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KWB-News Aus- und Weiterbildung


01.10.2019

Berufsbildungspolitik

50 Jahre Berufsbildungsgesetz
Ein Erfolgsmodell feiert Geburtstag

Am 01.09.1969 trat das Berufsbildungsgesetz in Kraft und bildet seitdem eine wichtige Säule in der  hohen Qualität der beruflichen Bildung in Deutschland. Seit 50 Jahren bietet das BBiG eine verlässliche gesetzliche Grundlage für eine moderne und hochwertige Berufsbildung und trägt somit dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland zu sichern. Es beschreibt die bewährte Partnerschaft zwischen Staat und Wirtschaft, die ein wichtiges Element darstellt, ohne das das deutsche Berufsbildungssystem kaum funktionsfähig und so erfolgreich wäre. Nicht allein deswegen findet das Berufsbildungsgesetz weltweite Aufmerksamkeit und wird von vielen Ländern, die ihre berufliche Bildung regeln oder neu aufstellen möchten, als Maßstab angesehen. Der gesetzliche Ordnungsrahmen erlaubt gleichzeitig eine hohe Flexibilität, die es den wichtigsten Akteuren, Unternehmen, Sozialpartnern und öffentlicher Hand möglich macht, passgenau und praxisgerecht in der Berufsbildung auf Veränderungen in der Arbeitswelt und der Gesellschaft einzugehen. Die erste Anpassung des BBiG erfolgte vor rund 15 Jahren, derzeit wird das Gesetz erneut weiterentwickelt. Aktuelle Herausforderungen wie etwas Digitalisierung und Kompetenzorientierung, die Steigerung der Attraktivität der Berufsbildung oder die zunehmende Bedeutung der Aus- und Fortbildung werden damit auf- und angenommen.

Berufsbildungsmodernisierungsgesetz im parlamentarischen Verfahren

Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Modernisierung des Berufsbildungsgesetzes geht im Herbst 2019 in die Zielgerade. Nachdem vor der Sommerpause die erste Lesung stattfand und der Gesetzesentwurf im Bundesrat diskutiert wurde, beschäftigt sich der federführende Bildungs- und Forschungsausschuss mit der Vorlage und führt Mitte Oktober eine öffentliche Anhörung durch, bevor Ende Oktober die Abschlussberatung im Ausschuss und die zweite und dritte Lesung im Bundestag vorgesehen sind. Die Länder äußern sich Ende November im Bundesrat. Somit kann der vorgesehene Zeitplan mit einem Inkrafttreten zum 01. Januar 2020 voraussichtlich eingehalten werden.

„Bildung auf einen Blick 2019“
OECD-Bericht bescheinigt Deutschland ein zukunftsorientiertes Bildungssystem

Neben der allgemeinen Schulbildung unterwirft der jährliche OECD-Bericht „Bildung auf einen Blick“ auch die berufliche Aus- und Weiterbildung einer kritischen Betrachtung. Dabei wurde erneut die Bedeutung der beruflichen Bildung hervorgehoben. Im internationalen Vergleich bescheinigen die OECD-Zahlen Deutschland eine überdurchschnittlich hohe Beteiligung an Aus- und Weiterbildung. "Wir haben uns lange bei der OECD für den hohen Stellenwert der beruflichen Bildung eingesetzt und freuen uns, dass auch der diesjährige Bildungsbericht wieder voll des Lobes für unser berufliches Aus- und Weiterbildungssystem ist", sagt ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer.
Der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks ergänzt: "In Deutschland spielt die Höhere Berufsbildung – also die berufliche Weiterbildung zum Fachwirt, Meister oder Bilanzbuchhalter – für die Fachkräftesicherung der Wirtschaft eine zentrale Rolle."
Dies war von der internationalen Einrichtung über viele Jahre hinweg kaum berücksichtigt worden und führte häufig zu Kritik. Nachholbedarf sieht die Studie bei den Bildungschancen für Zugewanderte und zielgerichteten Bildungsangeboten für Geringqualifizierte. Auch die Geschlechterrollen werden kritisch gesehen. Mehr Männer sollten für ein Lehramtsstudium begeistert werden, Frauen sieht die OECD in der beruflichen Bildung unterrepräsentiert.

Ländermonitor berufliche Bildung 2019

Berufliche Bildung wird in Deutschland bundeseinheitlich geregelt, das ist einer der großen Vorteile des Systems, aber trotzdem bestehen Unterschiede zwischen Nord und Süd, Ost und West. Der Ländermonitor berufliche Bildung, in den Daten vom Bundesinstitut für Berufsbildung, der Bundesagentur für Arbeit, der statistischen Ämter des Bundes und der Länder sowie Informationen aus spezifischen Abfragen einfließen, untersucht seit 2015 anhand von quantitativen Indikatoren wie sich die Ausbildungssituation in den Bundesländern unterscheidet. Die Untersuchung wird alle zwei Jahre aktualisiert. Der Bericht stellt die Unterschiede in der Situation der beruflichen Bildung zwischen den Bundesländern dar und beleuchtet die Rolle der Bundesländer für die berufliche Bildung.

Deutsch-israelische Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung feiert
50-jähriges Bestehen

Die deutsch-israelische Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung zählt zu den ältesten Kooperationsprojekten der deutsch-israelischen Zusammenarbeit und lebt davon, dass beide Partner ihre Stärken und ihr Wissen einbringen. Das bilaterale Programm, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem israelischen Ministerium für Arbeit und Soziales finanziert wird, fördert Auslandsaufenthalte für Auszubildende, Berufsbildungspersonal und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in das jeweilige Partnerland. Teilnehmende aus Deutschland und Israel lernen die Berufsbildung im Partnerland kennen und erweitern ihre beruflichen und interkulturellen Kompetenzen. Dabei werden beispielsweise Curricula für Ausbildungsgänge und Studien zu den Berufsbildungssystemen beider Länder mit konkreten Handlungsempfehlungen gemeinsam entwickelt. 2012 bot das Programm erstmals die Möglichkeit, einen beruflichen Lernaufenthalt im Partnerland zu absolvieren. Seither absolvieren deutsche Auszubildende regelmäßig Ausbildungsabschnitte in Tel Aviv, Haifa oder Jerusalem.

Berufsausbildung

Ausbildungszahlen

Zum Stichtag am 30. September wird die Bilanz zum Ende des Berufsberatungsjahres 2018/2019 gezogen. Die Veröffentlichung erfolgt  am 30. Oktober 2019 gemeinsam mit den Arbeitsmarktdaten für diesen Monat. Detaillierte Ausbildungszahlen für den Monat September legt die Bundesagentur für Arbeit nicht vor. Ausgiebige Zahlen zum Arbeitsmarkt liegen im Monatsbericht September der BA vor.  

Ausschreibungen

Inklusionspreis für die Wirtschaft 2020:
Bewerbungsphase offiziell gestartet

Der Inklusionspreis für die Wirtschaft zeichnet herausragende Beispiele unternehmerischer Praxis bei der Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen aus und lädt zum Nachahmen ein. Initiatoren des Preises sind die BDA, das UnternehmensForum, die Bundesagentur für Arbeit und die Charta der Vielfalt. Die Schirmherrschaft hat erneut der Bundesminister für Arbeit und Soziales übernommen. Bis zum 31. Oktober 2019 können Unternehmen jeder Größe für den Preis vorgeschlagen werden oder sich selbst bewerben. 

Publikation

Open Educational Resources (OER) für die Berufsbildung
Mit Offenen Bildungsmaterialien arbeiten

Open Educational Resources (OER), „offene Bildungsmaterialien“, sind digitale Lehr- und Lernmaterialien (Kursmaterial, Lehrwerke, Videos, Aufgabenblätter, Podcasts etc.), die für alle Interessierten frei und kostenlos zugänglich sind. Sie dürfen weiter vervielfältigt, verwendet, verändert, vermischt und verbreitet werden. Nicht nur aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung steigt auch die Bedeutung digitaler Lehr- und Lernressourcen für die Berufsbildung immer weiter an.
Die vom Bundesinstitut für Berufsbildung (bibb) nun vorgelegte 40-seitige Broschüre führt grundlegend in das Thema OER ein. Dabei beantworten die Autoren Fragen nach den rechtlichen Aspekten, der Qualität und Qualitätssicherung, der Möglichkeit OER zu finden oder selber zu erstellen und vieles mehr.
Zielgruppe der Publikation sind die Praktiker der beruflichen Bildung.

Veranstaltungen

KWB-Tagung für gewerblich-technische Ausbildungsverantwortliche
am 19./20. November in Marl

Gamification und Influencer-Marketing, die Neuordnung der IT-Berufe, Zusatzqualifikationen in den M+E-Berufen, aber auch Fragen der Anwendung von Virtual Reality zur Förderung von sozialer Kompetenz in der Ausbildung oder zur Berufsorientierung, all dies sind nur einige der Aspekte, die in der diesjährigen Tagung für gewerblich-technische Ausbildungsverantwortliche des KWB im November in Marl behandelt werden. Mit dem Gastgeber EVONIK nimmt die faszinierende Welt der Chemie einen besonderen Raum ein und wird auch für diejenigen anschaulich, die nur noch eine blasse Erinnerung an den eigenen Schulunterricht haben. Ein besonderer Höhepunkt wird der Vortrag von Evolutionspsychologe und Verhaltensforscher Dr. Martin Morgenstern, der die zunehmende Schnelligkeit unserer Lebens- und Arbeitswelt kritisch beleuchtet und Alternativen aufzeigt, die unserem „steinzeitlichen Säugetiergehirn“ eher entsprechen: es gibt auch noch etwas anderes als die permanente Forderung nach noch mehr Digitalisierung.
Anmeldungen sind auf der KWB-Homepage noch möglich.

Neue Veranstaltungsreihe des bibb:
Berufsbildung 4.0 – Digitalisierung und Künstliche Intelligenz

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (bibb) startet eine neue Veranstaltungsreihe mit dem Thema „Digitalisierung der Arbeits- und Berufewelt – Umsetzungsbeispiele aus der Praxis“. Damit soll der Austausch zwischen Akteuren, Multiplikatoren und Interessierten zu Herangehensweisen und Ergebnissen zur Gestaltung einer Berufsbildung 4.0 gefördert werden. Die Auftaktveranstaltung findet am 29./30.10.2019 im ABB-Ausbildungszentrum in Berlin statt. Die Fachtagung widmet sich u.a. dem Thema Künstliche Intelligenz als nächster Welle der Digitalisierung. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Arbeiten und Forschungsergebnisse des bibb aus dem Projekt „Fachkräftequalifikationen und Kompetenzen für die digitalisierte Arbeit von morgen“.
Darüber hinaus stehen Zusatzqualifikationen als Instrumente der Differenzierung und Flexibilisierung der Ausbildung und Brücke in die Weiterbildung in der Diskussion.
Im Rahmen der Tagung werden auch die diesjährigen Preisträger des Hermann-Schmidt-Preises geehrt. Das Wettbewerbsthema lautet „Frauen für die duale MINT-Ausbildung gewinnen“.

Weitere Veranstaltungen, die in dieser Reihe geplant sind, werden sich über das Jahr 2020 verteilen.

Ausbildungsberufe pfiffig und kreativ präsentiert!
Skill Slam-Premiere am 8. November 2019 in der Urania Berlin

Skill Slam ist ein Wettstreit, der vor einem Laienpublikum auf einer Bühne ausgetragen wird.
Die Herausforderung besteht darin, in zehn Minuten leicht verständlich und unterhaltsam zu zeigen, welche Fähigkeiten man in der Ausbildung gelernt hat. Wo, wann, wie und wozu setzt man diese Fähigkeiten im Beruf ein? Und wieso hat man sich ausgerechnet für diesen Beruf oder diese Ausbildung entschieden? Die Teilnehmenden treten mit ihrer Präsentation gegen andere „Slammer“ aus anderen Berufen an. Sieger wird, wer das Publikum am meisten begeistert, erheitert oder zum Staunen bringt und am Ende mit dem größten Applaus bedacht wird.
Auch wer eigentlich kein „Bühnentyp“ ist oder sich nicht zutraut, das eigene Können vor einem Publikum zu präsentieren, kann dies lernen! Gemeinsam mit den Veranstaltern wird die eigene Präsentation sorgfältig für den 10-minütigen Bühnenauftritt durchdacht, vorbereitet und geübt. Dabei ist es den Teilnehmenden völlig freigestellt, ob sie ihre Fähigkeiten live auf der Bühne demonstrieren oder lieber Videoausschnitte aus dem Betrieb zeigen und diese kommentieren möchten, ob sie frei erzählen oder ob sie mit Gesang, Tanz oder Schauspiel auftreten wollen.
Der Skill Slam wird unterstützt und begleitet vom BIBB-Ausbilderportal foraus.de und verspricht in jedem Fall gute Unterhaltung.

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung e.V.
Simrockstraße 13
53113 Bonn
Deutschland

www.kwb-berufsbildung.de
kwb@kwb-berufsbildung.de
Fon: +49 (0)228 / 91523-0

Vertretungsberechtigte:
Dr. Barbara Dorn (BDA), Vorsitzende des KWB
Sven-Uwe Räß (Gesamtmetall), stellvertretender Vorsitzender des KWB
Dr. Volker Born (ZDH), stellvertretender Vorsitzender des KWB
Jürgen Hollstein (Geschäftsführer)

Eintrag im Vereinsregister:
Registernummer 9503
Amtsgericht Bonn

Redaktion:
Jürgen Hollstein