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KWB-News Aus- und Weiterbildung


01.08.2018

Berufsbildungspolitik

Arbeitgeber fordern Erleichterung bei der Einreise von Auszubildenden

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) formuliert in ihrem aktualisierten Papier „Fachkräftezuwanderung erleichtern – Umsetzungsprobleme lösen, Zuwanderungsrecht systematisieren und weiterentwickeln“ einen Sieben-Punkte-Plan für eine gezielte Stärkung der Fachkräftezuwanderung. Im Bezug auf duale Ausbildung wird gefordert, die Vorrangprüfung für Auszubildende (§ 17 Abs. 1 AufenthG) abzuschaffen. International aufgestellte Unternehmen, aber auch Unternehmen in der Altenpflege oder Krankenhäuser haben großes Interesse, Jugendliche aus einem EU-Drittstaat für eine Ausbildung in Deutschland zu gewinnen. Gleiches gilt nach Ansicht der Arbeitgeber für Jugendliche aus Europa. Hier bestehen zwar keine zuwanderungsrechtlichen Beschränkungen. Allerdings besteht auch für europäische Jugendliche so gut wie kein Zugang zu Ausbildungsförderinstrumenten der BA. Diese Lücke hatte z. T. das Förderprogramm „Mobi-pro“ gefüllt. Die BDA fordert, für Auszubildende aus Europa und Drittstaaten den Zugang zur Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) während der Ausbildung in Deutschland zu ermöglichen und auch Ausbildungsförderinstrumente für diese Gruppen zu öffnen. Dazu sollte eine dauerhafte „Kümmererstruktur“ für Auszubildende aus der EU und Drittstaatenangehörige, die sich in Deutschland aufhalten, aufgebaut werden.

BIBB legt Simulation zur Mindestausbildungsvergütung vor

Eine Mindestausbildungsvergütung ist im Koalitionsvertrag für die laufende Legislaturperiode vereinbart und soll ab dem 01. Januar 2020 in Kraft treten. Über die Höhe einer solchen Mindestvergütung und die Art und Weise, wie sie definiert werden soll, herrscht derzeit noch wenig Klarheit. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat jetzt eine datengestützte Simulation vorgelegt, aus der hervorgeht, wie viele Betriebe bei unterschiedlichen Mindestausbildungsvergütungsmodellen betroffen wären.„Mit den vom BIBB durchgeführten Simulationen können keine abschließenden Aussagen über die tatsächlichen Auswirkungen der Einführung einer Mindestausbildungsvergütung getroffen werden“, erklärt BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser. „Sie können aber in der Diskussion über die Größenordnung einen wichtigen Beitrag leisten. Letztendlich gilt es, die Ausbildungsbereitschaft gerade der Kleinbetriebe nicht weiter zu gefährden.“

Ausbildung

Neue Ausbildungsordnungen zum 01. August 2018

Zum 01. August 2018 wurden acht Ausbildungsordnungen bestehender Berufe komplett neu geordnet, darüber hinaus geht im E-Commerce ein völlig neuer Ausbildunsgberuf an den Start.
  • Behälter- und Apparatebauer/in
  • Edelsteinschleifer/in
  • Flachglastechnologe/-in
  • Kaufmann/-frau im E-Commerce (neu)
  • Maßschuhmacher/in
  • Präzisionswerkzeugmechaniker/in
  • Prüftechnologe/-in Keramik
  • Steinmetz/in und Steinbildhauer/in
  • Verfahrenstechnologe/-in Metall
Außerdem wurden die folgenden Berufe bzw. Berufsgruppen durch Änderungsverordnungen an aktuelle Anforderungen angepasst:
  • Chemikant/in
  • Berufe der Informations- und Telekommunikationstechnik
  • Industrielle Elektroberufe
  • Industrielle Metallberufe
  • Mechatroniker/in
  • Packmitteltechnologe/-in
Nähere Informationen zu den Ausbildungsordnungen und Berufen finden sich u.a. auf der Homepage des KWB oder beim BIBB.

Ausbildungsmarkt: Mehr Ausbildungsstellen, aber weniger Bewerbungen

Von Oktober 2017 bis Juli 2018 haben sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 502.000 (minus 10.000 gegenüber dem Vorjahreszeitraum) Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle gemeldet. 140.000 Suchende waren im Juli noch unversorgt. Dem stehen 201.000 Ausbildungsstellen gegenüber, die im Juli noch unbesetzt waren. Darüber hinaus waren noch 45.000 Bewerber, die bereits eine Alternative haben, weiterhin auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Die Unternehmen haben seit Oktober 2017 531.000 Ausbildungsstellen (plus 21.000 gegenüber dem Vorjahreszeitraum) gemeldet. Erfahrungsgemäß werden bis September noch viele bislang unversorgte Bewerber eine Ausbildung oder eine Alternative finden und Ausbildungsstellen noch besetzt werden. Regionale, berufsfachliche und qualifikatorische Disparitäten, die den Ausgleich von Angebot und Nachfrage erheblich erschweren, sind nach wie vor zu beobachten. Der vollständige Monatsbericht findet sich auf der Homepage der Bundesagentur für Arbeit.

Ausbildung 2018 - DIHK stellt Unternehmensbefragung vor

Über 10.000 Betriebe beteiligten sich im April / Mai 2018 an der Online-Unternehmensbefragung des DIHK zum Thema Ausbildung.
Die wichtigsten Ergebnisse werden wie folgt zusammengefasst :
  • Für Unternehmen wird es immer schwieriger, offene Ausbildungsplätze zu besetzen.
  • Mehr und mehr Unternehmen erhalten gar keine Bewerbungen mehr.
  • Digitalisierung schreitet voran: Wo Planbarkeit sinkt, muss die Beweglichkeit zunehmen.
  • Immer bessere Chancen auch für lernschwächere Jugendliche und für Flüchtlinge
  • Mehrheit der Betriebe sind mit Berufsschulen zufrieden, Verbesserungsbedarf gibt es dennoch.
  • Unklare Berufsvorstellungen bleiben größtes Ausbildungshemmnis: Berufsorientierung stärken!
  • Unternehmen werben um neue Bewerbergruppen wie Studienabbrecher und schaffen neue Anreize.

Der Ausbildungsblick über den Tellerrand –
mehr Auszubildende sammeln Auslandserfahrung

Auszubildende und Berufsfachschüler gehen immer öfter während ihrer Ausbildung in einen Auslandsaufenthalt. Die Studie „Auslandsaufenthalte in der Berufsausbildung 2017“ zeigt, dass im Jahr 2017 5,3 Prozent der Absolventen einer beruflichen Erstausbildung einen Lernaufenthalt im Ausland absolviert haben, das sind doppelt so viele wie 2010. Rund 31.000 junge Menschen absolvieren jedes Jahr im Rahmen ihrer Ausbildung einen Auslandsaufenthalt. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek begrüßte den Aufwärtstrend: „Die deutsche Wirtschaft braucht junge Fachkräfte mit internationaler Berufskompetenz, um auf dem globalen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Und es macht die duale Ausbildung für junge Leute noch attraktiver, wenn sie einen Teil davon im Ausland verbringen können. Deshalb ist es eine gute Nachricht, dass immer mehr Auszubildende Auslandserfahrung sammeln. Auslandserfahrungen während der Ausbildung sind für alle Beteiligten ein Gewinn. Die Bundesregierung will, dass es auch für Azubis immer selbstverständlicher wird, Lernerfahrungen im Ausland zu machen.“
Deutliches Entwicklungspotential stellt die Studie in der außereuropäischen Mobilität fest.
Obwohl hier wichtige Märkte der deutschen Wirtschaft liegen, haben derzeit nur 12 Prozent der Auslandsaufenthalte ein Nicht-EU-Land zum Ziel. Vor diesem Hintergrund stellt das BMBF im neuen Haushalt zusätzliche Mittel für ein neues Programm für weltweite Auslandsaufenthalte in der beruflichen Bildung bereit.

Die Zukunft der Büromanagementausbildung
BIBB evaluiert Ausbildungsberuf

Der zum 1. August 2014 neu geschaffene Ausbildungsberuf „Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement“ fasste die drei damaligen Ausbildungsberufe Bürokaufmann/Bürokauffrau, Kaufmann/Kauffrau für Bürokommunikation sowie Fachangestellte/-r für Bürokommunikation zusammen und stellte die modernisierte Ausbildung im Büro auf eine gemeinsame Grundlage. Mit rund 72.000 Auszubildenden ist er derzeit der meistgewählte duale Ausbildungsberuf. Neben der Einführung der gestreckten Abschlussprüfung wurden vor vier Jahren Angebote besonderer Wahl- und Zusatzqualifikationen, die sich vor allem an leistungsstärkere Jugendliche richten sollten, in die Ausbildungsordnung aufgenommen. Gleichzeitig wurde eine Evaluierung vereinbart, die jetzt vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) durchgeführt wird. Die BIBB-Evaluation soll Erkenntnisse darüber liefern, ob die zunächst zur Erprobung eingeführten Regelungen ab 2020 in Dauerrecht überführt werden können und welche Änderungen gegebenenfalls zuvor umgesetzt werden sollten. Eine breit angelegte Online-Befragung, die sich an Ausbildungsverantwortliche in Betrieben und Behörden, Berufsschullehrerinnen und -lehrer, Auszubildende, verantwortliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kammern sowie Prüfungsausschussmitglieder richtet, soll ein umfassendes Meinungsbild liefern. Die Umfrage läuft bis zum 31. August 2018, Ergebnisse werden für Anfang 2019 erwartet.

"Position" 3/2018: Azubis, Sport und Motivation

Das Ziel ist das gleiche: Spitzenleistungen erzielen.
Was die Berufsausbildung vom Sport lernen kann, lesen Sie jetzt im IHK-Berufsbildungsmagazin "Position". Zu Wort kommen etwa Motivationsexperte Jürgen Höller, Top-Rodler Sascha Benecken oder der Unternehmer und Weltumsegler Michael Haufe.
Die aktuelle Ausgabe des IHK-Berufsbildungsmagazins beleuchtet, wie beispielsweise Firmenläufe dazu beitragen können, sportliche Tugenden in den Berufsalltag zu tragen: Hier wie dort geht es um Leistungswillen und auch Leidensbereitschaft, Teamgeist und Fairness sowie die Fähigkeit, sich Ziele zu stecken und mit Niederlagen umzugehen. Weil dazu auch gehört, gegebenenfalls Wege zu ändern, befassen sich weitere Beiträge mit den Themen Ausbildungs- und Studienabbruch. Und mit Neubeginn, etwa mit der Verbundausbildung als Option für Start-ups, die ausbilden möchten. Außerdem erfahren die Leser, warum Soziale Netzwerke in der Ausbildung sinnvoll sind, oder aber, worauf Ausbildungsbetriebe achten sollten, um Drogenkonsum frühzeitig zu erkennen.Erfolgreiche Integrationsideen für junge Geflüchtete aus Coburg und Nürnberg werden ebenso vorgestellt wie die "Azubi Card", die in der Region der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier für Vergünstigungen sorgt, oder die Initiative "durchstarter.de", in der die vier IHKs in Rheinland-Pfalz Jugendliche bei der Berufsorientierung unterstützen.

Stark für Ausbildung – Ausbildungspersonal erhält Tipps, Informationen und eine Qualifizierung rund um die Ausbildung unterschiedlicher Zielgruppen

Fachkräftemangel und beschleunigter digitaler Wandel stellen die betriebliche Ausbildung vor neue Herausforderungen. Das Projekt "Stark für Ausbildung" bietet Hilfe zur Selbsthilfe: Mit Wissensbausteinen, Praxisbeispielen und einer Blended-Learning-Qualifizierung vermittelt es Ausbilderinnen und Ausbildern das Rüstzeug, um sich auf eine zunehmend heterogene Gruppe von Jugendlichen einzustellen. Pilotierung der Blended-Learning-Qualifizierung:
„Migranten, Migrantinnen und Geflüchtete durch Ausbildung integrieren“ oder „Jugendliche mit Studienerfahrung für die Ausbildung begeistern“ – den Betrieben eröffnen sich hier gute Chancen, neue engagierte Auszubildende zu gewinnen. Die beiden neuen Trainingsmodule des Projekts „Stark für Ausbildung“ gehen gezielt auf die Anforderungen bei der Ausbildung dieser unterschiedlichen Zielgruppen ein. Diese Blended-Learning-Qualifizierung kann derzeit von einem interessierten Teilnehmerkreis getestet und weiterentwickelt werden.                                      
Beide Module umfassen jeweils maximal 15 Lernstunden, bestehend aus Online-Lernbausteinen und Präsenzseminaren. Sie können von IHKs, HWKs und Bildungszentren mit interessiertem Ausbildungspersonal pilotiert werden. Die bereits feststehenden Termine zur Pilotierung der beiden Module an unterschiedlichen Standorten finden Sie auf der Homepage.                                                
Haben Sie Interesse an einer Teilnahme? Wenden Sie sich gerne an die zuständige Kammer. Haben Sie Interesse, die Module in Ihrer IHK oder HWK zu testen und einem interessierten Teilnehmerkreis anzubieten? Dann wenden Sie sich bitte an Sabrina Schuster (IHKs) oder Michael Sauer (HWKs). Auf der Internetseite Stark für Ausbildung finden Ausbilderinnen und Ausbilder darüber hinaus Wissensbausteine zu den besonderen Anforderungen dieser Jugendlichen, nützliche Adressen von Beratungsstellen sowie inspirierende Praxisbeispiele, die neue Ideen für die Gestaltung der betrieblichen Ausbildung vermitteln.

Digital Youngsters blicken in die Zukunft:
Wie sieht die berufliche Bildung in der Zukunft aus?
Wie gestaltet sich die Arbeitswelt von morgen?
Welche Kompetenzen benötigen die Menschen?

Die Visionen junger Fachkräfte zur Ausbildung und Arbeit von morgen sind genauso vielfältig wie kreativ – das haben die Teilnehmer des Wettbewerbs „Digital Youngsters“ erneut unter Beweis gestellt. Insbesondere das Lernen und Arbeiten mit elektronischer Unterstützung steht im Fokus der Beiträge. In den Visionen der jungen Fachkräfte werden Schule und Büro zur App und existieren vor allem als virtueller Raum. Roboter, digitale Bildung und Work-Life-Balance ziehen sich wie ein roter Faden durch den Wettbewerb. Der Wettbewerb „Digital Youngsters“ gibt jungen Menschen die Chance, sich aktiv als Experten einzubringen. In der nun zweiten Auflage haben insgesamt 15 Azubi-Teams aus allen Bereichen von Industrie, Handwerk und dem Dienstleistungssektor dazu eigene Konzepte entwickelt. Diese hat eine Jury nun ausgewertet und über die sieben Finalistenteams entschieden:
Audi AG, Annedore Leber Berufsbildungswerk, Heraeus Holding GmbH, CANCOM Pironet AG & Co. KG, GP Günter Papenburg AG, Brandt Zwieback GmbH & Co. KG und die Meisterschule für Schreiner Garmisch-Patenkirchen – Gruppe Oberfläche.
Sie alle überzeugen mit ihren unterschiedlichen Perspektiven auf das Ausbildungs- und Arbeitssystem. So wurden etwa die Chancen neuer Technologien für den Prozess des Wissenserwerbs insbesondere an Mobile Devices exemplarisch ausgelotet. Auch die künftige Bedeutung der Schule im dualen System sowie die Rolle der Ausbilder im Betrieb wurden in den Konzepten kritisch hinterfragt. Für die sieben Teams, die es ins Finale geschafft haben, fand Mitte Juli ein Coaching bei der Samsung Electronics GmbH in Schwalbach bei Frankfurt statt. Dabei erhielten die Teams in Einzelworkshops Feedback von den Jurymitgliedern als Basis zur weiteren Vertiefung ihrer Konzepte. Bis Ende Oktober können sie diese ausarbeiten, bevor die „Gestalter von morgen“ sie im Finale Anfang Dezember präsentieren.

Weiterbildung

Trendstudie 2018 des Wuppertaler Kreises
Digitale Transformation in der Weiterbildung

Digitalisierung ist der Schlüssel für die Zukunft der Weiterbildungsbranche. Die digitale Transformation verändert die Arbeitsprozesse in nahezu allen Branchen. Weiterbildungsanbieter leisten mit individuell abgestimmten Bildungsangeboten einen wertvollen Beitrag dazu, dass Unternehmen die Transformation erfolgreich bewältigen. Für das laufende Jahr rechnen die Bildungsdienstleister der Wirtschaft mit einem Umsatzwachstum. Durch die gute wirtschaftliche Konjunktur und den bestehenden Fachkräftemangel ist die Nachfrage der Betriebe nach Bildungsdienstleistungen weiter gestiegen. Der jährlich ermittelte Geschäftslage-Indikator Weiterbildung des Wuppertaler Kreises zeigt mit einem Indexwert von 125 Punkten die ausgesprochen positive Lage der Weiterbildungsunternehmen. Die Bildungsanbieter sind selbst Akteure des digitalen Wandels, da Weiterbildung sich zunehmend auch zu einer digitalen Dienstleistung entwickelt. Anbieter sind zukünftig gefordert, Inhalte auf unterschiedlichen Plattformen bereitzustellen und Bildungsprozesse im digitalen Raum zu organisieren. Die technische Vielfalt mit den notwendigen Investitionen in unterschiedliche Technologien und die stärkere technische Vernetzung mit Unternehmen bei der Integration von Bildungsangeboten in die Arbeitsprozesse der Betriebe fordern dabei die Innovationskraft der Weiterbildungsunternehmen.

Aufstiegsstipendium: IW fordert Ausweitung in Berufen, die besonders vom Fachkräftemangel betroffen sind

Mit der Aufstiegsfortbildung werden Personen unterstützt, die sich nach einer beruflichen Erstausbildung höher qualifizieren möchten. Die Reform des sog. „Aufstiegs-Bafög“ im Jahr 2016 hat dazu geführt, dass Teilnehmer mehr Geld erhalten. Im Vergleich zum Vorjahr gab der Staat 2017 gut 11 Prozent mehr für die Förderung aus. Die Zahl der Geförderten ist jedoch nur um knapp 2 Prozent gestiegen. Gerade in vom Fachkräftemangel stark betroffenen Berufen ist die Zahl der Geförderten noch sehr überschaubar. Dies gilt insbesondere für eine Reihe von Fortbildungsberufen im Gesundheitsbereich, etwa in der Kranken- oder Altenpflege. Angesichts der steigenden Anzahl an Pflegebedürftigen müssen Politik und Gesundheitseinrichtungen also dringend attraktive Bedingungen schaffen, um Arbeitskräfte zu halten und zu gewinnen. Dazu gehören auch Möglichkeiten zur Qualifizierung und Weiterbildung. 
Untersuchungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigen, dass sich eine Aufstiegsfortbildung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen lohnt. Unternehmen schätzen insbesondere die praktische Erfahrung der Fortbildungsabsolventen und ihre Teamfähigkeit. Für die Absolventen geht ein Fortbildungsabschluss typischerweise mit einem deulichen Einkommensplus einher. Gut ein Viertel der Fortbildungsabsolventen kommen sogar auf höhere Löhne als der Durchschnitt aller Akademiker. Das Aufstiegs-Bafög als Pendant zum Uni-Bafög ist ein wichtiger Baustein, um die Attraktivität und Gleichwertigkeit der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu erhalten. Das IW fordert die Bundesregierung auf, die Förderung auszuweiten, gerade in Berufen mit Fachkräfteengpässen mehr Teilnehmer zu unterstützen und besser über Fördermöglichkeiten zu informieren.

Ausschreibungen

Deutscher Arbeitgeberpreis
Bewerbungen noch bis zum 15. August  2018 möglich!

Interessierte Bildungseinrichtungen - Kitas, Schulen, Berufsschulen und Hochschulen - haben noch bis zum 15. August 2018 die Möglichkeit, sich unter dem Motto
"Gemeinsam innovativ! Kooperationen kreativ für neue Bildungsideen nutzen" 
für den diesjährigen Deutschen Arbeitgeberpreis für Bildung zu bewerben. Gesucht werden Projekte, die in Zusammenarbeit von klassischen Bildungsinstitutionen mit Partnern - von der Elterninitiative über engagierte Privatpersonen bis hin zu Unternehmen, Kultureinrichtungen oder Vereinen - vorleben, dass Innovationen und Bildungserfolg gerade auch dann entstehen, wenn man neue, vielleicht auch ungewohnte und unkonventionelle Wege geht.

ESF-Sozialpartnerrichtlinie
"Fachkräfte sichern: weiter bilden und Gleichstellung fördern": Interessenbekundungen erwünscht

Wer sich an der ESF-Sozialpartnerrichtlinie mit eigenen Projekten beteiligen und die zur Verfügung stehenden Fördermittel nutzen möchte, ist ab dem 16. Juli 2018 bis zum 21. September 2018 eingeladen, seine Ideen beim Bundesverwaltungsamt einzureichen.Auf Initiative oder unter Beteiligung der Sozialpartner können Projekte in den folgenden Handlungsfeldern gefördert werden:
  • Aufbau von Personalentwicklungsstrukturen
  • Aufbau von vernetzten Weiterbildungsstrukturen in KMU
  • Initiierung von Branchendialogen
  • Stärkung der Handlungskompetenz betrieblicher Akteure im Hinblick auf Chancengleichheit
  • Entwicklung lebensphasenorientierter Arbeitszeitmodelle und Karrierewegplanungen
Die Richtlinie fördert Projekte zu Weiterbildungsstrukturen in Unternehmen und zur Förderung von Frauen im Arbeitsleben. Träger mit Projektideen zur Umsetzung in den neuen Bundesländern sowie dem alten Regierungsbezirk Lüneburg sind besonders aufgerufen, sich zu beteiligen (Übergangsregionen). Der Aufruf erfolgt unter Vorbehalt der abschließenden Zustimmung der Europäischen Kommission zur Mittelaufstockung der Sozialpartnerrichtlinie. Eine Regiestelle unterstützt die Antragsteller und berät individuell bei allen inhaltlichen Fragen und der Formulierung von Förderanträgen.

Inklusionspreis für die Wirtschaft - jetzt für 2019 bewerben

Die Wirtschaft benötigt Fachkräfte, dazu gehören auch Menschen mit Behinderungen. Immer mehr Unternehmen setzen daher mit Blick auf die demografischen Herausforderungen auf Inklusion. Der „Inklusionspreis für die Wirtschaft“ zeichnet Initiativen und besonders gute Beispiele aus, die sich in diesem Kontext besonders verdient gemacht haben. Gemeinsam wollen die Initiatoren, die Bundesagentur für Arbeit, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, die Charta der Vielfalt und das UnternehmensForum, Impulse dafür geben, wie die Potenziale von Menschen mit Behinderung genutzt werden können. 
2019 wird der "Inklusionspreis für die Wirtschaft" bereits zum siebten Mal verliehen:
Unternehmen aller Größenordnungen und aus allen Branchen können sich ab sofort für die Auszeichnung bewerben. Arbeitgeber können außerdem für den Preis vorgeschlagen werden. Nicht teilnahmeberechtigt sind Integrationsfirmen, gemeinnützige GmbH und Vereine. 
Die vorgeschlagenen Inklusionsmaßnahmen sollten im Zeitraum 01/2017 bis 09/2018 gestartet sein. Bewerbungsunterlagen stehen als Download zur Verfügung, Vorschläge und Bewerbungen können bis zum 31. Oktober 2018 eingereicht werden.

Veranstaltungsdokumentation

Online-Dokumentation des BIBB-Kongresses 2018 verfügbar

Circa 900 Berufsbildungsfachleute aus dem In- und Ausland hatten sich im Juni 2018 in Berlin unter dem Motto "Für die Zukunft lernen: Berufsbildung von morgen - Innovationen erleben" zusammengefunden, um über die aktuellen Herausforderungen und Perspektiven der beruflichen Bildung zu diskutieren. Die Dokumentation des BIBB-Kongresses ist nunmehr online verfügbar. Sie enthält unter anderem:
  • die Rede von Anja Karliczek, MdB, Bundesministerin für Bildung und Forschung, sowie
  • die hochrangig besetzte Podiumsdiskussion "Zukunft der Arbeit - Zukunft der Berufsbildung",
  • die Keynote von Prof. Dr. Geoff Hayward, Universität Cambridge, zum Thema "Life outside the dual system: Challenges of vocational education in neo-liberal economies",
  • die Keynote "Berufsbildung in Zeiten des Wandels" von Prof. Dr. Ludger Wößmann, Leiter des ifo-Zentrums für Bildungsökonomik,
  • das Kongress-Resümee von BIBB-Forschungsdirektor Prof. Dr. Hubert Ertl sowie
  • die Präsentationen fast aller Referentinnen und Referenten.
Eine Print-Publikation zum BIBB-Kongress befindet sich zurzeit in der Produktion und wird demnächst vorliegen.

Chemie³-Veranstaltung 'Chemie Digital':
Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Digitalisierung: Was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun?
Wer fit für die Zukunft sein will, indem er Ressourcen schonend einsetzt (Nachhaltigkeit), der braucht einen hohen Grad an „digitaler Reife” (digital maturity). Beides zusammen gedacht hat die Veranstaltung „Chemie digital: Wirtschaften und Arbeiten in der Zukunft”, zu der die Nachhaltigkeitsinitiative Chemie³ Mitte Juni nach Berlin geladen hat. In einer Podiumsdiskussion sowie Dialogforen mit den Vertretern von Chemie³, Wissenschaft, Politik und dem Landtechnik-Hersteller CLAAS wurde das Thema digitale Transformation der Chemie in seiner ganzen Breite diskutiert. Eine Videodokumentation der Veranstaltung sowie nähere Informationen zur Nachhaltigkeitsinitiative finden Sie hier.

Veranstaltungen

Berufsbildung international und attraktiv mit Erasmus+ Mobilität:
regionale Informations- und Monitoringveranstaltungen 

Berufserfahrungen, die Fachkräfte im internationalen Kontext sammeln, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Sie fördern die Internationalisierung und tragen somit zur Attraktivität der Beruflichen Bildung beitragen. Als Auszubildende/-r oder Ausbilder/-in einen beruflichen Auslandsaufenthalt zu absolvieren stellt einen Mehrwert für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst und das Unternehmen dar. Das Bildungsprogramm Erasmus+ bietet die Möglichkeit der finanziellen Förderung von Auslandsaufenthalten für Lernende und/oder Bildungspersonal der Berufsbildung. Informationen zu Auslandsaufenthalten in der Berufsbildung und dem Programm Erasmus+, Impulse zur Qualitätsentwicklung für Mobilitätsprojekte und Workshops zu verschiedenen fachlichen Themen der Projektdurchführung: Das und vieles mehr bieten die regionalen Informations- und Monitoringveranstaltungen Berufsbildung international und attraktiv mit Erasmus+ Mobilität, die die Nationale Agentur beim BIBB in drei deutschen Städten ausrichtet und zu diesen herzlich einlädt. Die Veranstaltungen finden am 13.09.2018 in Köln, am 20.09.2018 in Nürnberg und am 28.09.2018 in Berlin statt. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.  

Ausstellung „Unternehmen Berufsanerkennung“ wandert weiter

In der interaktiven Ausstellung, die seit 2017 durch Deutschland tourt, können sich Besucherinnen und Besucher über die betrieblichen Chancen und den unternehmerischen Nutzen der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse informieren, spielerisch eigenes Wissen testen und „verborgene“ Fachkräftepotenziale aufspüren. Als Ergänzung zu klassischen Kommunikationsmitteln bietet die Wanderausstellung einen unerwarteten und spannenden Zugang zu dem Thema. Besucher lernen an Multimediastationen entlang von Erfolgsgeschichten, wie die berufliche Anerkennung als Instrument der Personalarbeit eingesetzt werden kann und geben unmittelbare Unterstützung für die Nutzung des Verfahrens. Weitere Informationen und den aktuellen Terminplan finden Sie auf der Homepage.

Dritte Europäische Woche der Berufsbildung im November 2018

Unter dem Motto „Discover your talent!“ richtet die Europäische Kommission vom 5. bis 9. November 2018 die dritte Europäische Woche der Berufsbildung (VET Skills Week) aus. Berufsbildungsakteure aus ganz Europa haben die Gelegenheit, sich mit eigenen Veranstaltungen und Aktivitäten zur Steigerung der Attraktivität der beruflichen Aus- und Weiterbildung, z. B. Berufswettbewerbe, Tage der offen Tür u. ä., an dieser europäischen Initiative zu beteiligen.
Im Rahmen der VET Skills Week werden in vier verschiedenen Kategorien Auszeichnungen für Exzellenz im Bereich der Berufsbildung ausgelobt. Besonders interessant sind Kategorie 1, die sich an kleine und mittlere Ausbildungsbetriebe richtet, sowie Kategorie 2, die sich an Bildungszentren sowie Ausbilder und Lehrkräfte richtet.
Bewerbungsschluss in diesen beiden Kategorien ist der 20. August 2018.
Die Auszeichnungen werden am 9. November 2018 im Rahmen der Abschlussveranstaltung der Europäischen Woche der Berufsbildung in Wien von der EU-Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität Marianne Thyssen verliehen. 

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung e.V.
Simrockstraße 13
53113 Bonn
Deutschland

www.kwb-berufsbildung.de
kwb@kwb-berufsbildung.de
Fon: +49 (0)228 / 91523-0

Vertretungsberechtigte:
Dr. Volker Born (ZDH), Vorsitzender des KWB
Dr. Barbara Dorn (BDA), stellvertretende Vorsitzende des KWB
Christina Mersch (DIHK), stellvertretende Vorsitzende des KWB
Jürgen Hollstein (Geschäftsführer)

Eintrag im Vereinsregister:
Registernummer 9503
Amtsgericht Bonn

Redaktion:
Jürgen Hollstein