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KWB-News Aus- und Weiterbildung


06.07.2020

Berufsbildungspolitik

Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern"

Die Bundesregierung hat ein 500 Millionen Euro schweres Hilfsprogramm für kleine und mittelgroße Ausbildungsbetriebe auf den Weg gebracht, um durch die Corona-Pandemie bedrohte Ausbildungsplätze zu sichern. Das Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" sieht Maßnahmen von insgesamt 500 Millionen Euro für kleine und mittlere Unternehmen in den Jahren 2020 und 2021 vor. Gefördert werden Betriebe mit bis zu 249 Beschäftigten, die eine Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen oder in den bundes- und landesrechtlich geregelten praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen durchführen. Prämien sind geplant für
  • Betriebe, die besonders von der Corona-Pandemie betroffen sind, wenn sie ihr Ausbildungsniveau halten;
  • Unternehmen, die ihr Ausbildungsplatzangebot erhöhen, für jeden gegenüber dem früheren Niveau zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag:
  • Ausbildungsbetriebe, die ihre Aktivitäten auch in der Krise fortsetzen und für Auszubildende sowie deren Ausbilder keine Kurzarbeit anmelden (befristet bis zum 31. Dezember 2020);
  • Betriebe, die Auszubildende übernehmen, deren Unternehmen die Ausbildung pandemiebedingt übergangsweise nicht fortsetzen können (Auftrags- oder Verbundausbildung). Überbetriebliche Berufsbildungsstätten oder andere etablierte Ausbildungsdienstleister werden bis zum 30. Juni 2021 unterstützt:
  • Unternehmen, die Auszubildende von Betrieben übernehmen, die Insolvenz anmelden mussten (befristet bis zum 30. Juni 2021).
Eine wichtige Rolle bei der Erstellung der Eckpunkte spielte die Allianz für Aus- und Weiterbildung. Ihr gehören Vertreter der Bundesregierung, der Bundesagentur für Arbeit, der Länder, von Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften an.

„Bildung in Deutschland 2020“
Gesamtentwicklung des deutschen Bildungswesens

Alle zwei Jahre – nunmehr zum achten Mal – erscheint der nationale Bildungsbericht.
„Bildung in Deutschland 2020“ wurde jetzt von der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, der Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und rheinland-pfälzische Bildungsministerin, Dr. Stefanie Hubig, sowie dem Sprecher der Autorengruppe, Prof. Dr. Kai Maaz vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation vorgestellt.
Das Schwerpunktthema 2020, „Bildung in einer digitalisierten Welt“, ist angesichts der andauernden Corona-Pandemie von höchster Aktualität. Während in der Freizeit der Einsatz digitaler Medien selbstverständlich ist, hat Lernen im digitalen Umfeld zwar in den letzten Wochen schnelle Fortschritte gemacht, innerhalb der Bildungsbereiche gibt es aber nach wie vor große Unterschiede, die der Bericht aufgreift.

Zukunft der jungen Generation in Zeiten der Corona-Pandemie
Bundespräsident äußert sich gemeinsam mit Sozial- und Wirtschaftspartnern

Ein gemeinsamer Appell des Bundespräsidenten und der Spitzen der Wirtschafts- und Sozialpartner zeigt, wie ernst alle Beteiligten die Ausbildungssituation für die junge Generation angesichts der Corona-Pandemie nehmen.
Nach einem Austausch mit den Spitzen der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) unterstreicht der Bundespräsident die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen und ruft auf, daran auch in schwierigen Zeiten festzuhalten.

Auf europäischer Ebene informieren, gestalten, bewerten
Cedefop stellt Programmplanung bis 2022 vor

Das in Thessaloniki angesiedelte Europäische Zentrum für die Förderung der Berufsbildung (Cedefop) unterstützt die Europäische Kommission sowie die Mitgliedsstaaten bei der Weiterentwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildungssysteme.
In seinem aktuellen Arbeitsprogramm stellt es seine Strategien und geplanten Aktivitäten bis 2022 vor. Neben der Bewertung von Steuerungs- und Validierungssystemen der beruflichen Aus- und Weiterbildung in den EU-Mitgliedsländern sieht das Cedefop in den nächsten Jahren ein besonderes Augenmerk auf dem Lernen am Arbeitsplatz; dabei soll vor allem die Praxis von Auzubildenden in Betrieben untersucht werden. Zu den Serviceleistungen des Instituts gehört es weiterhin, Informationen zu Trends am Arbeitsmarkt und im Zusammenhang mit Qualifikationsbedarfen zu ermitteln und bereit zu stellen. Auch die Umsetzung des Europäischen und der Nationalen Qualifikationsrahmen spielt weiter eine wichtige Rolle in der Arbeit des Cedefop. In diesem Zusammenhang wird auch die Beratung um die Gestaltung des neuen Europasses gesehen, der die Validierung von nicht-formalem und informellem Lernen und die Anerkennung von Qualifikationen berücksichtigen soll.

Onlineportal Anerkennung in Deutschland 
Relaunch im neuen Design

Ausbildungen und Berufsabschlüsse verschiedener Länder sind oftmals recht unterschiedlich und nur schwer vergleichbar. Eine wichtige Hilfestellung bietet das Onlineportal „Anerkennung in Deutschland“, das im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) betrieben wird. Im Frühsommer 2020 ist das Portal umfassend überarbeitet worden und präsentiert sich mit neuer Struktur und frischem Design. Die Inhalte der Website sind passgenauer auf die Ansprüche der drei Hauptnutzergruppen ausgerichtet: für internationale Fachkräfte, Beraterinnen und Berater sowie für Arbeitgeber gibt es ab sofort jeweils einen eigenen Zielgruppeneinstieg.

EUROPASS
Relaunch Juli 2020

Der Europass ist eines der wichtigsten europäischen Transparenzinstrumente in der Berufsbildung und fördert das grenzüberschreitende Lernen und Arbeiten in Europa.
Dabei handelt es sich um einen kostenlosen Service der Europäischen Union.
Bisher unterstützt der Europass als Portfolio von fünf Dokumenten Bürgerinnen und Bürger dabei, ihre Kompetenzen europaweit verständlich darzustellen. Jetzt ist es Zeit für eine Überarbeitung.
Das neue Europass-Portal, das am 8. Juli 2020 offiziell gelauncht wird, bietet als sicheres und kostenfreies Karrieremamagement-Portal den Nutzerinnen und Nutzern vielfältige Möglichkeiten.
Sie können u.a.:  
- ein persönliches Profil anlegen und relevante Inhalte ihres Profils zeitlich befristet teilen,
- Job und Weiterbildungsangebote in ganz Europa finden,
- einen Lebenslauf und Anschreiben in verschiedenen Designs erstellen,
- laufende Bewerbungen managen,
- digitale Zeugnisse erhalten, speichern und teilen,
- Informationen zum Lernen und Arbeiten in Europa finden, darunter Informationen zur  Anerkennung von Abschlüssen, zu bildungspolitischen Initiativen, Arbeitsmarkttrends.

Corona kann zur Triebfeder für MINT werden
DIHK und Partner formulieren fünf Zukunftsanforderungen

Das Homeschooling in der Pandemie hat schon die Jüngsten an das digitale Lernen herangeführt, dies kann auch Chancen bieten. "Aktuell kann die Corona-Krise eine Triebfeder für die Digitalisierung sein," betont DIHK-Bildungsexpertin Christina Mersch, "sowohl an Betriebe als auch an die Schulen werden durch die vermehrte digitale Zusammenarbeit und das aktuelle Homeschooling neue Anforderungen gestellt."
Um Schule zukunftsfest zu machen, müsse die Kooperation mit außerschulischen Lernorten fest in den Lehrplänen der MINT-Fächer verankert werden. Diese Bildung komme in den Schulen jedoch häufig zu kurz, so Mersch. "Deshalb haben wir gemeinsam mit unseren Partnern im Nationalen MINT Forum fünf Kernforderungen erarbeitet, um gemeinsam die Zukunft der MINT-Bildung in Deutschland zu gestalten."

Pandemie beschleunigt digitale Transformation in der Weiterbildung Trendstudie 2020 des Wuppertaler Kreises

Im Jahr 2019 haben über 1,3 Millionen Fach- und Führungskräfte der Wirtschaft an Weiterbildungsveranstaltungen der Mitglieder des Wuppertaler Kreises teilgenommen, damit konnten die Weiterbildungsdienstleister einen Jahresumsatz von deutlich mehr als einer Milliarde Euro erzielen. Die Mitglieder des Wuppertaler Kreises gehen aufgrund der Einschränkungen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie für 2020 von zum Teil deutlichen Umsatzrückgängen aus, mehr als die Hälfte der Dienstleister mussten Kurzarbeit anmelden. Der Geschäftslage-Indikator Weiterbildung des Wuppertaler Kreises, ein Gradmesser für die wirtschaftliche Stimmung in der Weiterbildungsbranche, sinkt für 2020 mit 86 Punkten erstmals seit der Finanzkrise auf einen Wert unter 100. Gleichzeitig stellt die Digitalisierung nach wie vor den wichtigsten Entwicklungsmotor in den Unternehmen dar. Nahezu alle Geschäftsprozesse sind betroffen und lösen einen hohen Qualifizierungs- und Weiterbildungsbedarf aus. Gleichzeitig ist die Pandemie auch ein Turbo für die Digitalisierung der Weiterbildung. Mobile Arbeitsformen und Arbeit aus dem Homeoffice haben die Voraussetzungen, neue Produkte und Formate am Markt zu etablieren, erheblich verbessert. Für die Weiterbildungsanbieter im Wuppertaler Kreis hat die Kooperation mit Anbietern von Lern- und Wissensplattformen aktuell hohe Bedeutung. Sie sprechen sich dafür aus, dass es weiterhin eine Vielfalt branchen- und zielgruppenorientierter Plattformen geben soll; der Aufbau einer staatlichen Plattform wird nicht als erfolgversprechender Weg angesehen, um die Beteiligung an beruflicher Weiterbildung zu erhöhen.
Der Wuppertaler Kreis e.V. – Bundesverband betriebliche Weiterbildung ist der Verband der führenden Weiterbildungsdienstleister der Wirtschaft. Der Verband veröffentlicht regelmäßig Mitte des Jahres seine Trendstudie zur betrieblichen Weiterbildung und informiert über aktuelle Entwicklungen im Weiterbildungsmarkt.

Berufsausbildung

Ausbildungsmarkt im Juni 2020

Die Corona-Krise führt auf dem Ausbildungsmarkt dazu, dass sich der Ausgleich von Angebot und Nachfrage um ca. sechs bis acht Wochen verzögert und verlangsamt. Von Oktober 2019 bis Juni 2020 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 417.000 Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle, das sind 43.000 weniger als im Vorjahreszeitraum.
Im Juni waren noch 210.000 junge Menschen auf der Suche nach einem der 479.000 gemeldeten Ausbildungsplätze. Auch wenn dies 47.000 weniger als im Vorjahr sind, stehen die Chancen für die Einzelnen nach wie vor gut. 229.000 Ausbildungsplätze sind noch unbesetzt.
Der Monatsbericht der Bundesagentur für Arbeit wagt jedoch noch keine abschließende Bewertung.

Azubi-Berichtsheft – jetzt voll digital!
IHK-Organisationen starten Serviceportal Bildung zum 1. August 2020

Das digitale Azubi-Berichtsheft ist die erste Ausbaustufe des neuen Serviceportals Bildung, das den Mitgliedern der IHKs und ihren Azubis mit dem Start in die Ausbildung ab dem ersten August 2020 kostenlos zur Verfügung stehen kann. Auf dem neuen Onlineportal sollen zukünftig alle Ausbildungsverwaltungsprozesse der beruflichen Aus- und Weiterbildung digital angeboten werden. Es umfasst das digitale Anfertigen und Einreichen von Ausbildungsverträgen, die Führung des Ausbildungsnachweises, das Prüfungsmanagement sowie Beratungsleistungen rund um die Ausbildung. 
„Man spart viel Zeit“ 
Während einer Pilotphase wurde das digitale Azubi-Berichtsheft unter Praxisbedingungen getestet. Ausbildende Unternehmen verschiedener Regionen haben für einen begrenzten Zeitraum einen Probelauf durchgeführt. Daniel Ströbele ist Ausbilder im Metallbereich bei Liebherr in Ehingen/Donau. Von den 180 Auszubildenden haben zwei gemeinsam mit ihren Ausbildern das digitale Berichtsheft auf Herz und Nieren geprüft. „Das hat sehr gut geklappt“, sagt Ströbele. „Ausbilder und Auszubildende haben ihre Zugangsdaten von der IHK erhalten und dann die Profile angelegt. Die Azubis haben ihre Berichte direkt im Portal verfasst und per Klick an den Ausbilder weitergeleitet. Über einen Button konnte dieser dann den Bericht akzeptieren oder zurückweisen. Gerade im letzteren Fall spart man viel Zeit, denn man kann die Ablehnung mit einem erklärenden Kommentar versehen und muss den Azubi nicht erst zu sich bitten“. Den Azubis habe der Test auf jeden Fall Spaß gemacht. Das Portal sei leicht bedienbar und fördere die digitale Kompetenz. 
Das System ist „intuitiv bedienbar“ 
Gute Erfahrungen während der Testphase hat auch Patrick Schirmer gemacht. Er ist Leiter der Ausbildung bei Handtmann in Biberach/Riß. Das Unternehmen bildet aktuell 120 junge Menschen aus, von denen zwei das digitale Berichtsheft getestet haben. „Das System ist sehr intuitiv bedienbar, denn es verfügt über einfache und übersichtliche Bedienfelder“, berichtet Schirmer. „Aus meiner Sicht eine nutzbringende Innovation. Man sieht sofort, welche Berichte da sind und welche noch fehlen“. Neben der besseren Übersicht begrüßt Schirmer auch die Unabhängigkeit von Zeit und Ort hinsichtlich der Eingabe und Kontrolle. „Für ein Unternehmen, das verschiedene Standorte in Deutschland hat, ist das digitale Berichtsheft ein weiterer Schritt zur Standardisierung der Ausbildung über verschiedene Bundesländer hinweg“, so der Ausbildungsleiter. Von den Azubis kämen ebenfalls positive Rückmeldungen. Sie schätzten die unkomplizierte Online-Kontaktaufnahme mit den Ausbildungsbeauftragten der verschiedenen Abteilungen.  
Defizite in der Ausbildung werden schneller erkannt 
Viel Lob und Zuspruch von den Ausbildungsbetrieben. Doch nicht nur dort wird das neue Portal geschätzt. Für die IHKs der einzelnen Regionen bietet es mehr Effektivität in der Abwicklung der Beratungs- und Prüfungsprozesse sowie in der Weiterentwicklung der Ausbildungsinhalte. „Eine der wichtigsten Aufgaben der IHKs ist die Organisation, Betreuung und Sicherung der Qualität betrieblicher Ausbildung“, erläutert Patrizia Grün, Leiterin Ausbildung bei der IHK Ulm. „Der Ausbildungsnachweis ist das wesentliche Element zur Qualitätsentwicklung während der Berufsausbildung. Auf dieser Basis werden die Ausbildungsinhalte ständig überprüft“. Mit dem digitalen Berichtsheft könne die IHK schneller auf notwendige Änderungen in den Ausbildungsinhalten reagieren. Auch Ausbildungsdefizite könnten so schneller erkannt werden.       
Das Portal lebt und wird laufend weiterentwickelt. Bis zum Sommer 2021 werden in der zweiten Ausbaustufe der digitale Ausbildungsvertrag sowie Zusatzservices integriert, die für unterschiedlichste Nutzergruppen - Ausbilder, Azubis, Prüfer und IHKs – ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten bieten.

Ausbildung – auch in der Krise eine Investition gegen Fachkräftemangel
BIBB aktualisiert Kosten-Nutzen-Rechnung

Die Corona-Thematik hat in den letzten Wochen zahlreiche andere Themenkomplexe überlagert, diese waren zwar nicht sichtbar, aber noch immer vorhanden. Ein Beispiel hierfür ist der mittelfristige Fachkräftebedarf. Das eigene Ausbildungsengagement ist für Betriebe nach wie vor die wichtigste Möglichkeit, ihren zukünftigen Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften zu decken. Somit lohnt sich Ausbildung in doppelter Hinsicht. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat in einer neuen repräsentativen Erhebung Kosten und Nutzen der betrieblichen Ausbildung für das Ausbildungsjahr 2017/2018 analysiert. Gegenüber der letzten Untersuchung aus dem Jahr 2012/13 sind die Nettoausbildungskosten der Betriebe nur leicht gestiegen und betragen knapp 6.500 € pro Auszubildendem pro Jahr. „Auch wenn die Daten“, betont BIBB-Präsident Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, „keine unmittelbaren Rückschlüsse auf das aktuelle Handeln der Betriebe in Corona-Zeiten zulassen, so zeigt die BIBB-Erhebung doch: Für einen Großteil der Betriebe lohnt sich die Ausbildung – entweder schon während der Ausbildung durch die produktiven Beiträge der Auszubildenden, durch die eingesparten Personalgewinnungskosten bei Übernahme oder durch weitere Nutzenfaktoren wie zum Beispiel die Vermeidung von Stellenvakanzen, eine hohe Identifikation mit dem Betrieb und eine lange Betriebszugehörigkeit. Vor dem Hintergrund des weiter anhaltenden Fachkräftebedarfs tun die Betriebe also gut daran, ihr Ausbildungsengagement jetzt aufrechtzuerhalten. Denn die Auszubildenden von heute sind die so dringend benötigten Fachkräfte von morgen.“ 

Chemie-Arbeitgeber:
Wir stehen zur dualen Ausbildung – auch in der Krise!

Ein Beispiel für das ganz besondere Ausbildungsengagement in Corona-Zeiten bildet die Initiative der Chemie-Arbeitgeber. Im Rahmen des Programms Elementare Vielfalt zeigt sich die Branche seit längerem kreativ bei der Nachwuchsgewinnung und hat zahlreiche Programme entwickelt, um Naturwissenschaften, Chemie und deren Bedeutung für den Industriestandort Deutschland deutlich zu machen. Jetzt haben sich die Chemie-Arbeitgeber klar für duale Ausbildung auch und gerade in den Zeiten der Krise positioniert.
In der Chemieindustrie werden jährlich mehr als 9.000 Ausbildungsverträge in über 50 Berufen angeboten; eine erfolgreiche Ausbildung führt in rund 90 Prozent aller Fälle auch zu einer Übernahme in einem anspruchsvollen und modernen Tätigkeitsfeld. Von der 2018 eingeführten Wahlqualifikation „Digitalisierung und vernetzte Produktion“ im Ausbildungsberuf „Chemikant*in“ haben bereits über 1.000 Chemikantinnen und Chemikanten profitiert.

Publikation / Online-Angebote

IW startet neues Projekt „Netzwerk Q 4.0“

Die Folgen der Corona-Pandemie werden weitreichend sein und sind bislang nicht klar einzuschätzen. Unstrittig ist allerdings, dass nach der Krise Fachkräfte wieder dringend gesucht sein werden, daher besteht weiter Qualifizierungsbedarf. Zahlreiche Unternehmen konzentrieren sich jetzt auf Weiterbildungsaktivitäten, indem sie auf digitale E-Learning-Formate umgestellt haben. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) bietet auf seinem Portal Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KoFa) zahlreiche Informationen zum Thema E-Learning und zu Förderangeboten, um Unternehmen dabei zu unterstützen, gestärkt aus der Krise zu kommen.
Im Corona-Dossier des IW finden sich umfassende Informationen rund um die Themen Kurzarbeit, Homeoffice oder Ausbildung in der Krise. Um Ausbilder im digitalen Wandel zu qualifizieren, hat das IW gemeinsam mit den Bildungswerken der Wirtschaft das neue Projekt „Netzwerk Q 4.0“ gestartet.

Azubis digital erreichen

Berufsorientierungsmesse – fällt wegen Corona aus
Betriebspraktikum – derzeit nicht möglich
Kammern und Verbände gehen aktuell neue Wege, um potentielle Auszubildende auf sich aufmerksam zu machen. Zahlreiche Aktivitäten werden ins Netz verlagert und online angeboten. Aber das ist nicht immer so einfach, deshalb sind Tipps und Ratschläge willkommen.
Die Bundesinnung des Kfz-Gewerbes gibt Betrieben u.a. Hinweise, wie die Online-Ansprache gelingen kann. Auch die Berliner SHK-Innung beteiligt sich an einem Landesportal für Azubis und zeigt Betrieben in einer neuen Broschüre Schritt für Schritt, worauf es bei einer erfolgreichen Ausbildung ankommt.

Bildungspraxis

Wie viele andere Veranstaltungen ist in diesem Jahr auch die Didacta der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Zahlreiche Aussteller konnten auf digitale und virtuelle Formate ausweichen, aber das ist nicht dasselbe wie der unmittelbare persönliche Austausch. Auch „Bildungspraxis“, das Didacta-Magazin für berufliche Bildung, wird derzeit wahrscheinlich eher online gelesen als an Messeständen präsentiert. Die jüngste Ausgabe steht jetzt als kostenloses E-Magazin bereit.

Veranstaltung

Wie sieht die Zukunft der Arbeit aus?
Wie arbeiten wir morgen und erst recht übermorgen?

Mögliche Antworten vermittelt Futureworld 2020 am 8. September 2020, das größte Festival zur Zukunft der Arbeit in Berlin, organisiert von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Microsoft Deutschland. Zahlreiche hochkarätige Speaker präsentieren auf drei Bühnen Anregungen, Ideen, Forschungsergebnisse und Erfahrungen.
Live vor Ort kann man in Berlin auf dem Euref-Campus dabei sein oder das Ganze als virtuelles Event von zuhause aus verfolgen.

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung e.V.
Simrockstraße 13
53113 Bonn
Deutschland

www.kwb-berufsbildung.de
kwb@kwb-berufsbildung.de
Fon: +49 (0)228 / 91523-0

Vertretungsberechtigte:
Dr. Barbara Dorn (BDA), Vorsitzende des KWB
Sven-Uwe Räß (Gesamtmetall), stellvertretender Vorsitzender des KWB
Dr. Volker Born (ZDH), stellvertretender Vorsitzender des KWB
Jürgen Hollstein (Geschäftsführer)

Eintrag im Vereinsregister:
Registernummer 9503
Amtsgericht Bonn

Redaktion:
Jürgen Hollstein