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KWB-News Aus- und Weiterbildung


01.04.2020

Corona
Aufgrund der sich kurzfristig ändernden Situationen und Informationen verzichtet der KWB-Newsletter auf den Versuch, diese aktuell abzubilden; hierfür ist dieser Newsletter nicht das geeignete Instrument.
Wichtig erscheinen uns jedoch der Wortlauf der Pressemitteilung des DIHK von Freitag, 27.03.2020, zitiert, in dem die Entscheidung mitgeteilt wird, auch die beruflichen Abschluss- und Weiterbildungsprüfungen auf den Sommer zu verschieben, sowie einige Hinweise zu Ausbildung und Berufsschulunterricht, die im Rahmen eines Webinars der BDA zusammengefasst wurden.

Die im KWB vertretenen Spitzenorganisationen der Wirtschaft informieren auf ihren Homepages auch zu Fragen der Berufsbildung, darüber hinaus sind oftmals FAQs angelegt, die aktuell gepflegt werden.
Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände
Deutscher Industrie- und Handelskammertag
Zentralverband des Deutschen Handwerks
Gesamtmetall
Handelsverband Deutschland
Bundesarbeitgeberverband Chemie
Bundesverband der Freien Berufe
Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen
Deutscher Bauernverband

Industrie- und Handelskammern verschieben Azubi-Abschluss- und Weiterbildungsprüfungen
Auch Sach- und Fachkundeprüfungen bleiben vorerst ausgesetzt

Die Industrie- und Handelskammern (IHKs) verschieben die für April und Mai geplanten schriftlichen Azubi-Abschlussprüfungen in den Sommer 2020. Hiervon sind rund 210 000 Auszubildende betroffen. Bis einschließlich Mai finden auch keine IHK-Weiterbildungsprüfungen statt. Diese werden zwischen Juni und August nachgeholt. Darauf haben sich die zuständigen IHK-Gremien verständigt. Die schriftlichen IHK-Ausbildungsprüfungen werden nach jetzigem Stand in der Zeit vom 16. bis zum 19. Juni 2020 nachgeholt. Die industriell-technischen Prüfungen sollen demnach am 16. und 17. Juni 2020 und die kaufmännischen am 18. und 19. Juni 2020 stattfinden. Prüfungsteilnehmer, die im Frühjahr 2020 für die Abschlussprüfung Teil 1 angemeldet waren, können ihre Prüfung im Herbst 2020 nachholen. Genauere Informationen zu den Aus- und Weiterbildungsprüfungen werden die IHKs auf ihren Webseiten bereitstellen.
Die IHK-Organisation begründet die Absage mit dem Ziel, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen sowie mit den Vorgaben in einzelnen Bundesländern. Insbesondere aufgrund dieser Vorschriften ist es faktisch unmöglich geworden, bundesweit einheitliche Prüfungen ordnungsgemäß abzuhalten. Auch alle IHK-Unterrichtungen sowie die IHK Sach- und Fachkundeprüfungen (Verkehrsprüfungen sowie Unterrichtungen und Prüfungen aus dem Bereich des Gewerberechts) bleiben ebenfalls mindestens bis zum 24. April 2020 ausgesetzt. Auch hier werden die örtlichen IHKs schnellstmöglich darüber informieren, wann diese wieder stattfinden können. Bei dringenden Engpässen, die beispielsweise systemrelevante Unternehmen betreffen, kann es im Einzelfall im Rahmen der landesrechtlichen Möglichkeiten Ausnahmen geben. Die Entscheidung trifft die zuständige IHK in engem Austausch mit den Unternehmen vor Ort. 
Um Engpässe im Güterverkehr zu vermeiden, ist die Gültigkeit der Schulungsnachweise für Berufskraftfahrer und im Gefahrgutbereich verlängert worden. So bleiben alle Bescheinigungen über die Fahrzeugführerschulung, deren Geltungsdauer zwischen dem 01. März 2020 und dem 01. November 2020 endet, bis zum 30. November 2020 gültig. 
Auch die Schulungsbescheinigungen für Gefahrgutbeauftragte, deren Geltungsdauer zwischen dem 01. März 2020 und dem 01. November 2020 endet, sind bis zum 30. November 2020 gültig. 

Hinweise und Verfahrensvorschläge
auf der Grundlage eines BDA-Webinars

Ausfall der Ausbildung
Bei einer teilweisen oder vollständigen Betriebsschließung oder vereinbarter Kurzarbeit gilt für die Ausbildung Folgendes:
Zunächst muss der Ausbildungsbetrieb unter allen Umständen versuchen, die Ausbildung aufrecht zu erhalten. Sofern auch nur in einem Teilbereich der Betrieb noch weiterläuft, muss versucht werden, die Ausbildung in diesen Bereich zu verlagern. Ggf. müssen entsprechende Ausbildungsinhalte vorgezogen werden. Ggf. kommt auch eine Teilzeitausbildung in Betracht (Reduzierung auf bis zu 50 % der täglichen/wöchentlichen Ausbildungszeit gemäß § 7a BBiG).
Sofern keine betrieblichen Aktivitäten mehr stattfinden, können auch ausbildungsrelevante Aufgaben oder Projekte für die Erarbeitung zu Hause entwickelt werden. In diesem Fall ("Homeoffice") muss jedoch eine ausreichende Betreuung der Auszubildenden (virtuell oder telefonisch) sichergestellt sein. Es kann zudem auch zusätzliche Lernzeit für die Berufsschule vorgesehen werden. Zu beachten ist dabei, dass auch Ausbilder möglichst lange im laufenden Betrieb gehalten werden müssen. Sie dürfen z.B. erst in Kurzarbeit, wenn keine Alternative mehr besteht. Erst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann auch Kurzarbeit für Auszubildende vereinbart werden. Dies gilt aber nur, wenn die Unterbrechung der Ausbildung unvermeidbar ist. In diesem Fall haben Auszubildende gemäß § 19 Abs. 1 Nr. 2a BBiG jedoch zunächst einen sechswöchigen Anspruch auf Fortzahlung ihrer Vergütung.
Die BDA setzt sich ebenso wie das BMBF derzeit für eine bis Ende 2020 befristete Aussetzung dieses Anspruchs ein. Demnach soll im Falle einer vereinbarten Kurzarbeit für die Dauer des Bezugs des Kurzarbeitergeldes der Anspruch auf Fortzahlung der Vergütung entfallen. Bislang waren die diesbezüglichen Bemühungen noch nicht erfolgreich.
Eine letzte Maßnahme stellt die Kündigung des Ausbildungsverhältnisses dar. Sofern eine ordnungsgemäße Ausbildung nicht mehr sichergestellt werden kann, weil der Betrieb ganz oder teilweise geschlossen ist oder aufgrund der Umstände die Ausbildungsberechtigung nicht mehr besteht (z. B. steht kein ausbildendes Personal mehr zur Verfügung), besteht ein außerordentliches Kündigungsrecht gemäß § 22 Abs. 2 Nr.1 BBiG.
Diskutiert werden zudem Modelle einer Verbundausbildung, sofern Teile der Ausbildung in einem anderen Betrieb noch vermittelt werden können. Dies ist jedoch kurzfristig nur schwer zu realisieren und mit einigen rechtlichen Hürden verbunden. 

Ausfall des Berufsschulunterrichts
Bundesweit findet zurzeit kein Präsenzunterricht in Berufsschulen statt.
Sofern anstelle des regulären Unterrichts Online-Angebote geschaffen werden bzw. Aufgaben zur eigenverantwortlichen Bearbeitung zur Verfügung gestellt werden, muss den Auszubildenden entsprechend Zeit eingeräumt werden, um diese wahrzunehmen bzw. zu bearbeiten.
Insofern gilt die Pflicht zur Freistellung für den Berufsschulunterricht gemäß § 15 Abs. 1 Nr. 1 BBiG fort. Falls aufgrund eines erhöhten betrieblichen Bedarfs die Auszubildenden unverzichtbar im Betrieb sind, gibt es entsprechend der jeweiligen landesrechtlichen Regelungen (Berufsschulverordnungen) die Möglichkeit, eine Befreiung von der Berufsschule zu beantragen (in der Regel nur für wenige Tage).
Auch wenn die zuständige(n) Berufsschule(n) derzeit nicht erreichbar sein sollte(n), empfiehlt es sich aufgrund der derzeitigen Ausnahmesituation, ggf. einen formlosen Antrag per E-Mail zu senden (mit Angabe der betroffenen Auszubildenden) und mit Hinweis auf die aktuelle Situation um Befreiung zu bitten.
Selbstverständlich muss im Nachgang dann gemeinsam eine Möglichkeit gefunden werden, den Berufsschulstoff nachzuholen, damit den Auszubildenden kein Nachteil entsteht.

E-Learning, mobiles Lernen, WBT

Die Schließung von Berufsschulen, betrieblichen und überbetrieblichen Bildungsstätten, Ausbildungszentren und Lehrwerkstätten etc. hat dazu geführt, dass auch viele Auszubildende sehr plötzlich in der Situation sind, zuhause oder mobil zu lernen. Dabei helfen zahlreiche digitale Angebote, wer bislang damit noch keine oder wenig Erfahrung hatte, lernt jetzt sehr schnell hinzu.
Der Verband Bildungsmedien hat die Angebote der deutschen Bildungsverlage auf seiner Homepage zusammengefasst. Hierin finden Sie auch Angebote für die berufliche Bildung. Darüber hinaus wurden dem KWB aus der betrieblichen Praxis Hinweise auf Angebote gegeben, die oftmals besondere Zugänge in der aktuellen Situation ermöglichen.
Die nachstehenden Links sind rein subjektiv, erheben keinen Anspruch auf Vollzähligkeit und stehen in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zum KWB oder einzelnen Personen. Selbstverständlich stellen auch andere bekannte Lehr- und Lernmittelanbieter hochwertige digitale Angebote, teilweise auch mit aktuellen Sonderkonditionen, zur Verfügung.

Christiani:
Für Ausbilder/-innen und deren Auszubildende stellt Christiani aus aktuellem Anlass Web Based Trainings für die Grundlagen der Elektrotechnik und die Metalltechnik kostenlos zur Verfügung. Die E-Learnings sind derzeit auf der Christiani Lernplattform für jede/-n zugänglich. Zudem bietet Christiani kostenlos Schulungen und Online-Beratung zu technischen Lehrsystemen und Lernkonzepten für Ausbilder/-innen und Lehrer/-innen der Primar- und Sekundarstufen an. Für die Vorbereitung auf Prüfungen der technischen Berufe können zudem bei Christiani „verbrauchte“ Prüfungen der vergangenen Jahre und Prüfungsaufgaben online (EXPLA) erworben werden.

Ecademy: unbürokratischer und befristet kostenfreier Zugang

Lucas Nülle: umfassendes Angebot im gewerblich-technischen Bereich,
E-learning Award 2017 und 2019

Nachwuchsstiftung Maschinenbau:
Hinweis: AGB’s beachten: eigens online gestellte Materialien dürfen durch die Plattform weiterverwendet werden

SMIGAJ Azubischule:  Prüfungsvorbereitung für Büromanagement, IT-Berufe, Groß- und Außenhandel

Vocanto: Komplette Lerninhalte für mehr als 13 Ausbildungsberufe

Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) beim IW Köln hat insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen Tipps und Informationen sowie erste Praxisbeispiele von Unternehmen rund um die Corona-Krise zusammengestellt.
Sie erreichen das KOFA per E-Mail (fachkraefte@iwkoeln.de) oder per Telefon (0221 4981-543).

Zudem werden im Institut der deutschen Wirtschaft aktuell Best Practice-Beispiele für die digital vermittelte Ausbildung in Zeiten von Corona gesammelt und in Kürze u.a. in Form eines Webinars aufbereitet.
Hinweise auf funktionierende und übertragbare Praxisansätze sowie Interessensbekundungen für das Webinar nimmt Herr David Meinhard dankend entgegen (meinhard@iwkoeln.de).


Berufsbildungspolitik

Nordrhein-Westfalen:
Zahl der Auszubildenden stabil

Für 2018 hat das Statistische Landesamt NRW jetzt Zahlen zur Ausbildungssituation veröffentlicht. Die Gesamtzahl der Auszubildenden hat sich in den vergangenen Jahren weitgehend um 300.000 eingependelt. Dies ist allerdings weit entfernt vom Höchstwert, der mit 500.000 vor 45 Jahren dokumentiert wurde. Diese und weitere interessante Informationen zur beruflichen Bildung haben die Statistiker jetzt in der neuen Broschüre "NRW (ge)zählt: Berufsbildung in Nordrhein-Westfalen" veröffentlicht.
Regional stellt sich das Flächenland sehr unterschiedlich dar, das Stadt-Land-Gefälle ist erkennbar. Auch der Blick auf die Herkunft der Azubis ist spannend. Während in den großen Städten des Ruhrgebiets und den angrenzenden Kreisen sowie in größeren Städten die höchsten Anteile ausländischer Auszubildender zu finden sind, sieht es im ländlichen Raum ganz anders aus. Der Kreis Borken weist mit 5,1 % die niedrigste Azubi-Ausländerquote in NRW auf. Einen Hinweis auf die Stabilität und den Erfolg des dualen Ausbildungssystems liefert die Quote von 90,1 % bestandener Abschlussprüfungen und eine Vertragslösungsquote von 25,7 %. Hierbei unterscheiden sich die Branchen selbstverständlich erheblich; herausragend ist der Öffentliche Dienst mit einer Erfolgsquote von 94,3 % und die Vertragslösequote von nur 6,5 %.
Die Broschüre beleuchtet auch die berufliche Weiterbildung. Knapp 20.000 (19.449)  Meister- oder Fortbildungsprüfungen wurden 2018 in NRW absolviert, das waren über 37,2 % aller wahrgenommenen Weiterbildungs­prüfungen.
Fast ebensoviele (19.269) Ausbildereignungsprüfungen bezeugen das hohe Interesse an Ausbildung.

Ländermonitor berufliche Bildung
Bremen

Der Ausbildungsmarkt des Stadtstaats Bremen steht im Mittelpunkt einer Studie, die die Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen und der Abteilung für Wirtschaftspädagogik der Georg-August-Universität Göttingen vorgestellt hat. Aufgrund der besonderen Situation werden 38 % der Auszubildenden in Bremen als „Einpendler“ gezählt, d.h. sie wohnen im Umland und kommen zur Ausbildung in den Stadtstaat. Hier beläuft sich die Relation von Ausbildungsplatznachfrage und Ausbildungsplatzangebot auf 100 zu 92, das bedeutet für Ausbildungssuchende eine deutliche Unterversorgung an Ausbildungsmöglichkeiten. Das ungenutzt bleibende Ausbildungspotenzial lag 2018 bei nur 6 Prozent. Die Arbeitslosenquote fällt überdurchschnittlich hoch aus.
Seit 2016 gibt es die Bremer Berufsqualifizierung, durch die Jugendliche – gefördert mit Mitteln der „Ausbildungsgarantie“ – die Inhalte des ersten Ausbildungsjahres im Schülerstatus erwerben können, um dann möglichst in das zweite Jahr einer betrieblichen Ausbildung zu wechseln. Ob dieses Weg erfolgreich ist, wird sich erst in einigen Jahren bewerten lassen. Obwohl der Anteil der Schulabgänger, die maximal über einen Hauptschulabschluss verfügen, mit 27 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt der Länder (20 %) liegt, beschreibt der Bericht eine zu geringe Bereitschaft der Unternehmen, mit Blick auf den Fachkräftebedarf auch Jugendlichen einen Ausbildungsplatz anzubieten, die einer stärkeren Förderung und Unterstützung bedürfen.

Berufsausbildung

Ausbildungszahlen März 2020

Die am 31.03.2020 vorgestellten Daten der Bundesagentur für Arbeit zum Berichtsmonat März beziehen sich auf den Stichtag 12. März 2020, somit sind noch keine Auswirkungen der Corona-Krise eingeflossen.
Mit 369.000 Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle meldeten sich seit Oktober 2019 rund 23.000 Interessierte weniger als im Vorjahreszeitraum bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen sank um rd. 27.000 auf 447.000. An der Spitze der gemeldeten Ausbildungsstellen liegen nach wie vor angehende Kaufleute im Einzelhandel (29.000), Verkäuferinnen/Verkäufer (19.000) sowie Kaufleute für Büromanagement mit 17.000 Ausbildungsangeboten. Angesichts des frühen Zeitpunkts im Jahr und vor allem der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen sind belastbare Aussagen für das Ausbildungsjahr aktuell nicht möglich.

Ordnungsarbeit in der Berufsbildung geht weiter
Neue Berufe in Planung

Die aktuellen Umstände dürfen nicht vergessen lassen, dass die Pandemie und auch ihre Folgen irgendwann überwunden sein werden. Deshalb ist es wichtig, auch jetzt über den Tag hinaus zu denken und die Berufsbildung von morgen und übermorgen zu planen.
Hierzu gehören auch immer wieder neue Berufe.
Das KWB prüft derzeit eine Initiative zur Wiederbelebung des Berufs des Bematisten.
Bedauerlicherweise wurde die Qualifizierung dieser Spezialisten zur Ermittlung von Entfernungen durch das Zählen von Schritten vor ca. 2500 Jahren aufgegeben. Vergleiche von überlieferten, durch Bematisten ermittelte Entfernungen mit modernen Messungen haben nur minimale Abweichungen ergeben. Somit wird noch kontrovers diskutiert, welchem DQR-Niveau diese Qualifikation zugeordnet werden soll. Ebenfalls noch unklar ist, wie die fakultativ mögliche Verwendung von Hodometern einbezogen werden kann, möglicherweise wird hierfür eine bundesweit einheitliche Zusatzqualifikation erarbeitet.
Im Sinne der verstärkten internationalen Zusammenarbeit ist es auch denkbar, verpflichtende transnationale Ausbildungsabschnitte zu definieren, die beispielsweise auf klassischen antiken Strecken vermittelt werden.

Laborberufe aktuell
Digitale Kompetenzen definiert

Im Rahmen der berufsbildungspolitischen Ordnungsarbeit wurden u.a. die sog. "Laborberufe", d.h. Chemie-, Biologie- und Lacklaboranten, überarbeitet und aktualisiert.
Zentrale Neuerung sind zwei speziell auf die Ausprägung digitaler Kompetenzen ausgerichtete Wahlqualifikationen. Verbunden wird dies mit einer quantitativen und inhaltlichen Optimierung der übrigen WQs sowie deren Zusammenführung in nur eine Auswahlliste je Beruf.
Der Bundesarbeitgeberverbanc Chemie (BAVC) hat diese Aktualisierungen auf seiner Homepage aufgearbeitet und in einem FAQ erläutert. Ausbildungsbetriebe finden eine ausführliche Arbeitshilfe.

Digitales Lernen für die Zukunft:
DIHK-Bildungs-GmbH bietet Online-Kurs „Elements of AI“

Künstliche Intelligenz gehört zweifelsfrei zu den großen Zukunftsthemen. Der Einstieg in die Thematik wird mit einem kostenlosen Online-Kurs, den die Bildung-GmbH des DIHK anbietet, zugänglich gemacht. Grundlage des deutschsprachigen Angebots ist ein Lehrgang der Universität Helsinki und des finnischen Unternehmens Reaktor, die Übertragung ins Deutsche erfolgte durch die appliedAI Initiative des gemeinnützigen Zentrums UnternehmerTUM.
Der auf sechs Wochen angelegte Kurs, dem weltweit über 370.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgen, bietet auch Unternehmen eine Chance, die ihre Auszubildenden zum Lernen ins Homeoffice versetzt haben.

Weiterbildung

Innovationsmotor Weiterbildung erhalten
Krisenzeiten bieten auch Chancen für Weiterbildung

Der Wuppertaler Kreis, der Verband der führenden Weiterbildungsdienstleister der Wirtschaft, weist in einem aktuellen Positionspapier auf die Bedeutung der Weiterbildung in Krisenzeiten hin und fordert auch für seine Branche einen wirtschaftlichen Schutzschirm, der in einem Maßnahmenprogramm die absehbaren Veränderungen proaktiv aufnimmt und die digitale Transformation der beruflichen Weiterbildung fördert. Darüber hinaus sollen Anreize für Unternehmen geschaffen werden, auch in einer wirtschaftlichen Krise Weiterbildungsdienstleistungen in Anspruch nehmen zu können. Mit einem Programm zur Förderung des digitalen Strukturwandels der Bildungsunternehmen soll schließlich eine nachhaltige Veränderung erreicht werden.

Publikation

Schweizer Lexikon der Berufsbildung

Der Blick über den Tellerrand ist immer lohnend, auch wenn echte Vergleiche mit dem deutschen Berufsbildungssystem nicht häufig zu finden sind. Ähnliche duale Berufsbildungsstrukturen finden sich in der Schweiz, daher ist auch das Schweizer Lexikon der Berufsbildung ein interessantes Nachschlagewerk. Das auch online zur Verfügung stehende Referenzwerk für die Begriffswelt der Berufsbildung enthält 231 Stichwörter, die in kurzen und informativen Texten beschrieben werden. Natürlich sind die Definitionen und Erklärungen nicht 1:1 übertragbar, aber oftmals machen gerade die kleinen Unterschiede den Reiz aus.
Wer seine Sprachkompetenz trainieren will, hat einen weiteren Bonus, alle Artikel finden sich in Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch.

Veranstaltungen

KWB-Ausbildungsleitertagung in Düsseldorf abgesagt
Alternative in Vorbereitung

Es wird niemanden verwundern, aber der Vollständigkeit muss darauf hingewiesen werden.
Die für 29./30. April 2020 in Kooperation mit der FOM in Düsseldorf geplante kaufmännische Ausbildungsleiter-Tagung wurde abgesagt.
Wir arbeiten derzeit an einer Alternative, in der Ende April 2020 ein Webinar mit einigen der für die Veranstaltung geplanten Themen durchgeführt werden soll.
Über aktuelle Entwicklungen informieren wir auf der KWB-Homepage.

Berufswahl-SIEGEL:
Verlängerung SmartfilmSafari bis 13. November 2020

In einem unserer letzten Newsletter hatten wir bereits auf die SmartfilmSafari, den Handyfilmwettbewerb #smartfilmsafari von Berufswahl-SIEGEL und Deutscher Kinemathek, hingewiesen. Aufgrund der aktuellen Lage wird die Bewerbungsfrist bis zum 13. November 2020 verlängert. Bis dahin können die Schülerteams ab Klasse 8 mit ihrer Lehrkraft ein Storyboard für einen Kurzfilm einreichen.
Das Thema ist „Berufsbild Gründer: Von der Idee zum Startup“.
Die Jury wird am 7. Dezember 2020 die  Siegerteams auswählen. Von Januar bis Ende März 2021 ist die filmische Umsetzung mit Profis der Deutschen Kinemathek geplant.
Das Bundesfinale findet am 26./27. April 2021 in der Deutschen Kinemathek in Berlin statt.
Die Kurzfilme werden anschließend auf YouTube eingestellt und in den sozialen Medien kommuniziert.
Alle Elemente des Wettbewerbs sind auch online und virtuell durchführbar, vielleicht bietet dies in der aktuellen Situation auch eine besondere Chance.

Save the date: Veranstaltung "Die Rolle der Sozialpartner und Kammern in der beruflichen Bildung in Deutschland" am 12. November 2020

In der zweiten Jahreshälfte 2020 übernimmt Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft. Traditionell gehört dazu auch die Ausrichtung der „European Vocational Skills Week“, kurz VET-Week, der europäischen Woche der Berufsbildung.
In diesem Kontext findet am 12. November 2020, 14:00 – 17:00 Uhr, im Berliner Hotel & Congress Center Estrel die internationale Konferenz „Die Rolle der Sozialpartner und Kammern in der Beruflichen Bildung in Deutschland“ statt.
Wenn Sie Interesse haben, merken sich diesen Termin bereits jetzt vor oder kontaktieren Sie uns für weitere Informationen. Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache mit einer englischen Simultanübersetzung statt. 

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung e.V.
Simrockstraße 13
53113 Bonn
Deutschland

www.kwb-berufsbildung.de
kwb@kwb-berufsbildung.de
Fon: +49 (0)228 / 91523-0

Vertretungsberechtigte:
Dr. Barbara Dorn (BDA), Vorsitzende des KWB
Sven-Uwe Räß (Gesamtmetall), stellvertretender Vorsitzender des KWB
Dr. Volker Born (ZDH), stellvertretender Vorsitzender des KWB
Jürgen Hollstein (Geschäftsführer)

Eintrag im Vereinsregister:
Registernummer 9503
Amtsgericht Bonn

Redaktion:
Jürgen Hollstein