Wird diese Nachricht nicht richtig dargestellt, klicken Sie bitte hier.


KWB-News Aus- und Weiterbildung


03.06.2019

Berufsbildungspolitik

Erfolgsmodell Berufsbildung weiterentwickelt
Novelle des Berufsbildungsgesetzes im Kabinett beschlossen

Es hatte deutlich länger gedauert als geplant, aber Mitte Mai 2019 hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf für die Novelle des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) beschlossen.
Ein wichtiger Bestandteil der BBiG-Novelle ist die Einführung einer Mindestausbildungsvergütung. Die Sozialpartner hatten im Frühjahr einen abgestimmten Entwurf für eine Mindestausbildungsvergütung vorgelegt, den die Ministerien aufgegriffen haben. Azubis erhalten ab dem Ausbildungsjahr 2020/2021 mindestens 515 Euro pro Monat. Dieser Grundbetrag steigt jährlich und zusätzlich im zweiten, dritten und vierten Ausbildungsjahr. Für abweichende Vergütungen, die tariflich vereinbart wurden, besteht jedoch nach wie vor ein Vorbehalt.
Ein weiteres wichtiges Element der BBiG-Novelle ist die Benennung der Fortbildungsstufen für die höherqualifizierende Berufsbildung. Abschlüsse sollen künftig die Bezeichnungen „Geprüfte/r Berufsspezialist/in“, „Bachelor Professional“ oder „Master Professional“ tragen. Damit soll die Gleichwertigkeit von beruflicher Fortbildung und Studium verdeutlicht werden.
Weitere Aspekte der BBiG-Novelle sind erweiterte Möglichkeiten für eine Teilzeitberufsausbildung, Regelungen für eine größere Durchlässigkeit innerhalb der beruflichen Bildung sowie verbesserte Bestimmungen für rechtsbeständige und hochwertige Prüfungen. Insbesondere die Mindestausbildungsvergütung sowie die Bezeichnungen für die Fortbildungsstufen werden von Teilen der Wirtschaft kritisch gesehen und teilweise abgelehnt.
Das parlamentarische Verfahren wird sicherlich noch die eine oder andere Veränderung des Entwurfs mit sich bringen.

DIHK plädiert für "Deutschen Beruflichen Austauschdienst"

Auslandserfahrungen sind für Azubis und Betriebe ein Gewinn, darüber sind sich alle einig, die einmal selbst die Erfahrung gemacht haben, außerhalb von Deutschland in Betriebe hineinzuschnuppern.
Lern- und Arbeitserfahrungen junger Menschen im Ausland seien auch ein wichtiger Beitrag zur betrieblichen Fachkräftesicherung, so Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Auslandsaufenthalte machten die Berufliche Bildung nicht nur für Jugendliche attraktiv; umgekehrt könnten auch auslandsaktive deutsche Unternehmen von den Sprach- und Auslandserfahrungen ihres Nachwuchses profitieren. "Leider verbringen derzeit aber nur rund sechs Prozent der Azubis einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland", bedauerte Dercks. "Diese Zahl ist viel zu gering."
Deutschland wird voraussichtlich das selbstgesteckte Ziel, dass bis zum nächsten Jahr zehn Prozent der Auszubildenden eigene Auslandserfahrungen sammeln, nicht erreichen.
Dercks: "Vergleichbar mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst braucht es hierzu zusätzlich einen 'Deutschen Beruflichen Austauschdienst', der aus Bundesmitteln unkompliziert Auslandsstipendien an Auszubildende, Ausbilder und Fachkräfte sowie Absolventen der Höheren Berufsbildung vergeben kann."

„Erasmus+ Berufsbildung – Ein echter Gewinn für die Ausbildung“.

Mehr Mobilität und Internationalisierung der Berufsbildung steht auch für die  Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA BIBB) im Mittelpunkt ihrer Aktivitäten. Das Team hat nun eine „Landing Page“ entwickelt, auf der gezielt Informationen für Betriebe und Unternehmen zum Thema „Auslandsaufenthalte während der Berufsausbildung mit Erasmus+“ gesammelt und verbreitet werden. Unter dem Motto „Erasmus+ Berufsbildung – Ein echter Gewinn für die Ausbildung“ finden sich authentische Videointerviews mit Ausbildern, Lehrern und Auszubildenden, die den Mehrwert von Auslandsaufenthalten für alle Beteiligten sowie verschiedene Wege ins Programm Erasmus+ aufzeigen.

MINT-Lücke weiter auf sehr hohem Niveau
BDA: Fachkräfteeinwanderungsgesetz ist überfällig und dringend notwendig

Den deutschen Unternehmen fehlten im April 311.300 Arbeitskräfte im sogenannten MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik).
Damit erreicht die Lücke einen der höchsten Werte seit Beginn der Aufzeichnungen vor acht Jahren. Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahmen Arbeitslosigkeit und offene Stellen in den MINT-Berufen leicht ab. „Ohne die seit Ende 2012 anhaltende hohe Beschäftigungsdynamik unter Ausländern würden heute 209.300 Fachkräfte in den MINT-Berufen zusätzlich fehlen und die Lücke über eine halbe Million betragen. In akademischen Berufen profitiert Deutschland vor allem von Zuwanderern aus Drittstaaten, in Facharbeiterberufen von Zuwanderung aus der EU. Insgesamt sind rund 1,9 Millionen zugewanderte MINT-Kräfte in Deutschland erwerbstätig und tragen in Höhe von rund 186 Milliarden Euro pro Jahr zur Wertschöpfung bei“ berichtet Prof. Dr. Axel Plünnecke, Leiter Kompetenzfeld Bildung, Zuwanderung und Innovation am Institut der deutschen Wirtschaft Köln. 
Dr. Michael Stahl, Geschäftsführer Bildung und Volkswirtschaft des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall: „MINT-Erwerbstätigkeit und Innovationsstärke sind eng miteinander verzahnt, das zeigt sich gerade in der Metall- und Elektro-Industrie: Unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den M+E-Unternehmen sind im Schnitt etwa 60 Prozent beruflich oder akademisch ausgebildete MINT-Kräfte. Gleichzeitig wendet die M+E-Industrie rund 100 Mrd. Euro im Jahr für Innovationen auf (Stand 2017), das sind rund zwei Drittel aller Innovationsaufwendungen in Deutschland.“ 
Zweimal jährlich erarbeitet das Institut der deutschen Wirtschaft Köln den MINT-Report.
Die Studie entsteht im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall und der Initiative „MINT Zukunft schaffen“.

Berufswahl-SIEGEL online

Das Berufswahl-SIEGEL wird Schulen für exzellente Berufliche Orientierung verliehen. Gute Qualität bei der Konzeption und Umsetzung der Berufs- und Studienorientierung heißt vor allem Praxisnähe durch die nachhaltige Kooperation mit Unternehmen. Stand Juni 2019 tragen bundesweit 1581 Schulen das SIEGEL (2018: 1543). Insgesamt engagieren sich 1.519 Personen für das SIEGEL, vor allem in den Jurys, darunter 421 aus Unternehmen, 263 aus Verbänden und Kammern und 105 von Bildungsträgern.
Zentrale Anlaufstelle ist die Homepage www.netzwerk-berufswahlsiegel.de.
Seit kurzem gibt es einen Newsletter, der viermal im Jahr veröffentlicht wird. Die nächste Ausgabe erscheint Mitte Juni. Der neue Blog belebt die Website mit wöchentlichen Beiträgen und bietet aktuelle Hintergrundinformationen zum Thema Berufliche Orientierung. Mit dem ebenfalls neu gestarteten Twitter-Kanal @berufwahlsiegel und einem Video-Clip mit Maskottchen „Siegmund“ ist das Berufswahl-SIEGEL zeitgemäß in den modernen Medien unterwegs.

Fachkräfte sichern –
Rollenklischees in der Berufs- und Studienberatung vermeiden

„Berufswahl mit Perspektive“ – dies war das Motto der zweiten Fachtagung der Initiative Klischeefrei, die im Mai im Haus der Deutschen Wirtschaft unter Federführung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und unter Beteiligung der Wirtschaft stattfand. 
„Eine geschlechtergerechte Berufs- und Studienorientierung ist dringend notwendig“, betonte Holger Schwannecke, Generalsekretär des ZDH. Aus seiner Sicht würden in der Berufsorientierung und -beratung nicht vordergründig die Fähigkeiten der Jugendlichen in den Blick genommen und daraus attraktive Berufswege für sie aufgezeigt, sondern – teils unbewusst – geschlechterangepasste Berufswege vorgeschlagen. Die Initiative Klischeefrei startete im Dezember 2016 mit dem Ziel, sich für eine Berufs- und Studienwahl frei von geschlechtsspezifischen Rollenmustern einzusetzen.
Der Initiative gehören zahlreiche Bundes- und Landesministerien, die Bundesagentur für Arbeit, das BIBB, Kammerorganisationen und Sozialpartner sowie Hochschulen und viele weitere Institutionen und Einrichtungen an. Schirmherrin ist Elke Büdenbender, die Frau des Bundespräsidenten. 
"Damit können von der Wirtschaft dringend benötigte Fachkräfte gewonnen und gehalten werden", findet Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Viele Unternehmen hätten das erkannt und seien offen für eine Trendwende in ihrem Personal- und Ausbildungsmanagement. "Das zeigt sich auch daran, dass bereits in den ersten Monaten nach Gründung der Initiative Klischeefrei nicht nur wir als Unternehmensorganisation, sondern auch Betriebe aus den verschiedensten Branchen und Größenklassen Mitglied geworden sind."

Berufsausbildung

Gegenläufige Entwicklung - 17.000 als "Zahl des Monats"

Von Oktober 2018 bis Mai 2019 waren 512.000 Ausbildungsstellen gemeldet, dies sind 17.000 mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig gingen die Meldungen von Bewerberinnen und Bewerbern für einen Ausbildungsplatz um ebenfalls 17.000 zurück; 439.000 wurden bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern vorstellig, von ihnen waren noch rund 200.000 auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Im Mai 2019 waren noch 266.000 Ausbildungsstellen unbesetzt. Wie in den Vormonaten wurden Ausbildungsstellen vor allem für angehende Kaufleute im Einzelhandel, für Kaufleute für Büromanagement sowie für Verkäuferinnen und Verkäufer gemeldet. Der Ausgleich von Angebot und Nachfrage wird wie in den Vorjahren vor allem durch regionale, berufsfachliche und qualifikatorische Disparitäten erschwert.

Publikationen

Thüringer Erfolgswege.
Gelungene Integration von Geflüchteten in Arbeit und Ausbildung

Die Berufsausbildung für junge Geflüchtete hat sich in den vergangenen Jahren deutlich besser entwickelt als viele vermutet hatten. Aber noch immer stellen sich für Unternehmen, die sich in diesem Bereich engagieren möchten, viele Fragen. Ein Best-practice-Beispiel ist die Initiative „Thüringer Erfolgswege“, die in einer gut gemachten Broschüre Erfolgsgeschichten präsentiert und beschreibt, welche Gelingensfaktoren dafür erforderlich sind. Ausbildungsbetriebe finden eine knappe Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte zum Thema und können sich Anregungen holen, wie man sich der Ausbildung von Geflüchteten nähern kann.

Zahlen zur beruflichen Aus- und Weiterbildung als Poster

Visualisierungen komplexer Themen sind seit einigen Jahren beliebt und können sehr hilfreich sein. Bereits mehrfach hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ausgewählte Zahlen aus dem Datenreport zum Berufsbildungsbericht der Bundesregierung als Poster im DIN-A1-Format vorgelegt.
Das aktuelle Poster ist kann auf der Homepages des BIBB bestellt werden.

Ausschreibung

Heribert-Späth-Preis 2019

Das deutsche Handwerk fördert besondere Ausbildungsleistungen seit über zwanzig Jahren mit dem Heribert-Späth-Preis. Preisträger sind Betriebsinhaberinnen und -inhaber im Handwerk, die sich in herausragender Weise für die Ausbildung von jungen Menschen aktiv engagieren und durch ihre persönliche Grundhaltung eine Vorbildfunktion einnehmen. Die Auszeichnung ist mit 3.000 € dotiert und wird von der Stiftung für Begabtenförderung im Handwerk e. V. vergeben. Namensgeber ist der ehemalige Präsident des ZDH (1988-96). Für 2019 läuft die Bewerbungsfrist noch bis zum 27. September. Die Bewerbungsunterlagen und weitere Infos finden sich auf der Homepage des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH).

Veranstaltung

Duale Aus- und Fortbildung oder Studium?
BIBB-Fachtagung am 25. Juni 2019

Der Trend zum Studium hält unvermindert an. Während die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die sich nach der Schule für ein (Fachhochschul-)Studium entscheiden, weiterhin auf hohem Niveau verbleibt, ist die Zahl der Auszubildenden im dualen System in den vergangenen Jahren merklich zurückgegangen. Auch das Interesse an dualen, praxisorientierten Studiengängen ist nach wie vor hoch. Dieser anhaltende Akademisierungstrend wirft vielfältige Fragen auf.
Thema der BIBB-Fachtagung wird es daher sein, wie dem Attraktivitäts- und Bedeutungsverlust der beruflichen Aus- und Fortbildung entgegengewirkt werden kann. Die BIBB-Fachtagung befasst sich unter anderem mit Bildungsentscheidungen und Bildungsverläufen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie mit den Rekrutierungs- und Einsatzstrategien der Unternehmen.
Ziel der Tagung ist es, den Dialog zwischen Berufsbildungspolitik, -wissenschaft und -praxis nachhaltig zu fördern und Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis abzugeben. Neben Beiträgen von Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis sowie einer Podiumsdiskussion wird das BIBB die Ergebnisse seiner jüngsten Forschungsarbeiten in diesem Bereich vorstellen.
Anmeldeschluss ist der 14. Juni 2019.
Der Tagungsbeitrag beläuft sich auf 50 Euro.

Personalie

Neuwahlen beim Didacta Verband der Bildungswirtschaft
Dr. Theodor Niehaus ist neuer Präsident

Mitte Mai 2019 hat die Mitgliederversammlung des Didacta Verbandes der Bildungswirtschaft in Leipzig Herrn Dr. Theodor Niehaus zum neuen Präsidenten gewählt.
Niehaus folgt auf Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis, der nach 13 Jahren als Verbandspräsident nicht mehr zur Wahl stand. Fthenakis wird Ehrenpräsident des Didacta Verbandes.
Theodor Niehaus kennt die berufliche Bildung in Deutschland und im Ausland. Der promovierte Ingenieur ist seit mehr als 25 Jahren in der Bildungsbranche tätig, vor allem im Bereich der Lehr- und Lernmittel für die berufliche Bildung. Niehaus war Vorstand der Festo Didactic SE und Gründer von WorldSkills Germany.
Der Didacta Verband vertritt die Interessen von rund 260 Unternehmen und Organisationen im In- und Ausland. Er setzt sich dafür ein, die Marktchancen im nationalen und internationalen Wettbewerb zu verbessern.

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung e.V.
Simrockstraße 13
53113 Bonn
Deutschland

www.kwb-berufsbildung.de
kwb@kwb-berufsbildung.de
Fon: +49 (0)228 / 91523-0

Vertretungsberechtigte:
Dr. Barbara Dorn (BDA), Vorsitzende des KWB
Sven-Uwe Räß (Gesamtmetall), stellvertretender Vorsitzender des KWB
Dr. Volker Born (ZDH), stellvertretender Vorsitzender des KWB
Jürgen Hollstein (Geschäftsführer)

Eintrag im Vereinsregister:
Registernummer 9503
Amtsgericht Bonn

Redaktion:
Jürgen Hollstein