Wird diese Nachricht nicht richtig dargestellt, klicken Sie bitte hier.


KWB-News Aus- und Weiterbildung


01.10.2020

Bildungspolitik

EU-Bildungsministerinnen und -minister-Treffen in Osnabrück
Karliczek: Berufsbildung in Europa attraktiv und zukunftsfähig gestalten

Zum 1. Juli 2020 hat Deutschland turnusgemäß für sechs Monate den Vorsitz im Rat der Europäischen Union übernommen. Damit kann die Ratspräsidentschaft eigene Schwerpunktthemen setzen, hierzu gehört auch die Berufsbildung. Mitte September haben sich die EU-Bildungsminister zu einem informellen Treffen in Osnabrück zusammengefunden. Neben den Auswirkungen der Pandemie auf die (Aus)Bildung in Europa stand die Förderung der beruflichen Ausbildung in der EU auf der Agenda. Sie soll weiter verstärkt und intensiviert werden, um die Herausforderungen der Digitalisierung, des Klimawandels und des demographischen Wandels zu meistern. 
Beim Bildungsministerrat im November 2020 soll eine gemeinsame „Osnabrücker Erklärung“ unterzeichnet werden. 

Berufsbildungsbericht 2020
Debatte im Deutschen Bundestag

Die Berufsbildung findet sich auf der Bühne des Deutschen Bundestages eher selten wieder, aber es gibt traditionelle Termine, an denen die Politik sich mit dem Thema beschäftigt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) legt jährlich den Berufsbildungsbericht vor, der im September im Parlament diskutiert wurde. Dabei standen selbstverständlich die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Fokus der Aufmerksamkeit. Bildungsministerin Anja Karliczek nutzte die Gelegenheit aber auch, um darzustellen, wie das BMBF die duale Ausbildung in der Krise unterstützt hat, um mittel- und langfristig den Fachkräftenachwuchs zu sichern.

„Bildung auf einen Blick 2020“
Berufliche Bildung überzeugt

Jedes Jahr legt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ihren umfangreichen (584 Seiten) Bericht „Bildung auf einen Blick“ (Education at a Glance) vor.
In diesem Jahr stellt die berufliche Bildung ein Schwerpunktthema dar, bei dem Deutschland mit seinem Berufsbildungssystem punkten kann. Im Vergleich der 37 OECD-Staaten und neun weiteren Partnerländern wird deutlich, dass fast die Hälfte der 25- bis 34-Jährigen den Einstieg in die Erwerbstätigkeit über eine berufliche Ausbildung gefunden haben. Der OECD-Durchschnitt liegt bei knapp einem Viertel der jungen Erwachsenen. Auf dieser Grundlage ist die Beschäftigungsquote hoch (88%) und  stärkt die deutsche Wirtschaft, für die die duale Ausbildung auch weiterhin ein wichtiges Fundament für die Fachkräfterekrutierung bleibt.
Als erfreulich werden auch der hohe Anteil (35%) an Studierenden in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) sowie die überdurchschnittlichen Bildungsausgaben pro Kopf (ca. € 11.400 p.a. im Vergleich zum OECD-Schnitt von € 9.500) gewertet.
Kritischer sieht der Bericht die Lage an den Schulen, wo insbesondere in die Anfänge der Bildungsketten zu wenig investiert wird. In personeller Hinsicht warnt die OECD vor einer Verschärfung des Lehrermangels aufgrund der ungünstigen Altersverteilung in den Kollegien.

Integration kommt voran
Mehr Geflüchtete in Ausbildung und Beschäftigung

In den Jahren 2015/16 kamen zahlreiche Schutzsuchende nach Deutschland, darunter viele Jugendliche und junge Erwachsene, die sich für eine Berufsausbildung interessierten.
Eine aktuelle repräsentative Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) beleuchtet nun aktuelle Zahlen.
Fast 25% der Unternehmen in Deutschland beschäftigen Geflüchtete, mit 429.000 Betrieben ist dies ein Plus von ca. 4% gegenüber 2016. Immer mehr Geflüchtete stehen in einem regulären Beschäftigungsverhältnis, gleichzeitg sinkt die Zahl der Praktika.
Etwa 10% der Unternehmen bilden Geflüchtete im Rahmen einer dualen Ausbildung aus; ausreichende Deutschkenntnisse bilden nach wie vor die höchste Hürde.
Das KOFA kommt somit zu dem Schluss, dass Integration somit zunehmend nachhaltiger gelingt. Der überwältigende Teil der Betriebe sieht sich in einer sozialen Verantwortung und erfährt kulturell gemischte Teams als Bereicherung; auch der Fachkräftebedarf kann somit teilweise ausgeglichen werden.
Auf der Homepage des KOFA finden sich u.a. konkrete Handlungsempfehlungen und Praxisbeispiele.

VDMA-Studie zum dualen Studium im Maschinen- und Anlagenbau

Duale Studiengänge gewinnen im Umfeld der Berufsausbildung eine immer größere Bedeutung. Bundesweit haben sich zahlreiche Studiengänge entwickelt, die teilweise eng an den Erfordernissen eines einzelnen Unternehmens oder einer Branche orientiert sind. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau, größter Industrieverband Europas, hat nun eine Studie vorgelegt, die erstmals branchenspezifische Zahlen zum dualen Studium im Maschinen- und Anlagenbau präsentiert.
Dabei zeigt sich, dass 62% der rd. 550 befragten Unternehmen duale Studienmöglichkeiten anbieten; bei den kleineren und mittleren Unternehmen sind dies knapp die Hälfte und fast 90% bei den größeren. Deutlich favorisiert (ca. 50%) wird das Modell eines praxisintegrierenden dualen Studiums, ausbildungsintegrierend oder beide Modell sind für jeweils ein Viertel der Unternehmen interessant.
Entscheidende Motivation ist für fast alle die „Bindung von Nachwuchskräften“, die auch zu gelingen scheint.

Berufsbildung

Ausbildungssituation im Spätsommer 2020

Die Bilanz zum Ende des Berufsberatungsjahres 2019/2020 wird zum Stichtag 30. September gezogen, die Veröffentlichung erfolgt, gemeinsam mit den Arbeitsmarktdaten für den Monat Oktober, am 29. Oktober 2020. Festzustellen ist, dass das Matching auf dem Ausbildungsmarkt im Vermittlungsjahr 2019/20 corona-bedingt oftmals verspätet erfolgt. Es ist zu vermuten, dass mehr Ausbildungsverhältnisse als sonst erst nach Beginn des Ausbildungsjahrs am 1. August bzw. 1. September starten.        
Ein verspäteter Ausbildungsstart ist grundsätzlich möglich. Es gibt keine Frist, bis zu der eine Ausbildung spätestens begonnen haben muss. Wichtig ist jedoch, sich schon früh darüber im Klaren zu sein, dass am Ende der Ausbildung Prüfungstermine ggfs. mit Fristen erreicht werden müssen. Auch für verspätet angefangene Ausbildungen gibt es die Möglichkeiten der Verkürzung, wenn die Voraussetzungen hierfür gegeben sind. Falls eine Verkürzung noch nicht bei Vertragsabschluss vereinbart und eingetragen wurde, kann dies auch später noch nachgeholt werden. 

AzubiCard immer beliebter

In über vierzig Regionen hat sich die AzubiCard zwischenzeitlich etabliert.
Mit dem Ausweis im Scheckkartenformat erhalten Auszubildende in IHK-Berufen in ihrer Region Vergünstigungen bspw. in Geschäften, Kinos oder Restaurants. Auch erste Handwerkskammern machen mit und führen die AzubiCard für Lehrlinge ein.
Neben den alltäglichen Vorteilen bietet die Karte auch weitere praktische Funktionen, die Zugang zum digitalen Angebot der Kammern ermöglichen.

Europäische Woche der Berufsbildung im November 2020

Im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft findet vom 9. bis zum 13. November 2020 bereits zum fünften Mal die Europäische Woche der Berufsbildung (European vocational skills week, EVSW) in ganz Europa statt. Diesmal steht sie unter dem Motto #DiscoverYourTalent und legt einen besonderen Schwerpunkt auf den digitalen und ökologischen Wandel. 
Die Europäische Kommission ruft dazu auf, nationale, regionale oder lokale Events rund um die Berufsbildung ab jetzt bis Ende des Jahres stattfinden zu lassen. Jede Art von Event – unabhängig von der Größe und Teilnehmerzahl – kann auf der Kampagnenseite der EVSW registriert werden. Durch die Registrierung und das damit verbundene offizielle Logo wird die Veranstaltung europaweit sichtbar. Ziel ist es, zu zeigen, wie lebendig die Berufsbildung in Deutschland und Europa ist. Weitere Informationen und Unterstützung liefert auch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Angesichts der Corona-Pandemie findet die Veranstaltung digital statt.

Evaluation der Novellierung der M+E-Berufe
BIBB startet Online-Umfrage

Bei der Neuordnung der industriellen Metall- und Elektroberufe im Jahr 2018 wurde auch eine zeitnahe Evaluierung vereinbart, die das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) derzeit vorbereitet. Hierzu werden Praktiker, die mit der betrieblichen Ausbildung in diesen Berufen befasst sind, zu einer Online-Befragung eingeladen.
Ziel ist es, Passgenauigkeit, Umsetzung, Akzeptanz und Qualität der eingeführten Änderungen zu überprüfen und Impulse für die Weiterentwicklung der Berufe zu geben.
Die Bearbeitung des Fragebogens dauert ca. 15 Minuten.

BIBB-Online-Umfrage zu Fachpublikationen

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ist DAS Kompetenzzentrum für Berufsbildungsfragen in Deutschland und darüber hinaus. Zur Einrichtung gehört eine umfangreiche Präsenz- und Onlinebibliothek, deren Bestände permanent ausgeweitet werden.
Zur Verbesserung dieses Angebots an Fachpublikationen bittet das BIBB um Unterstützung und hat eine Nutzerumfrage ins Netz gestellt. Die Umfrage läuft bis zum 31.10.2020 und profitiert von einer großen Beteiligung.

JOBSTARTER plus
Transfer von Projekten wird gefördert

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Programm „JOBSTARTER plus – für die Zukunft ausbilden“ ist bewährt und unterstützt die Ziele der Allianz für Aus- und Weiterbildung. Darüber hinaus unterstützt es den Übergang Schule-Beruf und stärkt somit die regionale Strukturentwicklung in diesem Bereich. Konzepte und Unterstützungsleistungen der nach aktueller Förderrichtlinie finanzierten Projekte richten sich an Klein- und Kleinstunternehmen, die in anerkannten Ausbildungsberufen ausbilden.
Um gute Ideen und funktionierende Konzepte weiter bekannt zu machen und in die Fläche zu bringen, fördert das BMBF Transfer-Aktivitäten von JOBSTARTER plus-Projekten der 4. Förderrunde. Anträge können bis zum 31. Dezember 2020 gestellt werden. Damit sollen bewährte Konzepte und Instrumente zur Ansprache und Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) z. B. in Form von Leitfäden, Checklisten oder Veranstaltungsformaten über die Ursprungsregion des Projekts hinaus verbreitet werden.
Detaillierte Informationen finden sich auf der Homepage von Jobstarter.

Auf Softwarekenntnisse kommt es an
NETZWERK Q 4.0 unterstützt bei Vermittlung von digitalem Know-how

Das vom Institut der deutschen Wirtschaft und den Bildungswerken der Wirtschaft gemeinsam getragene Projekt „NETZWERK Q 4.0 – Netzwerk zur Qualifizierung des Berufsbildungspersonals im digitalen Wandel“ vermittelt aktuelle Fach- und Sozialkompetenzen, um den digitalen Wandel in der Berufsausbildung zu unterstützen.
Eine Befragung von fast 800 Ausbildungsunternehmen hat bestätigt, dass die Anwendung von berufs- oder fachspezifischer Software für rd. 86% der Betriebe wichtig ist und von fast 80% der Unternehmen intensiv oder sehr intensiv vermittelt wird.
Angesichts der zu erwartenden fortschreitenden Digitalisierung müssen sich die Firmen darum kümmern, das Thema in der Ausbildung strategisch voranzutreiben.
Dabei nehmen die betrieblichen Ausbilder eine zentrale Rolle ein und profitieren in besonderer Weise von den Angeboten des „NETZWERK Q 4.0“.

Fortbildung

Top Abschlüsse. Top Perspektiven.
Erfolg mit Höherer Berufsbildung

Tourismusfachwirt, Küchenmeister, Logistikmeister, Wirtschaftsfachwirt, Personalfachkauffrau, Tauchermeister, Handelsfachwirtin – die Bezeichnungen für Fortbildungsabschlüsse sind vielfältig, ebenso wie die dahinterstehenden Qualifikationen und die Lebensläufe derer, die sie erwerben. Anhand von zwanzig Biographien präsentiert die DIHK-Gesellschaft für berufliche Bildung unterschiedliche Fortbildungsprofile und beschreibt anschaulich, welche Karrieren im Anschluss an eine duale Berufsausbildung möglich sind. Befragungen weisen immer wieder nach, dass Absolventen von beruflicher Fortbildung vergleichbare Einkommen erzielen wie Hochschulabsolventen, öfter Positionen mit Personalverantwortung bekleiden, auf dem Arbeitsmarkt begehrt sind und gleiche Karrierechancen in die Top-Positionen haben wie Hochschulabsolventen.
In der Publikation der DIHK-Bildungs-GmbH bekommen diese Karrieren Namen und Gesichter.

Auszeichnung

Inklusionspreis 2020
Vier Unternehmen, darunter zwei Handwerksbetriebe, ausgezeichnet

Inklusion ist ein schillernder Begriff, der 2008 von der UN-Behindertenrechtskonvention als Menschenrecht für Menschen mit Behinderung erklärt wurde. Ziel ist es, dass alle Menschen selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Während oftmals vor allem Schule als Bereich gesehen wird, dies umzusetzen, haben Betriebe das Thema schon früh für sich aufgegriffen. Unter dem Stichwort „Vielfalt“ bedeutet dies im Unternehmen einen Erfolgsfaktor.
Der in diesem Jahr zum achten Mal verliehene Inklusionspreis will diese guten Erfahrungen sichtbar machen und vorbildliche Praxisbeispiele auszeichnen. Unter der Schirmherrschaft von Bundesminister Hubertus Heil wurden die Porzellanfabrik Hermsdorf, Shuyao Teekultur, Matthias Hartmann Orthopädie + Sport sowie Zahntechnik Leipzig mit dem Inklusionspreis 2020 geehrt.
Initiatoren des Preises sind die Bundesagentur für Arbeit, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, die Charta der Vielfalt und das UnternehmensForum.

Ausschreibung

Meine Erfolgsgeschichte –
my success story - mon histoire à succès - mi historia de éxito

Mit seinen „Extra-Aktionen 2020“ hat sich der Bundeswettbewerb Fremdsprachen etwas ganz besonderes ausgedacht. Auszubildende erhalten die Möglichkeit, ihre persönliche Erfolgsgeschichte zu erzählen und zu teilen, egal ob als Text, Video oder Podcast – und das am liebsten auch in einer Fremdsprache.
In jedem Fall geht es um einen ganz persönlichen Erfolg: Worin bestand er? Wie wurde er erreicht? Und welche Gefühle hat er erzeugt?
Die Berichte sollen ca. 600 Wörter oder drei Minuten nicht überschreiten und werden auf der Seite des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen veröffentlicht.
Dort finden sich auch weitere Informationen.

Publikationen

„Ausbildung und Beruf - Rechte und Pflichten während der Berufsausbildung“  -  Neuauflage der BMBF-Broschüre

Die umfangreiche Broschüre (320 Seiten) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung lässt kaum Fragen offen, die sich im Zusammenhang mit der dualen Berufsausbildung in Deutschland ergeben können. Für Ausbildungsbetriebe, Auszubildende und Ausbildende sollte die Publikation ein selbstverständliches Standardwerk sein.
Eine Neuauflage mit Aktualisierungen nach dem neuen Berufsbildungsgesetz wurde jetzt vom BMBF vorgestellt. Eine gedruckte Version kann (auch in größerer Stückzahl) beim BMBF bestellt werden.  

Wissenschaftliche Untersuchung 
Büroberufe: auf der Höhe der Zeit und weiterhin gefragt

Manche Schreibtisch- und Büroaufgaben werden oftmals mit Routinetätigkeiten in Verbindung gebracht und mit fortschreitender Digitalisierung als ersetzbar eingeschätzt. Dass dies nicht der Fall ist, zeigt eine gemeinsame Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).
Im Mittelpunkt steht die Entwicklung der Büroberufe seit den 80er-Jahren und zeichnet ein detailliertes Bild der sich wandelnden Anforderungen und Tätigkeiten, aber auch die technischen Entwicklungen.

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung e.V.
Simrockstraße 13
53113 Bonn
Deutschland

www.kwb-berufsbildung.de
kwb@kwb-berufsbildung.de
Fon: +49 (0)228 / 91523-0

Vertretungsberechtigte:
Dr. Barbara Dorn (BDA), Vorsitzende des KWB
Sven-Uwe Räß (Gesamtmetall), stellvertretender Vorsitzender des KWB
Dr. Volker Born (ZDH), stellvertretender Vorsitzender des KWB
Jürgen Hollstein (Geschäftsführer)

Eintrag im Vereinsregister:
Registernummer 9503
Amtsgericht Bonn

Redaktion:
Jürgen Hollstein