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KWB-News Aus- und Weiterbildung


05.09.2018

Berufsbildungspolitik

DIHK: Qualität der betrieblichen Ausbildung weiter gut

Die Jugendorganisation des Deutschen Gewerkschaftsbundes, DGB-Jugend, hat zum Beginn des Ausbildungsjahres ihren Ausbildungsreport 2018 veröffentlicht. Wie in den Vorjahren ist der Report eher defizitorientiert und stellt Probleme in den Vordergrund, die nicht die Gesamtheit der dualen Ausbildung in Deutschland repräsentieren.
Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) erläutert hierzu: "Über 70 Prozent der Azubis sind zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer Ausbildung. Das bestätigt der aktuelle Ausbildungsreport der DGB-Jugend. In der Tat engagieren sich Betriebe in Zeiten des wachsenden Fachkräftemangels stärker für die Qualität ihrer Ausbildung. Während die Unternehmen früher unter zahlreichen Bewerbern auswählen konnten, ist es heute oft umgekehrt: Jugendliche wählen immer häufiger ihren Ausbildungsbetrieb aus. Rund 80 Prozent der Ausbildungsbetriebe geben schwächeren Bewerbern Chancen; viele organisieren sogar eigene Nachhilfekurse. Von einer 'Bestenauslese' und einer 'angespannten Lage auf dem Ausbildungsmarkt', wie vom DGB behauptet, kann keine Rede sein. Zu den im Ausbildungsreport angesprochenen Unterschieden in verschiedenen Branchen bei Arbeitszeiten, Überstunden, Schichtarbeit oder Erreichbarkeit gilt: Eine Ausbildung führt an das Berufsleben heran. So gibt es in Hotels, der Gastronomie oder im Handel tatsächlich Arbeitszeiten außerhalb der üblichen Bürozeiten. Denn kein Gastwirt oder Hotelier kann es sich heute und in Zukunft leisten, um 18 Uhr sein Haus zu schließen.
Probleme und Konflikte gehören zum Leben. Bei deren Lösung, zum Beispiel bei Fragen des Jugendarbeitsschutzgesetzes, unterstützen die Berater der Industrie- und Handelskammern (IHKs) Jugendliche und Betriebe mit Rat und Tat. Sie können allerdings nur dann gezielt helfen, wenn sich Azubis oder Betriebe bei ihnen melden. Wir wollen darum das mit den Gewerkschaften in der Allianz für Aus- und Weiterbildung entwickelte Beschwerdemanagement ausbauen und so Beschwerden rasch in die richtigen Bahnen lenken.
Die vom DGB geforderte Weiterbildungsmöglichkeit für Ausbilder existiert de facto schon.
So bieten die Industrie- und Handelskammern zahlreiche, zum Teil kostenlose Seminare und Workshops an, um Ausbilderinnen und Ausbilder fit zu machen für die aktuellen Herausforderungen. Dabei geht es um die Modernisierung von Berufen, das Fördern und Beurteilen von Azubis sowie das Vermitteln interkultureller Kompetenzen.
Im Portal www.stark-fuer-ausbildung.de erhalten Ausbilderinnen und Ausbilder zahlreiche Tipps und Praxisbeispiele, wie sie auch in schwierigen Situationen souverän mit ihren Azubis umgehen und sich auf besondere Zielgruppen wie Geflüchtete oder Studienabbrecher einstellen können."

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet wird deutsch-französischer Kulturbevollmächtigter - auch zuständig für berufliche Bildung

Seit dem deutsch-französischen Freundschaftsvertrag von 1963, den der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Staatspräsident Charles de Gaulle im Pariser Elysée-Palast unterzeichnet hatten, gibt es das Amt des Kulturbevollmächtigen. Damit hat Frankreich einen direkten Ansprechpartner für Bildungs- und Kulturangelegenheiten, die in Deutschland Ländersache sind. Der Kulturbevollmächtigte vertritt im Rang eines Bundesministers die Interessen des Bundes und der 16 deutschen Länder gegenüber dem Nachbarland. Zu seinen Aufgabenbereiche gehört neben Sprache, Schule, Jugendaustausch, Hochschulkooperation, Kultur und Medien auch die berufliche Bildung. Auf Vorschlag der Ministerpräsidentenkonferenz hat die Bundesregierung den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet für diese Aufgabe bestellt. Laschet übernimmt das Amt zum 1. Januar 2019 für vier Jahre vom derzeitigen Hamburger Regierungschef Peter Tschentscher.

Blick über den Tellerrand
BIBB-Analysen zur Mobilität in dualen Ausbildungsberufen

Auslandsaufenthalte sind ein wichtiger Bestandteil für die Attraktivität der dualen Berufsbildung. Gut 5 % aller Auszubildenden nutzen jedes Jahr die Möglichkeit, einen Teil ihrer Berufsausbildung im Ausland zu verbringen, oftmals unterstützt vom EU-Förderprogramm Eramus+.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat nun untersucht, welche Berufe und Branchen dabei besonders gut vertreten sind und wie viele Auszubildende aus welchen Berufen die Chance einer Auslandsqualifizierung nutzen. In der aktuellen Ausgabe seiner Fachzeitschrift „Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis – BWP“ mit dem Schwerpunktthema „Internationale Mobilität“ finden sich interessante Ergebnisse. Besonders mobil zeigen sich Investmentfondskaufleute, Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme und Elektroanlagenmonteure, aber auch Goldschmiede und Kosmetiker/-innen. In manchen Berufen besteht aber auch noch ein gewisser Nachholbedarf. 
„In einer Zeit, in der Kompromisse auf europäischer Ebene in vielen Politikbereichen nur schwer zu erzielen sind, kommt ein Plädoyer für mehr Mobilität im europäischen Raum genau richtig“, betont BIBB-Forschungsdirektor Hubert Ertl in seinem Editorial zur aktuellen BWP-Ausgabe. „Es sind Mobilitätskonzepte notwendig, die den besonderen Bedingungen in der beruflichen Bildung gerecht werden und die Potenziale des beruflichen Lernens gewinnbringend einbeziehen.“ Hierzu skizziert die BWP-Ausgabe Praxisbeispiele, die dies exemplarisch verdeutlichen.


Ausbildung

Ausbildungsmarkt: Weiterhin gute Chancen für Ausbildungssuchende

Nach akutellen Angaben der Bundesagentur für Arbeit haben sich von Oktober 2017 bis August 2018  bei den Agenturen und den Jobcentern 521.000 Bewerberinnen und Bewerber für eine der 548.000 gemeldeten Ausbildungsstellen interessiert. Die Anzahl der Bewerber liegt um 11.000 niedriger als im Vorjahreszeitraum, gleichzeitig sind 23.000 Ausbildungsplätze mehr verfügbar. 91.000 der Ausbildungssuchenden waren im August noch unversorgt. Weitere 49.000 Bewerber, die bereits eine Alternative haben, sind weiterhin auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Gleichzeitig waren im August noch 149.000 unbesetzte Ausbildungsstellen zu vermitteln. Erfahrungsgemäß werden in den nächsten Wochen noch bislang unversorgte Bewerber eine Ausbildung beginnen und Ausbildungsstellen besetzt werden. Nach wie vor zeigen sich jedoch auch aktuell erhebliche regionale, berufsfachliche und qualifikatorische Disparitäten, dadurch wird der Ausgleich von Angebot und Nachfrage erheblich erschwert.

Informationen

Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe

Das offizielle Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe und das aktuelle Verzeichnis der zuständigen Stellen ist seit August 2018 online abrufbar. 

BMWi fördert soziale Kompetenz in der dualen Ausbildung
Modellprojekt des Handwerks geht in Erfurt an den Start 

Mit dem Modellprojekt „Handwerk verbindet“ werden zukünftig in Erfurt Ausbilderinnen und Ausbilder in Handwerksbetrieben in sozialen und interkulturellen Kompetenzen geschult.
Dazu erklärt der Ostbeauftragte der Bundesregierung Christian Hirte: „Handwerksbetriebe bilden zunehmend junge Geflüchtete aus. Das ist eine Chance für deren gesellschaftliche Integration.
Ein entscheidender Faktor dafür ist, dass Ausbildende und Auszubildende ihre unterschiedlichen Kulturen kennenlernen und respektieren. Das stärkt die soziale Kompetenz, die heute während der Ausbildung ebenso wichtig ist wie Fachwissen. Uns fehlen Fachkräfte in Deutschland.
Die Ausbildung im eigenen Betrieb ist ein wichtiger Baustein, sich passgenau Fachkräfte von morgen zu sichern. Die Modellprojekte zur Stärkung der sozialen Kompetenz in der dualen Ausbildung unterstützen das.“ Bislang hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie über 20 Modellprojekte und Projektverbünde zur Stärkung sozialer Kompetenz in der dualen Ausbildung gefördert. Der Schwerpunkt liegt auf Projekten zur Integration von Flüchtlingen. Die neu entwickelten Lösungen wie Ausbildungstandems, Smartphone-Apps und Online-Lernplattformen werden allen interessierten Ausbildungsbetrieben zur Verfügung gestellt. 

Internationalisierungsstrategien für die Bildungswirtschaft
Neuer Leitfaden für den Export beruflicher Aus- und Weiterbildung

Deutsche Aus- und Weiterbildungsangebote unter der Dachmarke „Training – Made in Germany“ genießen dank ihrer hohen Qualität weltweit einen hervorragenden Ruf und erfreuen sich großer Nachfrage. Dennoch ist der Weg für deutsche Bildungsanbieter in ausländische Märkte kein Spaziergang. Um sie bei der Entwicklung eines nachhaltigen Geschäftsmodells zu unterstützen, hat iMOVE, die Exportinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), einen neuen Leitfaden für den Export beruflicher Aus- und Weiterbildung erstellt. Der Exportleitfaden hilft bei der systematischen Erarbeitung einer Internationalisierungsstrategie. Er zeigt, wie Kundenbedarfe, Kooperationspartner, Wettbewerb, Kosten und Förderinstrumente analysiert und strategische Entscheidungen getroffen werden können. Dazu beinhaltet er Werkzeuge und Checklisten für alle Phasen der Geschäftsentwicklung bis hin zur Erstellung des internationalen Geschäftsplans. Jede Phase wird anhand von aktuellen Beispielen aus dem Berufsbildungsexport veranschaulicht. Der Leitfaden wendet sich speziell an Firmen und Organisationen der deutschen Bildungswirtschaft, die sich erstmals Märkte im Ausland erschließen wollen und am Anfang der Internationalisierung ihres Geschäfts stehen.

BIBB Infodienst: Literaturdatenbank Berufliche Bildung

Die Literaturdatenbank Berufliche Bildung (LDBB) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) bietet neue aktuelle Informationen, die ab sofort heruntergeladen werden können. Der seit 2013 bestehende Infodienst informiert über ausgewählte Neuzugänge in der LDBB und umfasst Monografien, Online-Publikationen und Aufsätze aus Zeitschriften und Sammelbänden aus dem Themenspektrum der beruflichen Bildung. Die Literaturnachweise sind nach Dokumentart (Monografien / Beiträge) geordnet. In der LDBB sind derzeit ca. 61.000 Nachweise erfasst, sie ist die einzige Literaturdatenbank zur Berufsbildungsforschung in Deutschland. Die Nutzung ist kostenfrei und ohne Zugangsbeschränkungen im Internet recherchierbar und verbindet Aktualität der Nachweise mit hochwertiger Auswertung (Schlagwörter, Abstracts, Klassifikation) überwiegend unselbständiger Literatur wie Zeitschriftenaufsätze, die in Bibliothekskatalogen und im Internet nur bedingt zu recherchieren ist.

Didacta präsentiert neuen Internetauftritt  

Mit einem modernen Design und größerer Benutzerfreundlichkeit präsentiert sich der neu gestaltete Internetauftritt www.didacta.de. Die Homepage informiert umfassend über die Leistungen, Projekte und Veranstaltungen des Didacta Verbandes der Bildungswirtschaft.
Sie bietet Einblicke in die Arbeit der Verbandsausschüsse und in das Didacta-Mediennetzwerk. Zudem werden Hinweise zur didacta-Messe, Berichte über aktuelle Verbandsprojekte und Entwicklungen auf dem Bildungsmarkt sowie Informationen über Veranstaltungen im In- und Ausland angeboten.

Wettbewerb

"Zeitreisende" entdecken Berufe im Wandel
Wettbewerb läuft bis zum 2. November

Gestern Schmied, heute Gießereimechaniker: Wie sich die dualen Ausbildungsberufe in Deutschland im Laufe der Zeit verändert haben, sollen Jugendliche bei der Aktion "Zeitreisende – Entdeckt die Berufe im Wandel" herausfinden und nachzeichnen. Dabei können sie auch attraktive Preise gewinnen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die Jugendaktion im August im Rahmen der Initiative "Wissenschaftsjahr 2018 – Arbeitswelten der Zukunft" gestartet, zu deren Partnern u.a. der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zählt. Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren sind dazu aufgerufen, in Gruppenarbeit zu recherchieren, wie sich ein bestimmter Beruf – und damit auch die dazugehörige Ausbildung – gewandelt hat. Dies sollen sie in kreativ aufbereiteten Interviews mit Fachkräften dokumentieren. Ihre Beiträge können die "Zeitreisenden" in einem digitalen Format – etwa als Film, Audiobeitrag oder Präsentation – bis zum 2. November 2018 bei dem bundesweiten Wettbewerb zur Aktion einreichen. Zu gewinnen gibt es eine mehrtägige Gruppenreise an einen Ort, an dem die Arbeitswelten der Zukunft bereits heute Wirklichkeit sind, Tagesausflüge an einen Zukunftsort des Wissenschaftsjahres 2018 sowie viele weitere Geld- und Sachpreise. Neben einem Aktionsheft stellt das BMBF begleitendes Lehr- und Arbeitsmaterial zur Verfügung. Die Lernmodule behandeln Themen rund um die Entwicklung von Arbeitswelten und können auch unabhängig von der Aktion für alle Formen schulischer und außerschulischer Bildungsarbeit genutzt werden. 

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung e.V.
Simrockstraße 13
53113 Bonn
Deutschland

www.kwb-berufsbildung.de
kwb@kwb-berufsbildung.de
Fon: +49 (0)228 / 91523-0

Vertretungsberechtigte:
Dr. Volker Born (ZDH), Vorsitzender des KWB
Dr. Barbara Dorn (BDA), stellvertretende Vorsitzende des KWB
Christina Mersch (DIHK), stellvertretende Vorsitzende des KWB
Jürgen Hollstein (Geschäftsführer)

Eintrag im Vereinsregister:
Registernummer 9503
Amtsgericht Bonn

Redaktion:
Jürgen Hollstein