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KWB-News Aus- und Weiterbildung


02.11.2020

Berufsbildungspolitik

Kultusminister verabschieden zukunftsweisende Ländervereinbarung
„Ein historischer Tag für die Bildung in Deutschland“

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat Mitte Oktober in einer Ländervereinbarung die gemeinsame Grundstruktur des Schulwesens und die gesamtstaatliche Verantwortung der Länder in zentralen bildungspolitischen Fragen beschlossen. Diese werden jetzt der Ministerpräsidentenkonferenz vorgelegt.
Dr. Stefanie Hubig, Präsidentin der Kultusministerkonferenz und rheinland-pfälzische Bildungsministerin: „Heute ist ein historischer Tag für die Bildung in Deutschland. (…)“
Der Beschluss löst das sog. „Hamburger Abkommen“ ab, das erstmals 1964 niedergeschrieben wurde. Um die Berufsschulen zu stärken, wollen die Länder mit einem gemeinsamen „Pakt für berufliche Schulen“ die Ergebnisse der Bundestags-Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ aufgreifen und damit den notwendigen Modernisierungsrahmen für die berufliche Bildung schaffen. 

Europa (er)leben und gestalten: KMK verabschiedet Empfehlung zur „Beruflichen Bildung als Chance für Europa“

„Europa (er)leben und gestalten“ lautet das Motto der rheinland-pfälzischen KMK-Präsidentschaft 2020 und dies soll auch an den beruflichen Schulen gelebt werden. In der neuen Empfehlung zur „Beruflichen Bildung als Chance für Europa“ spiegelt sich der Grundgedanke der Europäischen Union wider. Arbeiten und Leben über Ländergrenzen hinweg bietet nicht nur einen wirtschaftlichen Profit, sondern auch ein Gegengewicht gegen Populismus und Nationalismus, deren Vorurteile und Ressentiments so keinen Raum gewinnen.

Gelebte Sozialpartnerschaft -
Gesamtmetall und IG Metall äußern sich gemeinsam zur Berufsbildung

Sozialpartnerschaft wird in Deutschland groß geschrieben und ist nicht nur ein Stichwort für Sonntagsreden. Gerade in der Berufsbildung ist der Konsens von Arbeitgebern und Arbeitnehmern ein wichtiger Grundstein. In der aktuellen Situation haben beide Sozialpartner ein hohes Interesse daran, die betriebliche Ausbildung in ein ruhiges Fahrwasser zu führen und damit zur Fachkräftesicherung beizutragen. Auch wenn die Corona-Sorgen derzeit viele Themen überdeckt, sind diese nach wie vor akut, so auch die Fachkräftelücke.
Eine aktuelle Umfrage der M+E-Verbände hat gezeigt, dass gut zehn Prozent der Unternehmen ihre Ausbildungsplätze nicht mit geeigneten Bewerbern besetzen können.
In guter Sozialpartnerschaft haben daher der Arbeitgeberverband Gesamtmetall gemeinsam mit der Industriegewerkschaft Metall Position zur Berufsausbildung und Fachkräftesicherung bezogen.

BIBB-Hauptausschuss beschließt Empfehlungen zur Durchlässigkeit

Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hat im Herbst 2020 Empfehlungen zur Erhöhung der Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung verabschiedet. Mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger werden diese nun offiziell. In der Erhöhung der Durchlässigkeit in beide Richtungen (!) sieht der Hauptausschuss eine gesellschaftliche, wirtschaftliche und individuelle Notwendigkeit.
Vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung sowie den sich ändernden Kompetenzanforderungen und der demografischen Entwicklung mit zunehmenden Folgen für die Fachkräftesicherung definiert die Empfehlung konkrete Handlungsbedarfe in folgenden Kapiteln:

- Gemeinsame Sprache finden, Kompetenzen äquivalent beschreiben
- Bildungsbereichsübergreifende Zusammenarbeit gestalten
- Systematische berufliche Orientierung in allen Schulformen anbieten
- Individuelle flexible Bildungs- und Berufswegegestaltung aufzeigen
- Rechtliche und ökonomische Hürden überwinden

Deutsch-russischer beruflicher Jugendaustausch
Online-Informationen auch in der Corona-Pandemie

Zum Themenspektrum der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch gehört auch der berufliche Austausch junger Berufstätiger zwischen Russland und Deutschland, der in der Zusammenarbeit immer mehr an Bedeutung gewinnt. Pandemiebedingt kommt es auch hier derzeit nicht zu persönlichen Begegnungen, aber der Austausch wird digital weitergeführt.
Praktische Fragen, die sich daraus ergeben, angepasste Austausch- und Förderformate, etc., wurden von der Stiftung in interaktiven Modulen präsentiert.
Wichtige Informationen wurden aufgezeichnet und stehen auf der Seite der Stiftung DRJA zu Verfügung.

Europass Relaunch: ein erfreulicher Erfolg

Im Sommer 2020 wurde der überarbeitete Europass vorgestellt, bislang sind über 500.000 Interessenten registriert. Die Neuerungen und zahlreichen Vorteile des EuroPass sind überzeugend und können in einer zusammenfassenden Pressemitteilung nachgelesen werden. Sowohl Bewerberinnen und Bewerber als auch Personalverantwortliche in den Unternehmen können von den neuen Features profitieren und den eigenen Aufwand reduzieren.

Berufsausbildung

Corona hinterlässt Spuren auf dem Ausbildungsmarkt
Mehr unbesetzte Stellen und mehr unversorgte Bewerber

Die Bilanz des Berufsberatungsjahres 2019/2020 lässt erkennen, dass die Corona-Pandemie deutliche Auswirkungen auf den Ausbildungsmarkt gehabt hat. Vor allem die unterjährigen Ausgleichsprozesse haben sich stark verlangsamt.
„Ich begrüße ausdrücklich die Bereitschaft der Betriebe, trotz aller Unsicherheiten an Ausbildung festzuhalten und jungen Menschen noch einen verspäteten Eintritt in Ausbildung zu ermöglichen.“, so der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, „Bewerberinnen und Bewerber sollten nicht aufgeben, sich weiter bewerben und sich dabei auch für Ausbildungsberufe jenseits ihres Traumberufes öffnen. Wenn zusätzlich Betriebe nicht ganz so guten Kandidaten eine Chance geben, können wir die Verzögerung durch die Pandemie in der Nachvermittlungszeit noch weiter aufholen.“
Mit 530.300 gemeldeten Ausbildungsplätzen in der Zeit von Oktober 2019 bis September 2020 lag die Gesamtzahl um 41.700 unter dem Vorjahr. Der Rückgang betrifft fast ausschließlich betriebliche Ausbildungsplätze. Auf der Bewerberseite standen dem 473.000 Interessentinnen und Interessenten gegenüber, 38.800 weniger als im Vorjahr. Auf 100 gemeldete Ausbildungsstellen kommen somit 92 gemeldete Bewerberinnen und Bewerber. Die BA geht nicht davon aus, dass allein die Pandemie für diese Rückgänge verantwortlich ist.
Die aus den Vorjahren bekannten regionalen, berufsfachlichen und qualifikatorischen Ungleichgewichte wurden durch die Corona-Pandemie eher verstärkt. Unter den aktuellen Bedingungen erhöhte sich sowohl die Zahl der unversorgten Interessenten als auch die Anzahl der unbesetzt bleibenden Ausbildungsstätten.
Detailliertes Zahlenmaterial findet sich auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit.

Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe 2020 liegt vor

Mit großer Akribie erstellt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in jedem Jahr das Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe, dies gehört zu seinem gesetzlichen Auftrag. Neben dem amtlichen Sachstand zu den anerkannten Ausbildungsberufen enthält es weitere Regelungen auf dem Gebiet der Berufsbildung nach Berufsbildungsgesetz und Handwerks-Ordnung. Ebenso finden sich in der umfangreichen Übersicht Informationen über die Ausbildungsdauer, die Rechtsgrundlagen oder die Einordnung von Aus- und Fortbildungsberufen in den Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR).

BIBB-Hauptausschuss hat seine Empfehlung zum Führen von Ausbildungsnachweisen aktualisiert

Der Ausbildungsnachweis ist ein wichtiges Instrument innerhalb der dualen Berufsausbildung und hilft sowohl den Auszubildenden als auch dem Ausbildungspersonal, Inhalte zu erfassen, zu strukturieren und einen Überblick zu bewahren. Nicht erst mit der Diskussion darüber, wie er auch digital geführt werden kann, ist der Ausbildungsnachweis wieder in die aktuelle Diskussion gerückt. Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hat dies zum Anlass genommen, seine Empfehlung zum Führen von Ausbildungsnachweisen zu überarbeiten.
Dabei wurde der Blick auch auf den sog. „ganzheitlichen Ausbildungsnachweis“ gerichtet, der vor allem in Süddeutschland seit längerem praktiziert wird. In der aktualisierten HA-Empfehlung sind zahlreiche Links zum Thema aufgeführt. Darüber hinaus werden „Best-practice-Modelle“ einzelner Branchen und Innungen, bspw. Dachdecker, Friseure oder Garten- und Landschaftsbau, genannt.

Neue Umsetzungshilfen verfügbar

Ausbildungsordnungen sind das Rückgrat der dualen Berufsbildung, aber für Praktiker in den Ausbildungsbetrieben ist es oftmals mindestens genau so wichtig, diese Inhalte noch etwas praxisnäher formuliert zu finden. Daher findet die BIBB-Reihe „Ausbildung gestalten“, in der die Umsetzungshilfen für modernisierte Berufe erscheinen großes Interesse.
Mit den neuen Bänden zu den Berufen „Bankkaufmann/-frau“ und „Mediengestalter/-in Bild und Ton“ wurde die Reihe jetzt weiter vervollständigt. Sie enthalten konkrete Tipps und praktischen Anleitungen für die Ausbildungspraxis und helfen somit dem Ausbildungspersonal bei der täglichen Arbeit mit den jungen Menschen.

Neue IHK-Podcast-Reihe „Sei ein Mentor“:
Erfolgreich ausbilden trotz oder gerade wegen der Krise

Wie erreichen Unternehmen junge, motivierte Menschen heute?
Wer kommt dabei in Frage?
Wie bildet man zeitgemäß aus?
Und wie bindet man Nachwuchskräfte dauerhaft an ein Unternehmen?
Der Podcast „Sei ein Mentor“ gibt wertvolle Antworten auf die brennenden Fragen der Ausbilder und Personaler.
Durch die Podcastreihe führt Frank Eilers, Keynote Speaker und Zukunftsphilosoph.

„Appetit auf den Beruf  
Das digitale Coachingprogramm für Betriebe im Lebensmittelhandwerk“

Personalgewinnung ist für viele Unternehmen ein wichtiges und oftmals schwieriges Thema, vor allem, wenn es dafür keine eigene Abteilung gibt, sondern der Chef das „auch noch“ macht.
Das Lebensmittelhandwerk bietet mit Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie dem Projektträger Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (PTBLE) ein Onlineprojekt, das kreative Wege der Personalgewinnung aufzeigt und innovative Ideen sowie Handlungsempfehlungen für die Suche von Auszubildenden und Fachkräften vermittelt. Ein digitales Coachingprogramm unterstützt Betriebsleiter bei der Rekrutierung und Bindung von Fachpersonal.
Das Angebot ist ansprechend und leicht zugänglich und bietet sicherlich auch anderen Branchen wertvolle Ideen und Anregungen.

Azufi - der Azubifinder

Ausbildungsbörsen sind nicht neu, aber sie werden durchaus immer neu erfunden und haben in der Corona-Pandemie nochmals an Bedeutung gewonnen, um Ausbildungsinteressierte und Unternehmen zusammen zu bringen. Mit dem Azufi hat eine Initiative Kölner Lehrer ein kostenloses Portal entwickelt, das diese Aufgabe auf kommunaler oder regionaler Ebene übernehmen kann. Eine gute Idee, die sicherlich auch auf andere Regionen übertragbar ist.

Ausgezeichnet

"Azubi des Nordens" - AGA vergibt Ausbildungspreis

Die Auszeichnung "Azubi des Nordens" wird vom AGA Unternehmensverband und dem INW – Bildungswerk Nord an herausragende Absolventen einer kaufmännischen Ausbildung in Norddeutschland verliehen. „Ich finde es wichtig und richtig, dass diese Preisverleihung auch unter diesen besonderen Umständen stattfindet“, sagte Karin Prien, Bildungsministerin von Schleswig-Holstein, als Laudatorin bei der Preisverleihung, die in hybrider Form stattfand.
„Denn der Ausbildungspreis ist ein Zeichen der Wertschätzung für die Leistung der Auszubildenden und ein positives Signal für die duale Ausbildung. Leistung lohnt sich und wird von unserer Gesellschaft honoriert.“ 
Der seit mehr als 19 Jahre vergebene Ausbildungspreis ist mit jeweils 1.000 Euro und einem Bildungsgutschein dotiert und wird in vier Kategorien vergeben, darüber hinaus gibt es einen Publikumspreis.
Weitere Informationen zu den Preisträgern und Impressionen von der Preisverleihung gibt es auf der Homepage des AGA.

Versicherungsbranche vergibt InnoWard

Der InnoWard ist die Auszeichnung für besonders innovative Projekte und Ideen in der Versicherungswirtschaft und wird in den Kategorien "Berufliche Erstausbildung" und "Personalentwicklung/Qualifizierung" vergeben. Aus 17 eingegangenen Bewerbungen konnte die Jury - erstmals in einer Online-Sitzung - sechs Vorschläge nominieren, die dem Bildungskongress der Deutschen Versicherungswirtschaft vorgeschlagen wurden, um die Preisträger zu nominieren. Die ausgezeichneten Projekte und kleine Videolaudationen finden Sie auf der Homepage des Berufsbildungwerkes der Deutschen Versicherungswirtschaft (BWV).

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung e.V.
Simrockstraße 13
53113 Bonn
Deutschland

www.kwb-berufsbildung.de
kwb@kwb-berufsbildung.de
Fon: +49 (0)228 / 91523-0

Vertretungsberechtigte:
Dr. Barbara Dorn (BDA), Vorsitzende des KWB
Sven-Uwe Räß (Gesamtmetall), stellvertretender Vorsitzender des KWB
Dr. Volker Born (ZDH), stellvertretender Vorsitzender des KWB
Jürgen Hollstein (Geschäftsführer)

Eintrag im Vereinsregister:
Registernummer 9503
Amtsgericht Bonn

Redaktion:
Jürgen Hollstein