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KWB-News Aus- und Weiterbildung


22.03.2018

Berufsbildungspolitik

Weniger Anfänger bei Bildungsprogrammen im Übergangsbereich im Jahr 2017

Im Jahr 2017 begannen 292.000 junge Menschen ein Bildungsprogramm im Übergangsbereich. Hier können Teilnehmerinnen und Teilnehmer berufliche Grundkenntnisse erwerben oder einen Haupt- beziehungsweise Realschulabschluss nachholen, um ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz zu verbessern. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sank damit die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger im Übergangsbereich um 3,6 % gegenüber dem Vorjahr.
Neben dem Übergangsbereich werden die Bildungsprogramme in der integrierten Ausbildungsberichterstattung in drei weiteren Sektoren nachgewiesen: Berufsausbildung, Sekundarbereich II zum Erwerb einer Hochschulzugangsberechtigung und Studium.
Im Jahr 2017 nahmen rund 2,0 Millionen Personen ein Bildungsprogramm nach der Sekundarstufe I auf. Davon begannen 716.000 Personen eine Berufsausbildung.
Die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger, die in Bildungsgängen des Sekundarbereichs II eine Hochschulzugangsberechtigung erwerben wollen, sank auf 502.000.
Die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger erhöhte sich geringfügig auf 515.000. 
Die Zahl der ausländischen Anfängerinnen und Anfänger entsprach 2017 mit 330.000 Personen in etwa dem Niveau des Vorjahres. Allerdings gab es unterschiedliche Entwicklungen innerhalb den einzelnen Sektoren. Im Übergangsbereich nahm die Zahl der ausländischen Anfängerinnen und Anfänger um 6,5 % und in Bildungsgängen des Sekundarbereichs II um 11,1 % ab. Dagegen stieg die Zahl der ausländischen Anfängerinnen und Anfänger in der Berufsausbildung um 11,8 % und im Studium um 2,2 %. Bei der Berufsausbildung besaßen 10,7 % der Anfängerinnen und Anfänger nur eine ausländische Staatsangehörigkeit, bei Bildungsgängen des Sekundarbereichs II waren es 6,5 %. Wesentlich höher war der Ausländeranteil der Anfängerinnen und Anfänger beim Studium (23,4 %) sowie im Übergangsbereich (35,3 %). 


Berufsausbildung

Industrielle Metall- und Elektroberufe werden digital -
Modernisierung der Ausbildung auf den Weg gebracht

Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hat auf seiner Frühjahrssitzung die Teilnovellierung der industriellen Metall- und Elektroberufe und des Mechatronikers zum 1. August 2018 beschlossen. Damit sind die Sozialpartner der Metall- und Elektro-Industrie (M+E) einen wichtigen Schritt vorangekommen, ihre Berufe rasch und in einem "Agilen Verfahren" für die Anforderungen der Digitalisierung und von Industrie 4.0 fit zu machen. Die Sozialpartner reagieren mit der Anpassung der Berufsbilder auf sich dynamisch verändernde Berufsanforderungen.
Die modernisierten Ausbildungsordnungen der M+E-Berufe enthalten folgende wichtige Neuerungen:
  1. Erweiterung der Ausbildung um die Themen "Digitalisierung der Arbeit, Datenschutz und Informationssicherheit". Diese Inhalte vermitteln die Unternehmen künftig in allen novellierten M+E-Berufen.
  2. Aktualisierung einzelner betrieblicher Ausbildungsinhalte und schulischer Lerninhalte, damit Betriebe und Berufsschulen im bewährten Zusammenspiel diejenigen Qualifikationen vermitteln können, die für die Anforderungen von Industrie-4.0-Prozessen wichtig sind.
  3. Zusatzqualifikationen zu Themen der Digitalisierung als Optionen für die Betriebe und ihre Auszubildenden. Dabei geht es zum Beispiel um digitale Vernetzung, Prozess- und Systemintegration, IT-Sicherheit oder um Additive Fertigungsverfahren (3-D-Druck). Mit insgesamt sieben Zusatzqualifikationen werden die zentralen Qualifizierungsschwerpunkte für Industrie 4.0 in den Bereichen Metall, Elektro und Mechatronik abgebildet.
Mit der Aufnahme von Zusatzqualifikationen geben die M+E-Sozialpartner eine Antwort auf die sich in den Unternehmen dynamisch und durchaus auch unterschiedlich verändernden Berufsanforderungen. So können die Betriebe die Zusatzqualifikationen bedarfsgerecht für die Qualifizierung der Fachkräfte im Rahmen der Berufsausbildung, aber auch in der beruflichen Weiterbildung, nutzen.
Mit dem "Agilen Verfahren" zeigen die verantwortlichen Sozialpartner und Ministerien, dass das System der dualen Berufsausbildung in Deutschland mit seinen dynamischen und gestaltungsoffen angelegten Berufsstrukturen in der Lage ist, sehr schnell auf die Herausforderungen und Veränderungsgeschwindigkeiten im Zusammenhang mit Industrie 4.0 und Digitalisierung zu reagieren. Die Teilnovellierung der industriellen Metall- und Elektroberufe und des Mechatronikers wird voraussichtlich im Mai im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.

Die Top-10-Ausbildungsberufe 2017
BIBB-Ranglisten der dualen Neuabschlüsse veröffentlicht

Das Spektrum der dualen Ausbildungsmöglichkeiten ist mit knapp 330 Berufen groß, aber auch im Jahr 2017 wurde mehr als ein Drittel aller neuen Ausbildungsverträge in zehn Berufen abgeschlossen. Absoluter Spitzenreiter mit rund 28.700 neuen Ausbildungsverträgen ist der Beruf Kaufmann/-frau für Büromanagement, dieser Beruf wird nach wie vor traditionell von jungen Frauen gewählt. Rang 2 und 3 der weiblichen Auszubildenden nehmen die Berufe Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte ein; hier liegt der Männeranteil jeweils bei unter 3 %. Bei den Männern lag der Kfz-Mechatroniker vorn, gefolgt vom Elektroniker auf Platz 2 und dem – um drei Plätze auf Rang 3 „gekletterten“ – Fachinformatiker. Detaillierte Statistiken und Auswertungen  zur Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30. September 2017 liefert das BIBB auf seiner Homepage.

Klischeefrei - eine Initiative gegen das gängige Rollenverständnis

Die Auswertung der Top-10-Ausbildungsberufe 2017 zeigt bei vielen Berufen noch immer eine sehr deutliche Geschlechterdominanz. Vorstellungen zur beruflichen Eignung sind eng mit stereotypen Rollenmustern verknüpft. Jugendliche konzentrieren sich schon bei ihrer Berufsorientierung auf nur wenige Berufe und schränken damit ihre beruflichen Möglichkeiten stark ein. Die Initiative Klischeefrei engagiert sich gegen die Aufteilung der Berufe nach Geschlecht. Das Bündnis aus Bildung, Politik, Wirtschaft und Forschung setzt sich für Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees ein: Mädchen und Jungen sollen aus dem vielfältigen Angebot den Beruf wählen, der zu ihrer individuellen Persönlichkeit und Lebensplanung passt. Schirmherrin der Initiative ist Elke Büdenbender, die Frau des Bundespräsidenten. Die Initiative Klischeefrei wird von einer Servicestelle unterstützt, die bei der Programmstelle Berufsorientierung im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und beim Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. angesiedelt ist.

Neuer virtueller Durchblick in der beruflichen Bildung
BMBF-Projekt bringt neue Technologie an Berufsbildungseinrichtungen zum Einsatz 

In der beruflichen Bildung ist der Blick ins Innere von Maschinen für ein umfassendes Verständnis sehr wichtig. Durch den Einsatz virtueller Technologien wie VR-Brillen kann dieser Einblick jetzt noch besser vermittelt werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert Projekte, die die Anwendung virtueller Technologien in der beruflichen Ausbildungspraxis erproben und verbreiten. Jetzt geht es in die nächste Phase: die Entwicklung neuer Lehr- und Lernkonzepte.So stellt beispielsweise der Verband Druck und Medien NordOst seit Anfang 2018 seinen Mitgliedsunternehmen eine VR-Ausstattung für den Ausbildungseinsatz zur Verfügung. Das Adolph-Kolping-Berufskolleg in Münster wird in den nächsten Monaten unter Einbeziehung der Auszubildenden erstmals ein neues Lernmodul zu einem Druckverfahren entwickeln. Bis zum Frühjahr 2018 wird das System auch am technisch-gewerblichen Berufsbildungszentrum II in Saarbrücken beschafft und in den Unterricht integriert. Das BMBF startet jetzt die nächste Phase und hat eine Ausschreibung zur „Virtuellen und erweiterten Realität (VR/AR) in der beruflichen Bildung“ veröffentlicht. In den Projekten soll gezeigt werden, dass mit der VR-Technologie auch didaktisch ganz neue Wege eingeschlagen werden können und somit der Unterricht für alle Beteiligten interessanter werden kann.

Duales Studium

Informationsmaterial zu Dualem Studium

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat sein Service-Angebot auf „AusbildungPlus“ erweitert. „AusbildungPlus“ ist ein seit 2015 vom BIBB betriebenes Fachportal. „Herzstück“ ist eine Datenbank, die bundesweit über duale Studiengänge und Zusatzqualifikationen in der dualen Berufsausbildung informiert. Interessierte können die Datenbank nach passenden Angeboten durchsuchen. Anbieter – wie Betriebe, (Fach-)Hochschulen oder Berufsakademien – können ihre Ausbildungs- und Studienangebote kostenlos hier veröffentlichen. Nutzerinnen und Nutzern wird jetzt eine Sammlung an Materialien verschiedener Akteure (Berufsbildung, Hochschulen, Studierende, Auszubildende) verfügbar gemacht, die als Orientierungshilfe für die Praxis dienen. Hier finden sich neben Grundsatzpapieren zum dualen Studium vor allem auch Handbücher, Leitfäden sowie Musterverträge. Die Sammlung wird kontinuierlich erweitert.

Duale Studiengänge im Handwerk
BIBB-Broschüre bietet bundesweiten Überblick

Einen Überblick über Zahlen und Fakten zum dualen Studium im Bereich des Handwerks bietet erstmals eine Sonderauswertung der Datenbank "AusbildungPlus" im BIBB, die in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) entstanden ist. Die Auswertung nimmt ausbildungsintegrierende duale Studiengänge in den Blick. Sie zeigt, dass das duale Studium nicht nur für Großbetriebe, sondern auch für kleinere und mittlere Unternehmen interessant sein kann. Praktische Umsetzungsbeispiele runden die Veröffentlichung ab, die auch dem Austausch und der Vernetzung von Bildungsakteuren im Handwerk dient.
Die Auswertung „AusbildungPlus: Duales Studium in Zahlen – Sonderauswertung im Handwerk“ informiert über Angebote, Daten und Strukturen, in denen sich Ausbildung und Studium im Handwerk kombinieren lassen. Sie zeigt, dass in fast jedem Bundesland solche Angebote bestehen, insgesamt über 150. Ziel der Publikation ist es, eine Standortbestimmung des Handwerks in diesem Bereich vorzunehmen, um Handlungsempfehlungen für die weitere Entwicklung dualer Studiengänge im Handwerk ableiten zu können.

Veranstaltungen

Kaufmännische KWB-Ausbildungsleitertagung 2018

Unter dem Thema "Digitalisierung: Alles neu in der Ausbildung?" treffen sich Ausbildungsverantwortliche zur diesjährigen kaufmännischen Ausbildungsleitertagung am 12./13. Juni 2018 in Hamburg. Partner der Veranstaltung sind der Norddeutsche Unternehmensverband AGA sowie die Kühne Logistics University, in deren Räumlichkeiten in der Hafencity die Tagung stattfindet. Von Fragen, wie wir in einer immer stärker digitalisierten Welt zukünftig leben, lernen und arbeiten über kaufmännische Kompetenzen im digitalen Wandel bis hin zur Herausforderung, die neue (?) Arbeitwelt mit den alten (?) Rahmenbedingungen für die Ausbildung zu gestalten, werden zahlreiche praktische Aspekte der Thematik aufgegriffen. Direkt nutzbare Erfahrungen, hohe Praxisanteile und gute Vernetzungsmöglichkeiten zeichnen die KWB-Ausbildungsleitertagungen aus. Das detaillierte Programm sowie Anmeldeunterlagen finden Sie auf der KWB-Homepage.   

BIBB-Kongress 2018:
„Für die Zukunft lernen: Berufsbildung von morgen - Innovationen erleben“

Die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt, die rasanten Veränderungen aufgrund technologischer Entwicklungen, der Wettbewerb mit der Hochschulbildung um leistungsfähige Lernerinnen und Lerner, die demografische Entwicklung und nicht zuletzt die Integration der seit 2015 nach Deutschland geflüchteten Menschen – dies alles fordert die berufliche Bildung zunehmend zur Weiterentwicklung heraus.
Welche Antworten bietet die Berufsbildung auf diese Herausforderungen? Der BIBB-Kongress am 07./08. Juni 2018 in Berlin bietet mit seinem umfangreichen Programm mehr als eine Antwort auf die gestellten Fragen. Das detaillierte Programm, weitere Infos und Anmeldeunterlagen finden Sie auf der BIBB-Homepage

Fachtagung "Sozial kompetent - dual ausgebildet"

Die Bedeutung der sozialen Kompetenz für die duale Berufsausbildung nimmt in Zeiten sich ändernder Arbeitswelten zu. Daher fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit dem Programm „Förderung sozialer Kompetenz in der dualen Ausbildung, insbesondere zur Integration von Flüchtlingen“ innovative Ansätze zur Steigerung der sozialen Kompetenz. Das BMWi lädt Interessierte herzlich zu einer Fachtagung „sozial kompetent – dual ausgebildet“ am 16. April 2018  im BMWi in Berlin ein. Ein detailliertes Tagungsprogramm mit weiteren Informationen findet sich hier.
Die Anmeldung erfolgt per mail an sozialkompetenz@dlr.de; Anmeldeschluss ist der 01. April 2018. Es besteht weiterhin bis zum 30. Juni 2018 die Möglichkeit, Projektskizzen einzureichen.
Nähere Informationen zum Verfahren der Antragstellung erhalten Sie in kostenfreien Webinaren

Ausschreibung

Unternehmenspreis „Wir für Anerkennung“ 2018 

Sechs von zehn Unternehmen geben den Fachkräftemangel als Geschäftsrisiko an. Das Projekt »Unternehmen Berufsanerkennung« zeigt Unternehmen die Chancen der beruflichen Anerkennung auf, wie sie mit diesem Instrument Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden und gleichzeitig binden können. »Unternehmen Berufsanerkennung« wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und ist eine großangelegte Kommunikationsoffensive. Es informiert über die Möglichkeiten der beruflichen Ankerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und sensibilisiert sie für die damit verbundenen betrieblichen Chancen.
In diesem Sinn verleihen das BMBF, der Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sowie der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)  den Unternehmenspreis „Wir für Anerkennung“ im Herbst 2018 zum zweiten Mal. Der Preis zeichnet Betriebe und Organisationen aus, die Beschäftigte auf ihrem Weg zur vollen Berufsanerkennung unterstützt haben bzw. Ideen haben, wie die berufliche Anerkennung als Instrument der Fachkräftegewinnung/ Mitarbeiterbindung eingesetzt werden kann. Die Bewerbungsphase geht noch bis zum 31.05.2018.


Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung e.V.
Simrockstraße 13
53113 Bonn
Deutschland

www.kwb-berufsbildung.de
kwb@kwb-berufsbildung.de
Fon: +49 (0)228 / 91523-0

Vertretungsberechtigte:
Dr. Volker Born (ZDH), Vorsitzender des KWB
Dr. Barbara Dorn (BDA), stellvertretende Vorsitzende des KWB
Christina Mersch (DIHK), stellvertretende Vorsitzende des KWB
Jürgen Hollstein (Geschäftsführer)

Eintrag im Vereinsregister:
Registernummer 9503
Amtsgericht Bonn

Redaktion:
Jürgen Hollstein