Wird diese Nachricht nicht richtig dargestellt, klicken Sie bitte hier.


KWB-News Aus- und Weiterbildung


01.04.2019

Berufsbildungspolitik

Anpassung der Berufsausbildungsbeihilfe und des Ausbildungsgeldes

Auszubildende in betrieblicher und außerbetrieblicher Berufsausbildung haben unter bestimmten Voraussetzungen während ihrer Ausbildung Anspruch auf die Sicherung ihres Lebensunterhalts durch die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) bzw. das Ausbildungsgeld (Abg). Das Bundeskabinett hat Mitte März das Gesetz zur Anpassung der Berufsausbildungsbeihilfe und des Ausbildungsgeldes beschlossen. Mit dem Gesetz werden die Bedarfssätze und Freibeträge erhöht, die Regelungen vereinfacht und der Verwaltungsaufwand reduziert.

Wirtschaft engagiert sich weiter intensiv für Geflüchtete
DIHK stellt Erfahrungen der letzten drei Jahre zusammen

Ende Februar 2016 startete das Aktionsprogramm "Ankommen in Deutschland – Gemeinsam unterstützen wir Integration!" des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), jetzt wurde eine Zwischenbilanz mit den Erfahrungen nach drei Jahren vorgelegt. Um einen Gesamtüberblick zu erhalten, befragte der DIHK die 79 Industrie- und Handelskammern unter anderem danach, welche Erfahrungen sie mit der Integration von Geflüchteten in Ausbildung und Beschäftigung gesammelt haben, welche Themen aus Sicht der Unternehmen besonders im Fokus stehen und wie die Umsetzung der "3+2-Regelung" zur Ausbildungsduldung in den Regionen läuft.
Von 2016 bis 2019 hat die IHK-Organisation 62 Millionen Euro für die Integration von Geflüchteten investiert; 120 Mitarbeiter deutschlandweit beschäftigen sich mit diesem Thema. Den Beratungsbedarf der Unternehmen schätzen die IHKs weiter als hoch ein. Der Zwischenbericht formuliert darüber hinaus konkrete politische Vorschläge, um Unternehmen die Beschäftigung und Ausbildung von Asylbewerbern zu erleichtern.

Standardberufsbildpositionen werden überarbeitet

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) haben einen Entwurf zur Überarbeitung der Standardberufsbildpositionen vorgelegt. In den BIBB-Gremien bestand Einvernehmen, dass eine solche Aktualisierung nicht ohne Beteiligung der Sozialpartner erfolgen kann. Folglich hat eine aus Arbeitgeber, Arbeitnehmern und Ländervertretern bestehende Arbeitsgruppe des BIBB-Hauptausschuss die Arbeit aufgenommen und wird sich kritisch mit den bestehenden Standardberufsbildpositionen auseinandersetzen und einen Vorschlag für deren Weiterentwicklung vorlegen.

Imagekampagne des Handwerks wird fortgesetzt

Seit 2010 fährt das deutsche Handwerk eine intensive, viel beachtete Imagekampagne und hat damit Erfolg erzielt. In der allgemeinen Öffentlichkeit hat das Handwerk in den letzten Jahren deutlich an Aufmerksamkeit gewonnen, Jugendlichen sind die Chancen und Perspektiven in einem der vielen Handwerksberufe heute wesentlich präsenter. Jetzt fiel die Entscheidung, die Kampagne bis 2024 fortzuführen. In der dritten Staffel werden wieder die Wertschätzung für das Handwerk und seine wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Leistungen in den Mittelpunkt gestellt. Die Jugendansprache bleibt dabei weiterhin ein zentraler Baustein.

Berufsausbildung

Ausbildungszahlen im März 2019

Die Zahl der von den Unternehmen gemeldeten Ausbildungsstellen steigt weiter an, derzeit sind 474.000 Stellen gemeldet, dies sind 18.000 (+ 3,9%) mehr als im Vorjahr. Die meisten Angebote gibt es im Einzelhandel (30.000 Plätze für angehende Kaufleute im Einzelhandel; 18.000 für zukünftige Verkäuferinnen/Verkäufer) und für Kaufleute im Büromanagement (ebenfalls 18.000).
Bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern meldeten sich von Oktober 2018 bis März 2019 391.000 Bewerber für eine Ausbildungsstelle. Das waren 9.000 (- 2,4%) weniger als im Vorjahreszeitraum.
Am Ende des ersten Quartals lassen sich jedoch noch keine belastbaren Aussagen für das Jahr machen.

BIBB veröffentlicht Rangliste der Ausbildungsberufe
Erfolgreicher Start für Kaufleute im E-Commerce

Die Rangliste der Berufe wird in jedem Frühjahr mit Spannung erwartet.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) wertet die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum 30. September auf Berufsebene aus und erstellt die entsprechende Liste.
Spitzenreiter ist auch 2018 mit knapp 28.000 Verträgen der Ausbildungsberuf „Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement“, gefolgt von den Kaufleuten im Einzelhandel und den Kfz-Mechatronikerinnen und Kfz-Mechatronikern mit jeweils über 23.000 Neuabschlüssen.
Über ein Drittel aller neuen Ausbildungsverträge wurde auch 2018 in nur zehn Berufen abgeschlossen. Dabei ist der Beruf Fachinformatiker/-in mit gut 15.000 Neuabschlüssen und einem Zuwachs von fast 2.000 Abschlüssen im Vergleich zum Jahr zuvor um zwei Ränge auf Platz 7 der TOP 10 geklettert.
Bei den weiblichen Auszubildenden wurden 2018 die meisten Ausbildungsverträge wieder im Beruf Kauffrau für Büromanagement abgeschlossen. Auf Rang 2 und 3 sind wie im Vorjahr die Berufe Medizinische Fachangestellte und Zahnmedizinische Fachangestellte; hier liegt der Männeranteil nach wie vor jeweils bei unter 3 %. Bei den Männern war erneut der Kfz-Mechatroniker vorn, gefolgt vom Elektroniker und Fachinformatiker.
Besondere Aufmerksamkeit hatte der zum 1. August 2018 neu eingeführte Ausbildungsberuf „Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce“. Auf Anhieb konnten rund 1.300 Ausbildungsverträge unterschrieben werden. Davon entfielen 62 % auf Männer und 38 % auf Frauen. In der Rangliste 2018 landete der neue Beruf damit auf Anhieb auf Platz 78 von derzeit insgesamt 326 dualen Ausbildungsberufen.

Neue Berufe in Vorbereitung

Nach der erfolgreichen Einführung der Kaufleute im E-Commerce wird in der Berufsbildungsszene nun intensiver darüber nachgedacht, weitere für Jugendliche besonders attraktive Ausbildungsberufe zu schaffen. Nach Einschätzung des KWB haben dabei insbesondere der zukünftige Beruf „Appologe“, dessen Absolventen auf die Entwicklung von innovativen Apps spezialisiert sind, die Fachkraft für Tattoos und Piercings sowie die „Instragramatiker“ gute Chancen, schon bald auf der Top-20-Liste der beliebtesten Berufe zu landen.
Aufgrund der immer wieder geführten Diskussion, ob in Berufsbezeichnungen fremdsprachige Begriffe verwendet werden dürfen, diskutieren die Berufemacher noch, ob die vierte Neuordnung unter dem Begriff des „Meinungsmechanikers/der Meinungsmechanikerin“ oder als „Influencer/in“ an den Start gehen wird.

Interaktive Regionalkarten zum Ausbildungsmarkt
KarIn Reader auch offline nutzbar

Im Rahmen der BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30. September werden interaktive Regionalkarten erstellt, die auf der BIBB-Homepage zur Verfügung stehen. Mit dem Programm KarIn Reader, das die Karten auch offline nutzbar macht, stehen jetzt eine verbesserte Nutzung sowie verschiedene Druck- und Exportfunktionen bereit. Beim Navigieren auf der Kartenfläche erscheinen regionalspezifische Informationen in einem Fenster (mouse-over-Effekt). Dies macht die Handhabung deutlich einfacher.

Büromanagementausbildung
Erste Ergebnisse einer Evaluierung

2014 wurde der dreijährige Ausbildungsberuf „Kaufmann und Kauffrau für Büromanagement“ neu geschaffen. Eine damals ebenfalls beschlossene Evaluierung des modernisierten Berufs
soll Erkenntnisse darüber liefern, ob die zunächst zur Erprobung eingeführten Regelungen ab 2020 in Dauerrecht überführt werden können und welche Änderungen gegebenenfalls bereits vorher umgesetzt werden sollten. Erste Ergebnisse der vom BIBB im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) durchgeführten Evaluierung der Erprobungsverordnung liegen nun vor.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Beruf gut angenommen wurde und sich in der Praxis bewährt hat.
Die detaillierten Ergebnisse einer Befragung von Praktikern und Einschätzungen sind im Zwischenbericht auf der Webseite des BIBB abrufbar.

Weiterbildung

Wuppertaler Kreis bewertet Diskussionspapier der Heinrich-Böll-Stiftung kritisch

Ende Februar 2019 hat die Heinrich-Böll-Stiftung e.V. unter der Überschrift „Weiterbildung 4.0 – Solidarische Lösungen für das lebenslange Lernen im digitalen Zeitalter“ ein Diskussionspapier mit umfangreichen Vorschlägen für die Weiterentwicklung der beruflichen Weiterbildung vorgelegt. Die Analyse und Vorschläge wurden von einem Expertenkreis der den Grünen nahestehenden Stiftung erarbeitet. Der Wuppertaler Kreis, der Verband der führenden Weiterbildungsunternehmen der deutschen Wirtschaft, an deren Veranstaltungen jährlich 1,4 Millionen Fach- und Führungskräfte der Wirtschaft teilnehmen, hat eine kritische Bewertung der vorgeschlagenen Reformen vorgenommen. 

Publikationen

„Ist das noch Handwerk? Tradition als Basis, Zukunft fest im Blick.“
ZDH-Jahrbuch 2018/2019

Mit handwerklichen Berufen verbinden die meisten Menschen klare Bilder und Klischees: oft sind dies schummrige Werkstätten, laute Baustellen, wenig attraktive Arbeitsbedingungen…
Meist sind dies sehr analoge, traditionelle Bilder und oft mit der Frage verbunden, ob das Handwerk denn überhaupt noch eine Zukunft hat. Die Wirklichkeit sieht oftmals ganz anders aus. Zum Alltag in den über 130 Ausbildungsberufen des Handwerks gehören längst der Einsatz von Tablets, 3D-Scanner, Drohnen, digitale Vermessungs- oder Bearbeitungsgeräte sowie komplexe softwaregesteuerte Prozesse oder onlinebasierte Dokumentationen. Innovationen verbinden sich dabei oft mit traditionellen Techniken und werden zu erfolgreichen neuen Geschäftsmodellen.
Das Jahrbuch des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks für die Jahre 2018/2019 greift diese Thematik auf und beantwortet die Frage „Ist das noch Handwerk?“ mit einem klaren „Ja, Tradition als Basis, Zukunft fest im Blick.“

Onlinetool PROFILehrkraft Berufsschule

Das von SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland angebotene Online-Tool „PROFILehrkraft“ existiert bereits seit einiger Zeit und hat sich als gutes Werkzeug für Lehrerinnen und Lehrer bewährt, die die eigene Arbeit reflektieren wollen.
Neu ist nun eine Weiterentwicklung des Tools zu „PROFILehrkraft Berufsschule“ als spezifisches Angebot  für Lehrkräfte an der Berufsschule als Partnerinstitution der dualen Ausbildung. Es wurde mit Expertise aus Berufsschule, Schulberatung, Lehrerbildung und der BDA formuliert. Ziel ist es, zur Personalentwicklung von qualifizierten Berufsschullehrerinnen und -lehrern beizutragen.
PROFILehrkraft und PROFILehrkraft Berufsschule stehen online zur Verfügung. In den Handlungsfeldern - Unterrichten, Erziehen, Beurteilen, Beraten, Führen und Mitwirken in der Schulentwicklung - werden Kompetenzprofile beschrieben, auf einer 5er-Skala wird der eigene Entwicklungsstand eingeschätzt. Am Ende jeder Reihe steht eine kurze Auswertung. PROFILehrkraft Berufsschule ergänzt die sechs Handlungsfelder des Lehrerberufs um das Feld „Kooperieren mit dem Ausbildungsbetrieb“. An die Stelle von „Erziehen“ tritt „Werte vermitteln“.
Das Tool ist zur persönlichen Reflexion ebenso nutzbar wie als Grundlage für Personalentwicklungsgespräche durch die Schulleitung. Personen mit Interesse am Beruf können sich über das Anforderungsprofil informieren und ggf. Fortbildungsbedarf konkretisieren.

Der Einfluss von Migrationshintergrund, sozialer Herkunft und Geschlecht auf den Übergang nicht studienberechtigter Schulabgänger/-innen in berufliche Ausbildung

Ein Migrationshintergrund, die soziale Herkunft und das Geschlecht von Jugendlichen sind die bedeutendsten Merkmale, von denen Ungleichheiten in der beruflichen Ausbildung ausgehen. Die Wirkungen der einzelnen Merkmale sind nicht immer gleich, sondern können sich im Zusammenspiel verstärken oder abschwächen. In einer quantitativ-empirischen Analyse untersuchen Ursula Beicht und Günter Walden für nicht studienberechtigte Schulabgänger/-innen, wie sich die betreffenden Faktoren in unterschiedlichen Personengruppen auf die Chancen einer Einmündung in betriebliche Ausbildung sowie in Berufsausbildung generell auswirken. Es zeigt sich insbesondere, dass ein Migrationshintergrund nur bei jungen Männern die Chancen für einen Übergang in betriebliche Ausbildung mindert. Junge Migrantinnen haben hier dagegen keine Chancennachteile gegenüber Frauen ohne Migrationshintergrund. Generell haben allerdings junge Männer deutlich bessere Chancen auf einen Ausbildungsplatz als junge Frauen. Eine niedrige soziale Herkunft beeinträchtigt den Bildungserfolg in der allgemeinbildenden Schule erheblich und verschlechtert damit auch die Übergangschancen in Berufsausbildung, und zwar vor allem für junge Frauen.
Die Untersuchung steht zum Download bereit und kann als Druckversion erworben werden.

Warum Berufe nicht gewählt werden
Die soziale Anerkennung spielt eine zentrale Rolle

Die Frage, was Jugendliche motiviert, einen bestimmten Beruf zu ergreifen, ist oft untersucht worden. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat die Fragestellung jetzt auf den Kopf gestellt und untersucht, warum Berufe NICHT gewählt werden. Dabei wurde deutlich, dass insbesondere die soziale Anerkennung eines Berufs eine ganz entscheidende Rolle spielt. Wenn Jugendliche glauben, dass ein Beruf, der durchaus ihren Tätigkeitsinteressen entspricht, in ihrem sozialen Umfeld, vor allem in der Familie und im Freundeskreis, kein gutes Ansehen hat, beziehen sie diesen Beruf nicht mehr in ihre Berufswahl ein. Grundlage der Untersuchung ist eine schriftliche Befragung von Schülerinnen und Schülern neunter und zehnter Klassen an allgemeinbildenden Schulen in Nordrhein-Westfalen. Als weiterer Grund für das Ausblenden bestimmter Berufe konnten ungünstige Rahmenbedingungen während der Ausbildung oder ungünstige Arbeitsbedingungen ermittelt werden. Eine der Schlussfolgerungen der Studie lautet daher, das Ansehen und die soziale Wertschätzung von Berufen in der Berufsorientierung aufzugreifen und zu reflektieren.

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung e.V.
Simrockstraße 13
53113 Bonn
Deutschland

www.kwb-berufsbildung.de
kwb@kwb-berufsbildung.de
Fon: +49 (0)228 / 91523-0

Vertretungsberechtigte:
Dr. Barbara Dorn (BDA), Vorsitzende des KWB
Sven-Uwe Räß (Gesamtmetall), stellvertretender Vorsitzender des KWB
Dr. Volker Born (ZDH), stellvertretender Vorsitzender des KWB
Jürgen Hollstein (Geschäftsführer)

Eintrag im Vereinsregister:
Registernummer 9503
Amtsgericht Bonn

Redaktion:
Jürgen Hollstein