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KWB-News Aus- und Weiterbildung


03.06.2020

Berufsbildungspolitik

Berufsbildungsbericht 2020 veröffentlicht
GEMEINSAME Stellungnahme der Bänke im BIBB-Hauptausschuss

Mit dem Berufsbildungsbericht informiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) jährlich zum 01. April über die aktuellen Entwicklungen in der beruflichen Bildung. Dieser gesetzliche Auftrag ist auch im neuen Berufsbildungsgesetz verankert. Der umfassende Bericht informiert über alle Belange der beruflichen Bildung und wird vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) um einen detaillieren Datenreport ergänzt. Der BIBB-Hauptausschuss, der die gesetzliche Aufgabe hat, die Bundesregierung in grund­sätzlichen Fragen der Berufsbildung zu beraten, gibt traditionell eine Stellungnahme zum Entwurf des Berufsbildungsberichts ab. In den letzten Jahren gab es zumeist Sondervoten der verschiedenen Bänke des Hauptausschusses (Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Länder), die den Bericht politisch werten. Angesichts der durch die Corona-Pandemie besonderen Lage ist auch die Stellungnahme des BIBB-Hauptausschusses ein wenig anders ausgefallen. Die Beauftragten der Bänke stellen ihre unterschiedlichen Bewertungen hintan und betonen das gemeinsame Ziel, das Übergreifen der Corona-Krise auf den Ausbildungsmarkt zu verhindern beziehungsweise abzumildern. Hierzu ist es für alle wichtig, dass die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Krise abgefedert und die Rückkehr zu stabilen Verhältnissen erleichtert werden.

Außerordentliches Spitzentreffen der Allianz für Aus- und Weiterbildung
Maßnahmen zur Stabilisierung der dualen Ausbildung

Die Spitzen der Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung haben Ende Mai konkrete Schritte beschlossen, um die Auswirkungen der Corona-Krise auf die duale Ausbildung abzumildern. In einer gemeinsamen Erklärung haben die Vertreter von Bund, Ländern, der Bundesagentur für Arbeit sowie der Sozialpartner das Ziel bekräftigt, dass Auszubildende trotz der aktuell schwierigen Situation ihre Ausbildung fortsetzen und ihre Prüfung ablegen können. Zudem verfolgen sie gemeinsam das Ziel, auch in den kommenden Ausbildungsjahren genügend Ausbildungsplätze anbieten zu können. Kurzfristig verständigten sich die Allianzpartner u.a. darauf, dass Firmen, die Auszubildende aus Insolvenzbetrieben übernehmen, eine zeitlich befristete Übernahmeprämie erhalten können. Außerdem sollen Unternehmen zur Stabilisierung des Ausbildungsjahres 2020/21 die Vorteile der Verbundausbildung und der Auftragsausbildung stärker nutzen können.
Zudem sollen Jugendliche und Betriebe – auch mit mehr digitalen Formaten - im kommenden Ausbildungsjahr noch gezielter beraten und vermittelt werden.
Für die Arbeitgeber betonnt DIHK-Präsident Eric Schweitzer: „Wir beschließen heute erste Maßnahmen, die dabei helfen sollen, bestehende Ausbildungsverträge zu erhalten und neue Ausbildungsangebote zu ermöglichen. Wir werden den Ausbildungsmarkt genau beobachten und Unternehmen gezielt nach Region, Branche und Betriebsgröße dort unterstützen, wo Ausbildung ohne Hilfe von außen nicht mehr möglich ist. (…)“

Berufsausbildung

Ausbildungszahlen im Mai 2020

Die Corona-Krise wirkt sich auch auf dem Ausbildungsmarkt aus und hat den Ausgleich verlangsamt. Wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilt, meldeten sich seit Oktober 2019 rund 400.000 Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle, dies sind ca. 39.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Aktuell sind noch 229.000 Interessenten auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Ebenso rückläufig ist die Zahl der Ausbildungsangebote, die mir 463.000 aber immer noch auf einem hohen Niveau liegt (-46.000 gegenüber Vorjahr).
Den Ausbildungsinteressierten stehen noch 250.000 offene Ausbildungsplätze gegenüber.
Auffällig ist, dass vor allem in Gastronomie- und Hotellerieberufen, im Friseurhandwerk, in Maschinenbau- und Betriebstechnik, in der Elektrotechnik, in kaufmännischen Berufen, in Informatikberufen, im Lebensmittelverkauf und im Berufskraftverkehr die Zahl der Ausbildungsangebote aktuell rückläufig sind.
Insgesamt ist der Ausbildungsmarkt im Mai noch sehr in Bewegung, für eine fundierte Bewertung ist es noch zu früh.

Aktualisierte BIBB-Hauptausschussempfehlungen
Musterausbildungsvertrag und Musterprüfungsordnungen angepasst

Zur Umsetzung des in 2019 geänderten Berufsbildungsgesetzes (BBiG) war es erforderlich, einige Empfehlungen des BIBB-Hauptausschusses anzupassen. Im Bundesanzeiger wurden nun die Richtlinien des BIBB-HA zur Musterprüfungsordnung für die Durchführung von Abschluss- und Umschulungsprüfungen sowie für die Durchführung von Gesellen- und Umschulungsprüfungen veröffentlicht. Außerdem wurden die Musterprüfungsordnung für Fortbildungsprüfungen nach der Handwerksordnung bzw. dem BBiG aktualisiert.
Darüber hinaus hat der BIBB-HA seine Empfehlung zum Musterausbildungsvertrag überarbeitet.

Rückkehr in den Normalmodus
Kammerorganisationen nahmen Prüfungsbetrieb wieder auf

Anfang Mai startete das Handwerk in die reguläre Prüfungsperiode für Abschluss- und Gesellenprüfungen des Ausbildungsjahrgangs, der im Sommer 2020 seine Lehrzeit beendet.
Damit gab es für die Absolventen nur eine geringe Verzögerung gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan. Auch Fortbildungsprüfungen werden im Handwerk seit Anfang Mai wieder planmäßig durchgeführt oder nachgeholt.

Parallel zu den Handwerksorganisationen nahm auch der Prüfungsbetrieb in den Industrie- und Handelskammern wieder Fahrt auf. Anfang Mai ging es mit den mündlichen sowie den praktischen Prüfungen los, die schriftlichen IHK-Prüfungen werden bundeseinheitlich Mitte Juni durchgeführt. Somit werden unter strengen hygienischen Vorschriften im Sommer rund 200.000 IHK-Prüfungen absolviert. Seit Anfang Mai finden auch Weiterbildungsprüfungen wieder statt, es begann mit den mündlichen Prüfungen, die schriftlichen Prüfungen folgen in den nächsten Wochen.

Auswirkungen der „Corona-Krise“ auf die duale Berufsausbildung
Risiken, Konsequenzen und Handlungsnotwendigkeiten

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat in einer aktuellen Studie untersucht, wie sich die Corona-bedingten wirtschaftlichen Entwicklungen auf den Ausbildungsmarkt auswirken (könnten). Die Ergebnisse liegen jetzt als PrePrint vor. Frühere Erfahrungen zeigen, dass Jugendliche in Krisenzeiten eher nach Ausbildungsalternativen suchen. Die Frühjahrszahlen der Bundesagentur für Arbeit lassen sowohl Rückgänge bei den Ausbildungsangeboten als auch bei der Ausbildungsnachfrage erkennen, voraussichtlich sinkt die Zahl der neuen Ausbildungsverträge unter 500.000. Zu befürchten ist auch, dass die Situation für Hauptschulabsolventen schwieriger wird als für Studienberechtigte mit der Option auf alternative Ausbildungswege. Die Studie empfiehlt, Betriebe in besonders betroffenen Branchen besonders zu unterstützen und das Ausbildungsengagement von Betrieben in Krisenzeiten zu honorieren.

Neuordnung IT-Berufe
BAVC bietet kompakte Informationen

Die Neuordnung der IT-Berufe hat branchenübergreifend großes Interesse hervorgerufen, die modernisierten Berufe der Informationstechnik werden in zahlreichen Branchen erfolgreich ausgebildet. Eine gute Übersicht aller Informationen zur Neuordnung der IT-Berufe findet sich bspw. auf der Homepage des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC), der interessante Hintergrundinfos, Verordnungstexte, Profil-Beschreibungen, aktuelle Präsentationen, Link-Tipps und vieles mehr anbietet.

Publikationen

Relevante Berufe untersucht

Die Begriffe "system-" bzw. "versorgungsrelevant" haben in den vergangenen Wochen Konjunktur; auch in der Berufsbildung findet sich ein entsprechender Niederschlag.
Im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) haben Robert Helmrich, Michael Kalinowski und Uta Braun eine knappe Studie vorgelegt, in der Berufe quantifiziert werden, die jetzt und in Zukunft für unser Gemeinwesen von besonderer Bedeutung sind. Die Preprint-Studie mit dem Titel "Bedeutung und Beitrag der Berufsbildung in der Krise – nicht nur in der Krise brauchen wir Berufe, die helfen und Strukturen erhalten“ steht online auf den Seiten des BIBB zur Verfügung.

Berufsbildung international
Wie gehen europäische Staaten mit der Krise um?

Spätestens in den vergangenen Wochen haben wir alle gelernt, dass eine Pandemie eine weltweit verbreitete Epidemie ist. Somit wird der Blick über den Tellerrand immer wichtiger. Die europäische Institution der Berufsbildung, CEDEFOP, hat in ihrem - englischsprachigen - Bericht "How are European countries managing apprenticeships to respond to the COVID-19 crisis" einen Überblick über ad-hoc-Maßnahmen und die daraus folgenden Auswirkungen auf die Berufsausbildung in 22 europäischen Ländern vorgelegt. Über die Leiterin des Arbeitsbereichs „Berufsbildung im internationalen Vergleich, Forschung und Monitoring“, Isabelle Le Mouillour, hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) dabei auch die deutsche Erfahrung eingebracht. Unterschiedliche Herangehensweisen finden sich bspw. an die Fragen, wie Abschlussprüfungen durchgeführt werden können, wie junge Menschen auch außerhalb der Schul- und Betriebsstrukturen lernen können oder wie verschiedene Branchen mit der Situation umgehen. Auch die zu befürchtende nachlassende Ausbildungsbereitschaft  bzw. Ausbildungskapazität der Betriebe in weiten Teilen Europas wird beleuchtet.

Eine besondere Herausforderung - BIBB legt Diskussionspapier zur Qualifzierung von Berufsbildungspersonal für Behinderte vor

In der Bildung und somit auch in der Berufsbildung haben die handelnden Personen eine ganz besondere Bedeutung. Dies gilt wahrscheinlich nochmals in herausgehobener Form für das Berufsbildungspersonal, das mit der Ausbildung behinderter Menschen betraut ist. Diese Gruppe ist sehr heterogen, hier treffen sich unterschiedlichste Ausbildungen, Herkunfts­professionen und Berufsbiografien. Das nun vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) unter Leitung von Kirsten Vollmer präsentierte wissenschaftliche Diskussionspapier „Qualifizierung des Berufsbildungspersonals in der beruflichen Bildung behinderter Menschen“ betrachtet aus unterschiedlichen Perspektiven, wie die Qualifizierung dieser Gruppe anforderungsgerecht aussehen sollte und regt damit die Diskussion zu einem speziellen Inklusionsaspekt an.

„Berufsorientierung und -vorbereitung für Zugewanderte“
neuer Praxisleitfaden des BIBB

Die Berufsorientierung für Flüchtlinge bleibt ein wichtiges Thema, um junge Menschen mit Migrationshintergrund erfolgreich in die Ausbildungs- und Arbeitswelt zu integrieren. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat nun einen neuen Leitfaden präsentiert. Im Programm „Berufsorientierung für Flüchtlinge (BOF)“ und ähnlichen Unterstützungsangeboten können so zukünftige Auswahlprozesse zuverlässig, transparent und mit Hilfe standardisierter Verfahren durchgeführt werden. Ziel ist eine verbesserte Vermittlung in Ausbildung beziehungsweise Einstiegsqualifizierung.

Ausschreibung

Parlamentarisches Patenschafts-Programm
Jetzt für 2021 /2022 bewerben

Seit 1983, dem 300. Jahrestag der Einwanderung der ersten deutschen Auswanderer in die USA, gibt es das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP), das die deutsch-amerikanische Verbundenheit und die bilateralen Beziehungen durch persönliche Kontakte verbessern und vertiefen will.
Das PPP für junge Berufstätige richtet sich an junge Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung und an Auszubildende im letzten Berufsausbildungsjahr, die zum Zeitpunkt des Programmbeginns in der Regel nicht älter als 24 Jahre alt sind. Es stehen 75 Plätze zur Verfügung.
Das Stipendium umfasst die Reise, Lebenskosten vor Ort, Versicherungen sowie ein Seminarprogramm zu Kultur und Leben in den USA incl. einer Betreuung vor Ort.
Die Bewerbungsfrist für das 38. Programmjahr August 2021 bis Juli 2022 endet am 11.09.2020.

Veranstaltung

#wirfürschule
Hackathon sucht nach Ideen für das Schuljahr 2020 / 2021

Aus den Begriffen „Hack“ und „Marathon“ ist das Wort Hackathon entstanden und bezeichnet eine kollaborative Soft- und Hardwareentwicklungsveranstaltung, die innerhalb einer definierten Zeit gemeinsam nützliche, kreative oder unterhaltsame Softwareprodukte herstellt oder Lösungen für bestimmte Probleme finden will.
Wie sich die Schule verändern kann, wie gemeinsam funktionierende Lösungen, digital und analog, entwickelt werden können, um erfolgreich in das neue Schuljahr 2020/21 zu starten – dies sind einige der Fragen, denen sich der #wirfürschule Hackathon in der Zeit vom 08. bis 12.06.2020 widmet.
Die Veranstaltung wurde vom Verein Digitale Bildung für Alle e.V. und der Lehrer-Community von lehrermarktplatz.de initiiert, die Organisation übernimmt ein Team aus Ehrenamtlichen.
Der Hackathon findet online über einen Slack Workspace statt. Nach der Anmeldung auf der  Website werden interdisziplinäre Teams zusammengestellt, die dann eine Woche lang an einer konkreten Herausforderung arbeiten. Sie werden in dieser Woche von Mentoren und Experten mit fachlichem und technischem Knowhow unterstützt. Eine unabhängige Jury wählt nach dem Hackathon die besten Ideen und Lösungen aus.

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung e.V.
Simrockstraße 13
53113 Bonn
Deutschland

www.kwb-berufsbildung.de
kwb@kwb-berufsbildung.de
Fon: +49 (0)228 / 91523-0

Vertretungsberechtigte:
Dr. Barbara Dorn (BDA), Vorsitzende des KWB
Sven-Uwe Räß (Gesamtmetall), stellvertretender Vorsitzender des KWB
Dr. Volker Born (ZDH), stellvertretender Vorsitzender des KWB
Jürgen Hollstein (Geschäftsführer)

Eintrag im Vereinsregister:
Registernummer 9503
Amtsgericht Bonn

Redaktion:
Jürgen Hollstein