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KWB-News Aus- und Weiterbildung


05.02.2019

Berufsbildungspolitik

BBiMoG lag unter dem Weihnachtsbaum

Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Novellierung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) war bereits seit längerem bekannt, aus Gesprächen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) kannte die Berufsbildungswelt die wesentlichen Punkte der Novelle, aber die Details fanden sich erst im Referentenentwurf, der am 18.12.2018 veröffentlicht und über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel zur Stellungnahme einlud. Ein äußerst knapp gestrickter Terminplan, der damit begründet wurde, dass das Berufsbildungsmodernisierungs-gesetz (BBiMoG) Ende Januar im Bundeskabinett beraten werden sollte. Offenbar ist dieser Termin aber vorerst verschoben worden.
Für die Arbeitgeber hat die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) eine umfassende differenzierte Stellungnahme veröffentlicht, der sich weitere Arbeitgeberverbände angeschlossen haben. Ebenfalls differenziert äußert sich der Deutsche Industrie- und Handelskammertag in einem Interview.
Aufgrund der schwierigen Terminlage für die Verbändeanhörung ist davon auszugehen, dass den parlamentarischen Beratungen des BBiMioG im Frühjahr 2019 eine besondere Bedeutung zukommt.

BMBF startet Wettbewerb
"Zukunft gestalten – Innovationen für eine exzellente berufliche Bildung (InnoVET)“

Mit der Initiative InnoVET, die vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) umgesetzt wird, verfolgt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) weitreichende Ziele wie bspw.
  • die Unterstützung von Unternehmen, insbesondere KMU, bei der Gewinnung und exzellenten Ausbildung von zukünftigen Fachkräften, Führungskräften und Unternehmensnachfolgerinnen und -nachfolgern,
  • den Ausbau der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung zu einem durchlässigen und qualitativ hochwertigen System, oder
  • das frühzeitiges Aufgreifen neuer Entwicklungen in der beruflichen Bildung, wie z.B. künstliche Intelligenz, und Entwicklung von Qualifizierungskonzepten für die berufliche Bildung. 
Für die Umsetzung der sogenannten Innovations-Cluster ist die Schaffung neuartiger, qualitativ hochwertiger Lernortkooperationen von u.a. berufsbildenden Schulen, Unternehmen, Überbetrieblichen Ausbildungsstätten (ÜBS), Bildungszentren, Beratungsinstitutionen, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und internationalen Partnern erforderlich, um gleichzeitig bestehende Lernorte auszubauen und zu stärken.
Der Innovationswettbewerb wird in zwei Phasen durchgeführt:
Im Rahmen einer ersten Konzeptphase (bis zum 26. April 2019) kann eine Förderung für die umsetzungsreife Ausarbeitung eines Ideenkonzeptes mit einer maximalen Förderung von 100.000 € bis zu 6 Monaten für Personalausgaben und Dienstreisen beantragt werden.
Die Auswahl und Förderung der Projekte erfolgt auf der Basis der Bewertung durch eine unabhängige Jury. Am Ende der Konzeptphase kann ein Antrag für die zweite Phase zur Erprobung und Umsetzung des ausgearbeiteten Projektkonzeptes (Erprobungs- und Umsetzungsphase) für bis zu 48 Monate gestellt werden.
Insgesamt stellt das BMBF über 80 Millionen Euro zur Verfügung, um innovative, hochwertige und attraktive Qualifizierungsangebote und Berufsbildungskooperationen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu entwickeln und zu erproben. 
Ausführliche Informationen und Hinweise zu regionalen Infoveranstaltungen finden sich auf der Homepage des BMBF.

Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2018

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhebt regelmäßig den Anstieg der tariflichen Ausbildungsvergütungen.
Für 2018 liegt die Ausbildungsvergütung im Gesamtdurchschnitt bei € 908 pro Monat und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 3,7 % erhöht. Die Durchschnittswerte spiegeln jedoch nicht die regionale und branchenspezifische Vielfalt wider. 
Die komplette Studie ist auf den Seiten des BIBB zu finden und enthält u.a. langfristige Vergleiche.

Nordrhein-Westfalen: Verkehrsministerium und Verkehrsverbünde vereinbaren ein landesweit gültiges Azubi-Ticket

Das Verkehrsministerium und die Verkehrsverbünde in Nordrhein-Westfalen haben die Einführung eines landesweiten Azubi-Tickets vereinbart. Auszubildende können das landesweit gültige Ticket zum Start des neuen Ausbildungsjahres am 01. August erwerben.
„Das landesweit gültige Ticket ist gerade in Regionen wichtig, durch die Verbundgrenzen laufen. Ausbildung darf nicht an Verbundgrenzen scheitern. Das landesweite Azubi-Ticket könnte es zum Beispiel Ausbildungssuchenden aus dem Ruhrgebiet erleichtern, einen Ausbildungsplatz in Westfalen anzunehmen,“ so Verkehrsminister Hendrik Wüst.
Bei den derzeit gültigen Preisen für verbundweite Tickets liegt der Gesamtpreis für das Azubi-Ticket bei maximal 82 Euro im Monat. Das Land fördert das Zuschlagsticket 2019 mit zwei Millionen Euro. 2020 sind 4,9 Millionen Euro NRW-Fördermittel eingeplant. Arbeitgeber, die sich für eine Bezuschussung des Azubi-Tickets entscheiden, können das Ticket als Betriebsausgabe steuerlich geltend machen.
Die Handwerkskammer begrüßt ausdrücklich die Einigung zur Einführung eines landesweiten Azubi-Tickets. „Alle Beteiligten setzen damit ein starkes Signal für die Attraktivität der beruflichen Ausbildung. Wir werden bei den Unternehmen für das landesweite Azubiticket werben“, sagte Handwerkspräsident Andreas Ehlert bei der Vorstellung der Einigung zum Azubi-Ticket.

Ausbildungsmarkt

Nachvermittlung zeigt Erfolge

Nach Aussagen der Bundesagentur für Arbeit waren von Oktober 2018 bis Januar 2019 noch 72.000 Ausbildungsstellen gemeldet, die sofort hätten besetzt werden können. Im Januar waren davon noch 11.000 unbesetzt. Gleichzeitig waren 67.000 Bewerber gemeldet, die weiterhin, erneut oder erstmalig eine Ausbildung zum sofortigen Beginn suchten. Zum Ende der Nachvermittlung waren im Januar  noch 27.000 gemeldete Bewerber unversorgt; zusätzliche 21.000 Bewerber befanden sich weiterhin auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle, obwohl sie eine Alternative hatten. Im Januar sind erste Hinweise für das neue Berufsberatungsjahr 2018/19 erkennbar.
Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen liegt mit 413.000 um 18.000 höher als im Januar des Vorjahres. Die aktuelle Bewerberzahl bewegt sich mit 318.000 knapp unter dem Vorjahresniveau.

Publikationen

Ergebnisse der Umfrage "Ausbildungsmarkt in der Krise"

Im Frühjahr 2018 wurden knapp 400 Berufsbildungsfachleute aus Wissenschaft, Politik und Praxis zum dritten Mal mit dem Themenradar Duale Berufsausbildung des BIBB zu 18 Themen der dualen Berufsbildung befragt. 
Gegenüber der Vorjahresbefragung wurden die Themen weniger intensiv diskutiert. Hauptthema, das wiederum die größte Beachtung fand, ist die Digitalisierung der Arbeit und die Frage, welche Konsequenzen dies für die Berufsbildung mit sich zieht.
Weitere Themen der Experten sind bspw. die Entwicklung und Stärkung neuer Ausbildungsmodelle, wie etwa der Ausbau von Modellen betrieblicher Ausbildungspartnerschaften oder die Konzeption innovativer intermediärer Ausbildungsgänge, eine gestärkte Position des betrieblichen Ausbildungspersonals und der Berufsschule als dualer Partner sowie die Vermittlung von Werten und Normen und die Entwicklung von Werthaltungen in der dualen Berufsausbildung. 
Die komplette Studie steht auf der Homepage des BIBB zum Download zur Verfügung.

IAB-Studie zur regionalen Mobilität von Auszubildenden

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) hat eine Analyse zur regionalen Mobilität von Auszubildenden erstellt. Als Ergebnis der Untersuchung ist u.a. festzustellen, dass insbesondere der Schulabschluss der Auszubildenden sowie der ergriffene Ausbildungsberuf Einfluss auf die Mobilität haben. Je höher der Schulabschluss, desto eher sind die Auszubildenden bereit, sich regional zu bewegen. Gründe für die höhere Mobilität von Abiturienten sind v.a. das höhere Durchschnittsalter wie auch die Wahl von Ausbildungsberufen, die weniger in peripheren Regionen angeboten werden. Bezogen auf die Ausbildungsberufe sind Auszubildende in MINT-Berufen sowie in Werbung-, Marketing- und Medienberufen besonders mobil.

Inklusion im Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf
BIBB legt Sammelband mit wissenschaftlichen Grundlagen und best-practice vor

Der Übergang von Schule in Ausbildung und Beruf ist oftmals schwierig, insbesondere Jugendliche mit speziellem Förderbedarf fällt diese Schwelle besonders schwer. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) untersucht seit vielen Jahren die Frage, wie Inklusion im berufsbildenden Bereich gelingen kann. Der vorliegende Sammelband stellt Hintergründe und Herausforderungen für Inklusion im Übergang von Schule zu Ausbildung und Beruf dar, präsentiert gute Praxisbeispiele und beleuchtet Umsetzungshilfen zur Inklusion in der beruflichen Bildung. Als Basis für eine gelingende Inklusion in der beruflichen Bildung bewährt sich eine differenzierte individuelle Förderung. Die Publikation steht auf der Homepage des BIBB zum Download bereit und kann in gredruckter Form bestellt werden.

"Position" 1/2019: Lenkt uns bald der Roboter?
Neue Ausgabe des IHK-Berufsbildungsmagazins erhältlich

Zur Digitalisierung, dem Titelthema des jetzt erschienenen IHK-Berufsbildungsmagazins, äußern sich in der Ausgabe 1/2019 neben Professor Christoph Igel vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz auch Unternehmensvertreter, der Blogger Sascha Lobo sowie Experten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages und der DIHK-Bildungs-GmbH.
Dabei kommen unter anderem der neue Ausbildungsberuf zum Kaufmann/-frau im E-Commerce oder die sogenannten Open Educational Resources zur Sprache, also frei verfügbare Bildungsmaterialien, die neues und ungebundenes sowie selbst verantwortetes Lernen versprechen. Weitere Artikel befassen sich mit den großen Anstrengungen von Industrie- und Handelskammern (IHKs) und Unternehmen, Geflüchteten den Weg in die Ausbildung zu ebnen, mit dem Engagement der Wirtschaft für den Spitzensport sowie mit dem Thema Stressbewältigung. Die Leser erhalten einen Einblick in die Arbeit der IHK-Schlichtungsausschüsse oder in die Philosophie des mit dem Unternehmenspreis "Berufsbildung ohne Grenzen" ausgezeichneten Verlags Sutter Local Media, bei dem Auslandsaufenthalte fester Bestandteil der Ausbildung sind.
Vorgestellt werden zudem die Kampagne "Moin Future", die Jugendlichen in der IHK-Region Lüneburg-Wolfsburg bei der Berufswahl hilft, oder ein neues Videoformat im Rahmen der Ausbildungskampagne "#ichwerdewas" der IHK Köln.

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung e.V.
Simrockstraße 13
53113 Bonn
Deutschland

www.kwb-berufsbildung.de
kwb@kwb-berufsbildung.de
Fon: +49 (0)228 / 91523-0

Vertretungsberechtigte:
Dr. Volker Born (ZDH), Vorsitzender des KWB
Dr. Barbara Dorn (BDA), stellvertretende Vorsitzende des KWB
Christina Mersch (DIHK), stellvertretende Vorsitzende des KWB
Jürgen Hollstein (Geschäftsführer)

Eintrag im Vereinsregister:
Registernummer 9503
Amtsgericht Bonn

Redaktion:
Jürgen Hollstein