslosigkeit oder Abschluss der formalen Bildung ein Beschäftigungs-, Praktikums-, Ausbildungs- oder Weiterbildungsangebot zu machen.
Im Unterschied zur bisherigen Ratsempfehlung wurde die Altersobergrenze für junge Menschen von 24 auf 29 Jahre angehoben.

WorldSkills 2021 finden nicht statt
Verschiebung auf 2022

Im September 2021 wäre es wieder soweit gewesen: junge Fachkräfte aus der ganzen Welt wollten sich in Shanghai zu den WorldSkills 2021, der „Berufe-Weltmeisterschaft“ treffen.
Ebenso wie die EuroSkills, die in diesem Jahr in Graz (Österreich) hätten stattfinden sollen, werden auch die WorldSkills nicht wie geplant durchgeführt werden. Um eine langfristige Vorbereitung zu ermöglichen, wird jetzt in Absprache mit allen Partnern ein Termin im Herbst 2022 ins Auge gefasst. Damit wird sich auch die weitere Planung, so etwa die WorldSkills 2024 in Lyon, um ein Jahr verschieben.
In Deutschland war die Berufe-Weltmeisterschaft zuletzt 2013 in Leipzig zu Gast.

Berufsausbildung

Ausbildungsmarkt im November 2020

Auf dem Ausbildungsmarkt läuft derzeit die Phase der Nachvermittlung. In den beiden letzten Monaten waren 61.000 junge Menschen auf der Suche nach einem sofortigen Ausbildungsbeginn, dies sind coronabedingt rund 11.000 mehr als im Vorjahr. Dem standen 70.000 gemeldete betriebliche Ausbildungsstellen gegenüber, 8.000 mehr als im vergangenen Jahr.
Detailliertes Zahlenmaterial stellt die Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung.

Was brauchen wir im digitalen Wandel?
IW befragt Ausbildende und Berufsschullehrer

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) führt aktuell zwei Befragungen im Rahmen des Projekts NETZWERK Q 4.0 durch. Ziel des Projekts ist es, das Berufsbildungspersonal fit für den digitalen Wandel zu machen. Das IW erarbeitet dazu gemeinsam mit den Bildungswerken der Wirtschaft regional- und branchenspezifische Weiterbildungsformate für Ausbilderinnen und Ausbilder sowie weitere Lehrende in der Berufsausbildung. Eine Befragung richtet sich an Ausbilderinnen und Ausbilder, die andere an Berufsschullehrkräfte. Ziel der Online-Befragung ist zu ermitteln, welche Veränderungen es in der beruflichen Ausbildung im Zuge der Digitalisierung bereits gab bzw. welche sich zukünftig abzeichnen.

Details zur Jugendarbeitslosigkeit
Anfrage im Deutschen Bundestag

Eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag liefert interessante Zahlen zur Entwicklung der Arbeitslosenquote unter jungen Menschen. Während 2013 im Jahresdurchschnitt noch 5,9 Prozent der Unter-25-Jährigen arbeitslos gemeldet waren, sank dieser Anteil bis 2019 auf 4,4 Prozent. Neben der guten Wirtschaftslage gilt auch das System der dualen Berufsausbildung als Grund für die im internationalen Vergleich relativ niedrigen Zahlen. Im laufenden Jahr hat die Corona-Krise die Jugendarbeitslosigkeit allerdings wieder ansteigen lassen, dies ist den Monatswerten zu entnehmen, im August 2020 lag die Quote bei 6,8 Prozent.

GIZ-Projekt vermittelt Auszubildende aus Ecuador

Das Projekt „Partnerschaftliche Ansätze für entwicklungsorientierte Ausbildungs- und Arbeitsmigration“ (PAM) der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat sich zum Ziel gesetzt, deutsche Unternehmen durch junge Erwachsene aus Ecuador zu unterstützen.
Das südamerikanische Land verfügt bereits über eine mehrjährige Erfahrung im Bereich der dualen Berufsausbildung.
Bei PAM steht die Ausbildung zum Industriemechaniker oder Elektroniker für Betriebstechnik im Mittelpunkt. Die Initiative kümmert sich um die Vorauswahl geeigneter Bewerber, die sprachliche und kulturelle Vorbereitung, unterstützt bei administrativen Schritten und begleitet die Beteiligten während der Ausbildung. Eine Informationsveranstaltung hat bereits Ende November 2020 stattgefunden, bei Interesse ist das Projekt unter pam@giz.de zu erreichen.

Weiterbildung

Bachelor - und Master Professional
Erste Fortbildungsordnungen angepasst

Das seit Anfang 2020 gültige neue Berufsbildungsgesetz hat die Fortbildungsstufen neu definiert und u.a. die Abschlussbezeichnungen Bachelor Professional und Master Professional eingeführt. Um dies in der Praxis konkret umzusetzen, müssen die bestehenden Fortbildungsordnungen angepasst werden. In einem intensiven Prozess gelang dies nun für acht Verordnungen, die Mitte November im Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) gebilligt wurden. Die zukünftigen Absolventen der nachstehenden Fortbildungsabschlüsse können auch den Titel des Bachelor - bzw. Master Professional führen:
  • Geprüfter Bilanzbuchhalter und Geprüfte Bilanzbuchhalterin –
    Bachelor Professional in Bilanzbuchhaltung
  • Geprüfter Fachwirt für Einkauf und Geprüfte Fachwirtin für Einkauf –
    Bachelor Professional in procurement
  • Geprüfter Betriebswirt nach dem Berufsbildungsgesetz oder Geprüfte Betriebswirtin nach dem Berufsbildungsgesetz –
    Master Professional in Business Management nach dem Berufsbildungsgesetz
  • Geprüfter Kaufmännischer Fachwirt nach der Handwerksordnung und Geprüfte Kaufmännische Fachwirtin nach der Handwerksordnung –
    Bachelor Professional für Kaufmännisches Management nach der Handwerksordnung
  • Geprüfter Industriemeister – Fachrichtung Printmedien oder Geprüfte Industriemeisterin – Fachrichtung Printmedien –
    Bachelor Professional in Print
  • Geprüfter Medienfachwirt oder Geprüfte Medienfachwirtin –
    Bachelor Professional in Media
  • Geprüfter Restaurator im Handwerk oder Geprüfte Restauratorin im Handwerk –
    Master Professional für Restaurierung im Handwerk
  • Geprüfter Meister für Veranstaltungstechnik oder Geprüfte Meisterin für Veranstaltungstechnik –
    Bachelor Professional für Veranstaltungstechnik.

Die neuen Verordnungen sollen voraussichtlich im Dezember 2020 veröffentlicht werden.   Mit den neuen Begriffen soll die Gleichwertigkeit von Beruflicher und akademischer Bildung signalisiert werden.

Gleichzeitig hat der Hauptausschuss eine Empfehlung verabschiedet, wie mit den im BBiG erstmals quantifizierten Lernumfänge im Zusammenhang mit Fortbildungsabschlüssen umzugehen ist.  

Publikationen

Wissen und Tipps für die erfolgreiche Arbeit mit Auszubildenden
BIBB veröffentlicht Online-Leitfaden für ausbildende Fachkräfte

Genaue Zahlen gibt es nicht, aber nach Schätzungen sind in Deutschland 2,5 - 3 Millionen Erwerbstätige als ausbildende Fachkräfte in der dualen Berufsausbildung engagiert. Sie verfügen in der Regel über einen eigenen Berufsabschluss, entsprechende Erfahrung, aber zumeist sind sie nicht berufspädagogisch weitergebildet und haben bspw. keinen Abschluss nach der Ausbildereignungsverordnung (AEVO) absolviert. Ein vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) herausgegebener Online-Leitfaden will dieser Personengruppe Hinweise und Impulse für den Umgang mit Auszubildenden geben und Lernprozesse erleichtern. Er unterstützt ausbildende Fachkräfte in ihrer Doppelrolle dabei, ihre täglichen Ausbildungsaufgaben besser zu bewältigen. Dazu vermittelt er Anregungen, wie auch schwierige Situationen im Ausbildungsalltag zu meistern sind. In zwölf Kapiteln werden Situationen aus dem betrieblichen Ausbildungsalltag aufgegriffen und veranschaulicht. Checklisten, Regeln, Infografiken und Verweise auf weiterführende Literatur oder Internetseiten bieten praktische Unterstützung; kurze Quizfragen und weitere spielerische Elemente erleichtern den Einstieg in die jeweilige Thematik.

Digitaler Wandel und Ausbildung
Eine Arbeitshilfe mit Ideen aus der Praxis zur Beratung von KMU

Digitalisierung ist als Schlagwort in aller Munde, aber viele stellen sich nach wie vor die Frage, wie der Megatrend in der dualen Berufsausbildung konkret umzusetzen ist. Unstrittig scheint, dass sich das gesamte Bildungssystem für Digitalthemen noch mehr öffnen muss, um junge Menschen optimal auf zukünftige Arbeits- und Lebenswelten vorzubereiten. Für die duale Berufsausbildung hat die begleitende Evaluation des JOBSTARTER-plus Programms gezeigt, dass Aus- und Weiterbildung eine Schlüsselrolle für den digitalen Transformationsprozess einnehmen.
Dabei hat die Digitalisierung breite Auswirkungen auf die Berufsbildung, die in einer aktuellen Publikation des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) aufgezeigt werden.
Die Arbeitshilfe enthält hilfreiche Praxistipps und Beispiele.

Kooperation der Lernorte
BWP-Schwerpunkt in Ausgabe 4/2020

Schon im Begriff der „dualen“ Berufsausbildung steckt die Zahl zwei, also mehrerer Lernorte, an denen berufliche Handlungsfähigkeit erworben wird. Zumeist sind dies der Betrieb und die berufliche Schule, aber in der Praxis haben sich, bspw. mit der überbetrieblichen Berufsbildungsstätte, auch noch weitere Lernorte etabliert. Wichtig dabei ist die gute Abstimmung und Kooperation zwischen den verschiedenen Lernorten. Genau diesem Thema widmet sich der Schwerpunkt der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis“ (BWP) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) mit acht Beiträgen, in denen sowohl grundsätzliche Fragen angesprochen als auch praktische Beispiele und Tipps vorgestellt werden. Darüber hinaus bietet die Ausgabe Informationen zu Ausbildungsbotschaftern in der Berufsorientierung, Jugendberufsagenturen, Prüferfreistellung und vieles mehr.

Personalkompass Inklusion in zweiter Auflage erschienen

Der Personalkompass Inklusion ist ein Leitfaden von REHADAT zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen. Er soll dazu beitragen, dass sich mehr Betriebe über die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen informieren. 
Nun liegt der Personalkompass in einer aktualisierten, erweiterten und überarbeiteten Auflage vor.

Berufsausbildung wird bunter - die Vielfalt schafft Chancen

Die jungen Menschen in der dualen Berufsausbildung haben sich in vielerlei Hinsicht verändert. Neben den großen Trends der „Generation …“ liegt dies unter anderem an der Integration von neuen, bislang oftmals weniger berücksichtigten Zielgruppen, hierzu gehören beispielsweise Jugendliche mit schlechteren Schulabschlüssen oder mit Migrationshintergrund. Diese neue Heterogenität kann und sollte als Chance begriffen und konstruktiv aufgegriffen werden.
Mit der Broschüre „Heterogenität in der Berufsbildung – Vielfalt gestalten“ im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung haben Dieter Euler und Eckart Severing hierzu eine Grundlage geschaffen. Sie betrachten sowohl die individuelle Förderung und didaktisch-methodische Gestaltung als auch die curricularen Notwendigkeiten und die Gestaltung von institutionell-politischen Rahmenbedingungen.

BIBB Report 5/2020 - Wie die regionale Mobilität von Jugendlichen zur Besetzung von Ausbildungsplätzen beiträgt

Mit dem jährlichen Berufsbildungsbericht wird immer wieder darauf hingewiesen, wie beständig die Passungsprobleme zwischen ausbildungsinteressierten Jugendlichen und den angebotenen Ausbildungsplätzen sind. Dabei geht es neben der beruflichen Flexibilität auch um die regionale Mobilität der jungen Menschen. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat jetzt eine Untersuchung zu diesem Thema vorgelegt. Der BIBB-Report untersucht, wie sich die bislang gezeigte Mobilität der Jugendlichen auf die Ausbildungsmärkte vor Ort auswirkt. Dabei wird im Gegensatz zu früheren Darstellungen nicht die Perspektive der Jugendlichen, sondern die der Betriebe eingenommen. Es zeigt sich, dass Mobilität bislang vor allem die Rekrutierungschancen der Betriebe in Großstädten erhöht. In eher ländlichen Regionen im Umfeld der Großstädte kommt es dagegen oft zu Verschlechterungen. Vor diesem Hintergrund wird diskutiert, in welcher Weise die Mobilität der Jugendlichen weiter gefördert werden kann, um den ausbildungswilligen Betrieben mehr Nachfrage zu verschaffen.

aus:bilden Nr. 5
Betriebliche Ausbildung erfolgreich managen

Das von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales geförderte Projekt „Berliner AusbildungsQualität“ unterstützt Ausbildungsbetriebe bei der Gestaltung und Verbesserung ihrer Ausbildungspraxis. Der regionale Ansatz ist aber auch für Unternehmen außerhalb der Hauptstadtregion nutzbar. Die jüngste Ausgabe des Heftes aus:bilden widmet sich dem Thema „Betriebliche Ausbildung erfolgreich managen“ und greift Fragen zum sinnvollen Einsatz von Ausbildungsmitteln auf, stellt Möglichkeiten zur Qualifizierung des Ausbildungspersonals dar und beschäftigt sich mit der Dokumentation von Ausbildung. Die Publikation steht zum kostenlosen Download bereit.

Digitale Medien im Betrieb – heute und morgen
Eine Folgeuntersuchung

Digitale Medien werden in den Unternehmen, und somit auch in der Berufsausbildung, nicht erst seit gestern eingesetzt, die meisten haben damit bereits eine längere Erfahrung. So hat auch das Bundesinstitut für Berufsbildung bereits 2016 eine erste Untersuchung zu diesem Thema vorgelegt. Eine Folgeuntersuchung widmet sich jetzt nochmals der Thematik und berichtet über die aktuelle Nutzung und Einbindung digitaler Medien in den betrieblichen Arbeitsprozessen sowie in der beruflichen Aus- und Weiterbildung. In  eine ergänzenden qualitativen Befragung wird analysiert, welche Maßnahmen Betriebe in der technologischen Infrastruktur und in der Organisationsentwicklung ergriffen haben oder derzeit umsetzen.

Veranstaltungen

Bonner Podiumsdiskussionen:
Gesellschaft, Technologie, Forschung und Krisen–
am Beispiel der Corona-Pandemie

Gemeinsam veranstalten das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und das Institut für politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn am 03. und am 09. Dezember, jeweils ab 14.00 Uhr, zwei virtuelle Podiumsdiskussionen mit dem Titel: „Gesellschaft, Technologie, Forschung und Krisen – am Beispiel der Corona-Pandemie“. Schwerpunktthemen der Diskussion sind „Corona und der Stellenwert von Forschung und Technik“, „Veränderungen von Wirtschaftsstrukturen durch die ökonomischen Auswirkungen der Corona-Pandemie“ und das zentrale Thema „Technologiezugang als Bürgerrecht“.
Diskutanten sind Prof. Dr. Richard Münch (ZU Friedrichshafen), Prof. Dr. Hartmut Hirsch-Kreinsen (TU Dortmund), Prof. Dr. Uwe Schimank (Uni Bremen), Prof. Dr. Sabine Pfeiffer (FAU Erlangen-Nürnberg), Prof. Dr. Heinz D. Kurz (Uni Graz) sowie Prof. Dr. Joachim Renn (WWU Münster).

Die Veranstaltung ist ohne Anmeldung per Zoom mit dem Kenncode: 097911 erreichbar.

Girls'Day und Boys'Day gehen in die nächste Runde
Am 22. April 2021 wird es auch digital

Der Girls’Day hat Tradition und gilt weltweit als das größte Berufsorientierungsprojekt für Schülerinnen, die hier die Gelegenheit haben, an Themen wie Technik, IT, Handwerk und Naturwissenschaften zu schnuppern.
Seit einigen Jahren gibt es parallel den Boys’Day, der Jungen an vermeintlich „typische Frauenberufe“ heranführt. Für beide Initiativen können Unternehmen jetzt ihre Angebote online eintragen.
Am 22. April 2021 finden die Aktionen dann vor Ort und / oder online statt.

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung e.V.
Simrockstraße 13
53113 Bonn
Deutschland

www.kwb-berufsbildung.de
kwb@kwb-berufsbildung.de
Fon: +49 (0)228 / 91523-0

Vertretungsberechtigte:
Dr. Barbara Dorn (BDA), Vorsitzende des KWB
Sven-Uwe Räß (Gesamtmetall), stellvertretender Vorsitzender des KWB
Dr. Volker Born (ZDH), stellvertretender Vorsitzender des KWB
Jürgen Hollstein (Geschäftsführer)

Eintrag im Vereinsregister:
Registernummer 9503
Amtsgericht Bonn

Redaktion:
Jürgen Hollstein